Auf der vergangenen Gesellschafterversammlung hatten sich die DEL-Klubs auf eine interne Diskussion zum Thema Auf- und Abstieg geeinigt, wollten im November darüber diskutieren und bis dahin allenfalls intern an Konzepten arbeiten. Der Geschäftsführer der Kölner Haie, Thomas Eichin, lehnte sich dennoch in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger in der letzten Woche aus dem Fenster. „Wir nehmen zu viel Rücksicht auf Klubs, die nicht das Salz in der Suppe ausmachen. Ich habe die Sorge, dass unser Produkt schlechter wird, wenn wir uns immer nach den Schwächsten richten

DEL: Eichin kassiert Retourkutsche von Fedra

"Ohne Göttsch kein Job"

Markus Terbach
02. Oktober 2007, 14:10 Uhr

Auf der vergangenen Gesellschafterversammlung hatten sich die DEL-Klubs auf eine interne Diskussion zum Thema Auf- und Abstieg geeinigt, wollten im November darüber diskutieren und bis dahin allenfalls intern an Konzepten arbeiten. Der Geschäftsführer der Kölner Haie, Thomas Eichin, lehnte sich dennoch in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger in der letzten Woche aus dem Fenster. „Wir nehmen zu viel Rücksicht auf Klubs, die nicht das Salz in der Suppe ausmachen. Ich habe die Sorge, dass unser Produkt schlechter wird, wenn wir uns immer nach den Schwächsten richten", sagte der 40-Jährige dem Stadtanzeiger. Die Haie wollen bei der nächsten Gesellschafterversammlung einen Vorschlag unterbreiten, die Liga auf zwölf Teams zu reduzieren und den Auf- und Abstieg wieder einzuführen.

Darüber ärgerte sich der Sportchef der Füchse Duisburg, Franz Fritzmeier mächtig und verfasste einen offenen Brief: „Solche brisanten Diskussionsthemen sind aus meiner Sicht definitiv zuerst innerhalb der Liga zu führen. Aus unserer Sicht ist es absolut unverständlich und auch unverantwortlich, ein so in seiner Tragweite gar nicht absehbares, wichtiges Thema, ohne Absprache in den Medien zu publizieren“, nahm Fritzmeier Stellung. „Wir sind sicher einer der Klubs, die Herr Eichin als klein und für sich als unnütz einstuft, arbeiten genauso hart wie die Haie, bezahlen genauso pünktlich unsere Rechnungen und geben genauso immer unser Bestes!“ Noch heftiger fiel die Retourkutsche von Max Fedra aus. Der Manager der Augsburger Panther konstatierte gegenüber der Fachzeitschrift Eishockey NEWS, dass Eichin wohl schnell seine Job los wäre, wenn Haie-Gesellschafter Heinz Hermann Göttsch die Lust am Eishockey verlieren würde. Straubings Boss Jürgen Pfundter, selbst erfolgreicher mittelständischer Unternehmer, ärgerte sich zudem über das miserable Bild, das die Eishockey-Eliteliga nun einmal mehr in der Öffentlichkeit abgibt.
[imgbox-right]http://www.reviersport.de/include/images/imagedb/preview_4395-4441.jpeg Ärgerlich: Füchse-Manager Franz Fritzmeier sen. [RS-Foto: fotopuls)[/imgbox]
Es half wenig, dass Eichin am Wochenende zurück ruderte und auf Terminprobleme der Arena-Teams bei steigender Zahl der Pflichtspiele verwies, denn er teilte auch noch einmal aus, degradierte die Gesellschafterversammlungen zu ineffektiven Plauderrunden und warf den Füchsen Duisburg eine nicht existente Nachwuchsarbeit vor. Dass Füchse-Boss Ralf Pape die Förderung des Stammvereins nur einstellte, weil sich außer ihm kaum ein Unternehmer in Duisburg für das Eishockey engagieren wollte und will, vergaß der Kölner Geschäftsführer dabei. Die Verantwortlichen der anderen Teams hielten sich nach diesen weiteren Äußerungen bedeckt, wollen dem Vernehmen nach definitiv nur noch intern Klartext reden.

Die DEL-Geschäftsführung schweigt zu alldem, obwohl sie in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit nun wieder Scherben zusammenkehren und sich um das Zeichnen eines positiveren Bildes der Liga in der Öffentlichkeit bemühen darf. Aber das ist das Schicksal von Gernot Tripcke. Er führt nur aus, was die Gesellschafter, eben auch Eichin, beschließen.

Autor: Markus Terbach

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