Ein schwerer Gang Richtung Peking steht den Frauen des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) bevor. Bei der heute in Italien beginnenden Europameisterschaft (24. September bis 7. Oktober) soll trotz aller Widrigkeiten das Ticket für die Olympischen Sommerspiele gebucht werden. Dafür muss der Außenseiter, der Niederlagen aus der Vorbereitung zu verkraften hat und zudem von Verletzungssorgen geplagt wird, mindestens Fünfter werden.

DBB-Frauen auf den Spuren von Nowitzki und Co.

Aber nur wenig Optimismus vor EM-Auftakt

sid
24. September 2007, 09:21 Uhr

Ein schwerer Gang Richtung Peking steht den Frauen des Deutschen Basketball-Bundes (DBB) bevor. Bei der heute in Italien beginnenden Europameisterschaft (24. September bis 7. Oktober) soll trotz aller Widrigkeiten das Ticket für die Olympischen Sommerspiele gebucht werden. Dafür muss der Außenseiter, der Niederlagen aus der Vorbereitung zu verkraften hat und zudem von Verletzungssorgen geplagt wird, mindestens Fünfter werden.

Der neue Europameister ist direkt qualifiziert, die Teams auf den Plätzen zwei bis fünf dürfen an einem Ausscheidungsturnier im Juni 2008 teilnehmen. Die Herren um NBA-Star Dirk Nowitzki hatten bei der EM in Spanien zuletzt Platz fünf und den Sprung zum Olympia-Qualifikationsturnier geschafft.

"Die Olympia-Qualifikation ist unser oberstes Ziel. Wir wollen mit zwei Siegen in die Gruppenphase starten. Dann haben wir alle Chancen, unter die besten Acht zu kommen. Und wenn wir einmal das Viertelfinale geschafft haben, ist alles möglich", sagt Bundestrainer Imre Szittya, der auf eine bessere Platzierung als bei der EM 2005 in Ankara hofft, als man Platz elf belegte.

In der Vorrunden-Gruppe B trifft die deutsche Mannschaft in Lanciano auf Rumänien (Heute, 18.00 Uhr), Belgien (Dienstag, 18.00 Uhr) und Litauen (Mittwoch, 20.30 Uhr). Die drei Gruppenbesten qualifizieren sich für die Zwischenrunde.

"Rumänien spielt auf unserem Level, und wir müssten sie, wenn wir in Normalform sind, leicht schlagen können", meint Szittya. Der 51-Jährige sieht Belgien als schwierigsten Gegner und schätzt überraschenderweise den WM-Sechsten Litauen als schlagbar ein: "Wenn wir in den ersten beiden Partien gut gespielt haben, rechne ich mir gute Chancen gegen Litauen aus."

Der gebürtige Ungar setzt vor allem auf die Center-Spielerinnen Linda Fröhlich (Sacramento Monarchs) und Martina Weber (New York Liberty), die beide in der nordamerikanischen Profiliga WNBA spielen und bei der EM viel Verantwortung übernehmen sollen. "Linda ist die erste Leistungsträgerin im Team und ist für uns fast wie ein Nowitzki der Frauen", erklärt Szittya.

Doch entgegen der Euphorie des Coaches geben die letzten Leistungen der weiblichen Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) wenig Anlass zu Optimismus. Beim letzten EM-Test, einem Fünf-Nationen-Turnier im italienischen Cervia, verlor die Mannschaft alle vier Spiele. "Unsere Leistung war nicht konstant genug. Neben sehr guten Szenen hatten wir unerklärbare Schwächen", so Szittya.

Zudem plagen den Coach Verletzungssorgen. Besonders die Spielmacherinnen gehen dem Trainer aus: Dorothea Richter (vereinslos/Knieprobleme) und Alexandra Müller (Wasserburg/Rückenprobleme) sind angeschlagen, Lea Mersch (Oberhausen) musste wegen einer Sprunggelenksverletzung absagen.

"Die Situation auf der Aufbauposition ist alles andere als rosig", sagt Szittya, der im vergangenen Januar Olaf Stolz als Bundestrainer abgelöst hatte. Für sein erstes großes Turnier als Chefcoach fordert er daher, dass "nun alle Kräfte mobilisiert werden".

Autor: sid

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