Die Landesliga Westfalen 3 zeigt sich in noch nie erlebter Torlaune. An den ersten sieben Spieltagen fielen 203 Tore, rechnet man die nicht gewertete Partie Mengede-Hombruch (4:1) mit ein. Gerundet sind das in jedem der 56 Spiele durchschnittlich vier Treffer. Trainer und Verantwortliche der Klubs staunen und begeben sich auf die Suche nach Ursachen.
Für Jürgen Dworecki, Sportlicher Leiter beim Tabellenvorletzten SSV Südfeldmark (21 Gegentore), liegt der Fall klar.

Landesliga 3: Schon 203 Tore gefallen

„Eine Menge Stürmertalente“

29. September 2007, 08:53 Uhr

Die Landesliga Westfalen 3 zeigt sich in noch nie erlebter Torlaune. An den ersten sieben Spieltagen fielen 203 Tore, rechnet man die nicht gewertete Partie Mengede-Hombruch (4:1) mit ein. Gerundet sind das in jedem der 56 Spiele durchschnittlich vier Treffer. Trainer und Verantwortliche der Klubs staunen und begeben sich auf die Suche nach Ursachen.
Für Jürgen Dworecki, Sportlicher Leiter beim Tabellenvorletzten SSV Südfeldmark (21 Gegentore), liegt der Fall klar.

„Es scheint eine Menge Stürmertalente zu geben, die für die Landesliga überqualifiziert sind“, sagt er. Die Selbstsicherheit der Angreifer in den Spitzenteams sei immens hoch. „Unsere Stürmer nutzten nur jede achte Chance, die aus Aplerbeck oder Waltrop gleich die erste“, sagt Dworecki.

Angesichts der wenigen „Überflieger“ mit zu erwartenden 20 und mehr Saisontreffern und der weit verbreiteten Spezies der „Schießbuden“ sieht er eine „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ in der Staffel 3. „Das ist arm gegen reich“, meint der Südfeldmarker.
Dem schließt sich Eduard Demps, Coach vom Erler SV an. „Die Gruppe ist nicht ausgeglichen, sondern von vier bis fünf starken Teams geprägt“, meint der Trainer, der mit einem 0:3 gegen Südfeldmark und dem 7:0 gegen Leithe schon beide Extreme erlebte. „Wenn sich Mannschaften auf ähnlichem Niveau begegnen, sind solche Ergebnisse nicht möglich“, glaubt Demps. Zumindest einige der Spitzenspiele widerlegen seine These. Denn auch in den Duellen Aplerbeck-Waltrop (3:3), Aplerbeck-Eving (4:2) oder Waltrop-Heven (4:0) „schepperte“ es gewaltig in beiden Toren.

Was sagen die „Chefs“ der Tormaschinen? Hannes Wolf, Spielertrainer von Spitzenreiter ASC und selbst bereits zehn Mal erfolgreich, ist das Auftreten seiner Mannschaft schon fast etwas zu offensiv. „Wir müssen in der Rückwärtsbewegung besser arbeiten“, sagt er nach neun Gegentoren aus sieben Spielen. Zugleich ist der Offensivgeist beim Coach des Durchmarsch-Kandidaten Prinzip.

Bereits im Aufstiegsjahr gelangen Aplerbeck über 100 Tore, gleiches gelang Wolf bei seiner ersten Trainerstation beim B-Ligisten Eintracht Ergste. Beim Zweitplatzierten Hombrucher SV macht zusätzlich zu Alexander Topolewski (8 Tore) eine gewisse Ausgeglichenheit den Unterschied: Etliche Spieler aus dem Stamm waren bereits erfolgreich. Die ebenfalls sehr torhungrigen Waltroper Teutonen wissen mit Michael Breuer und Maik Sprenger ein Ausnahme-Duo in ihren Reihen.

Bleibt die Frage, ob sich die Torflut bis zum Saisonende fortsetzt. „Jetzt sind ja alle gewarnt“, glaubt Dworecki. Allerdings gebe es einige Stürmer, die nie komplett auszuschalten seien. Die Angesprochenen, neben Sprenger und Wolf (jeweils 10 Tore) solche Akteure wie Miguel Moreira (ASC), Mengedes Samir Zulfic oder Hombruchs Mounir Bazzani, wird`s freuen.

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