Die Vorfreude war riesig. Freitagspiele an der Castroper Straße sind doch eigentlich immer etwas Besonderes. Und wer dann noch das spektakuläre 4:3 gegen die Hessen im Vorjahr im Kopf hatte, wurde bei der Wiederauflage bitter enttäuscht. Bochum und Eintracht Frankfurt nämlich trennten sich in einem für die Zuschauer jederzeit langweiligen Spiel torlos. 25.536 Fans machten sich danach frustriert auf den Heimweg. Wieder einmal hatte taktische Disziplin ein packendes Fußballspiel verhindert.

Bochum: Perfekte Defensivarbeit findet nur wenig Bewunderung

Taktik lähmt Spielwitz

23. September 2007, 14:50 Uhr

Die Vorfreude war riesig. Freitagspiele an der Castroper Straße sind doch eigentlich immer etwas Besonderes. Und wer dann noch das spektakuläre 4:3 gegen die Hessen im Vorjahr im Kopf hatte, wurde bei der Wiederauflage bitter enttäuscht. Bochum und Eintracht Frankfurt nämlich trennten sich in einem für die Zuschauer jederzeit langweiligen Spiel torlos. 25.536 Fans machten sich danach frustriert auf den Heimweg. Wieder einmal hatte taktische Disziplin ein packendes Fußballspiel verhindert.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/925-2962_preview.jpeg Stanislav Sestak erwischte einen schwachen Tag. (Foto: firo)[/imgbox]Dabei hatte Eintracht-Obermacher Heribert Bruchhagen vor dem Anpfiff die Hoffnungen auf einen prickelnden Fußballabend genährt: "Beide haben keine Sorgen, können befreit aufspielen." Doch da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Denn die, die für das Auftreten der Mannschaft auf dem Rasen verantwortlich sind, hatten andere Dinge im Kopf. Zum Beispiel Marcel Koller. Der alles, bloß eines nicht nochmals erleben wollte - wie die Hessen vor Jahresfrist nach fünf Minuten mit 2:0 führten. Oder Friedhelm Funkel, der die zwei Klatschen aus dem Vorjahr, als die Frankfurter dem VfL ins offene Messer gelaufen waren, im Hinterkopf hatte und sicherlich dachte: "Den Gefallen tun wir ihnen nicht nochmals." Oder aber auch Spieler wie Philipp Bönig, die sich der Ausgangssituation vor dem Spiel bewusst waren. Der Bayer verriet nämlich, warum seine Mannschaft so "ängstlich" operierte: "Wir hatten zuvor zwei Spiele verloren. Das ist in den Köpfen drin. Und wenn du dann auch noch ein Heimspiel vergeigst, dreht sich die Spirale wieder ganz schnell nach unten. Das wollten wir verhindern."

Das ist gelungen. Die Trainer freuten sich nach dem Spiel über die gute Defensivarbeit, die Frankfurter bestätigten ihren Aufwärtstrend. Und dem VfL war der eine Punkt ganz lieb. Schließlich hatte man im Vorjahr Begegnungen mit ähnlichem Spielverlauf, wie zum Beispiel gegen Wolfsburg oder Cottbus, mit 0:1 verloren. Koller: "Wir haben es verpasst, schneller bei Ballgewinn nach vorne zu spielen. Heute hat uns einfach die Durchschlagskraft und die individuelle Klasse gefehlt. Mit der Defensivleistung bin ich zufrieden, mit der Offensive nicht."

Zufrieden war auch Friedhelm Funkel: "Wir haben in dieser Saison sicherlich schon besser gespielt. Aber wir haben wenig zugelassen, das war schon in Ordnung." Und so blieb den Fans auf dem Heimweg nicht viel, worüber man diskutieren konnte. Vielleicht über die wenigen Lastuvka-Paraden, über ein mögliches Foulspiel im Strafraum an Sestak Mitte der ersten Halbzeit. Aber das war es auch schon. Der VfL hatte jenseits der Mittellinie einfach einen schlechten Abend erwischt. Doch Einsatzbereitschaft und Leidenschaft waren vorhanden. Um so unverständlicher, dass 20.000 schweigende VfL-Fans die Partie für die eigene Mannschaft zu einem Auswärtsspiel werden ließen. Die Stimmung von Beginn an im Rund noch trostloser als die Darbietungen auf dem Rasen. So gesehen hat der VfL am Freitag in einem "Auswärtsspiel gepunktet.

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