Bottrop

Der freie Fall des VfR Ebel

Maximilian Lazar
07. August 2017, 18:33 Uhr

Foto: Heinrich Jung

Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga gelang es dem Verein vom Lichtenhorst nicht, eine Mannschaft auf die Beine zu stellen – es folgte der Rückzug.

Der VfR Ebel kommt nicht zur Ruhe. Schon zum Ende der vergangenen Saison herrschte das Chaos beim damaligen Bezirksligisten. Spieler warfen der Vereinsführung vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Die neu gewählten Verantwortlichen wollten sich zunächst einen Überblick darüber verschaffen, was ihre Vorgänger hinterlassen hatten.
Der unrühmliche Höhepunkt: Zu den letzten Spielen trat die Elf, die damals noch von Tacettin Senyüz trainiert wurde, nicht mehr an. Nach nur einem Jahr in der Bezirksliga ging es zurück in die Kreisliga A. Der Großteil der Spieler – inklusive Trainerteam – packte seine Sachen und kehrte dem Verein den Rücken. Senyüz und Co. werden in der neuen Spielzeit für Barisspor in der Kreisliga B auf Punktejagd gehen.

Das, was ein Jahr zuvor noch mit dem umjubelten und eindrucksvollen Aufstieg aus der Kreisliga A seinen Höhepunkt hatte, fand nun ein jähes Ende. Die Verantwortlichen in Ebel versuchten neue Spieler zu gewinnen, um auch in der Saison 2017/18 eine erste Mannschaft stellen zu können. Diese sollte in der Kreisliga A spielen, die Reserve ist in der Kreisliga C gemeldet.

Verein äußert sich bei Facebook

Am Freitag wurde dann das offiziell, was schon seit einigen Wochen als Gerücht die Runde machte: Der VfR Ebel hat nicht genügend Spieler gefunden und muss seine Mannschaft aus der Kreisliga A abmelden. Damit stehen die Ebeler als erster Absteiger in die Kreisliga B fest.
Vom Vorstand des VfR ist für diese Redaktion seitdem niemand erreichbar, bei Facebook äußerte sich der Klub zu den Vorkommnissen: „Nach hitzigen und zerfahrenen letzten Wochen war es nicht möglich, eine neue Mannschaft für die kommende Kreisliga A-Saison zu stellen. Dies bedeutet, dass dieses Jahr nur die zweite Mannschaft in der Kreisliga C an den Start gehen wird. Es ist natürlich ein bitterer Moment für den Verein, der den zweiten Abstieg in Folge hinnehmen muss, doch in Ebel brennt weiterhin noch Licht und es wird bald wieder bessere Tage geben!“, heißt es dort von Vereinsseite.

So wird in diesem Jahr nur eine Mannschaft das Trikot des Traditionsvereins tragen – in der Kreisliga C. Auch Trainer Sascha Bialas, der vom SSV 51 Bottrop nach Ebel gewechselt war und die erste Mannschaft eigentlich trainieren sollte, hat sich längst eine neue Aufgabe gesucht. „Wir hätten einen Kader mit 16 Spielern zusammenbekommen. Vom Vorstand war dann aber wochenlang nichts zu hören. Da habe ich ein mulmiges Gefühl bekommen und mich gegen den VfR Ebel entschieden“, sagt Bialas. Er wird in der neuen Saison die Welheimer Löwen betreuen.

Der VfR Ebel hat nun ein Jahr lang Zeit, um eine Mannschaft für die Saison 2018/19 auf die Beine zu stellen, die dann in der Kreisliga B an den Start gehen könnte. Bis dahin muss man sich mit C-Liga-Fußball begnügen.

Autor: Maximilian Lazar

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