Ob Trainer, Spieler oder auch Werner Altegoer. In der Beurteilung von Schiedsrichter Dr. Markus Merk waren sich nach dem Abpfiff in Leverkusen alle einig. Der Tenor: Deutschlands bekanntester Unparteiischer hatte es nicht gut mit den Gästen gemeint. Dabei waren ihm gar nicht mal gravierende Fehler unterlaufen. Kapitän Thomas Zdebel:

Bochumer richtig stinkig auf Dr. Merk

"Im Zweifel gegen uns"

gp
17. September 2007, 16:15 Uhr

Ob Trainer, Spieler oder auch Werner Altegoer. In der Beurteilung von Schiedsrichter Dr. Markus Merk waren sich nach dem Abpfiff in Leverkusen alle einig. Der Tenor: Deutschlands bekanntester Unparteiischer hatte es nicht gut mit den Gästen gemeint. Dabei waren ihm gar nicht mal gravierende Fehler unterlaufen. Kapitän Thomas Zdebel: "Im Zweifelsfall hat er aber immer gegen uns gepfiffen. Einige unschöne Aktionen der Leverkusener hat er übersehen, dazu Defizite bei der Bewertung von Zweikämpfen."

Betrachtet man die Statistik des Spiels scheint Zdebel nicht verkehrt zu liegen. Denn die "meisten Fouls" weist der Bayer-Akteur Vratislav Gresko aus. Verwarnt wurde er aber erst nach seinem fünften Vergehen, wonach ihn Coach Skibbe auch sogleich vom Feld holte. Ganz anders ging Merk mit Marc Pfertzel um, der bei seinem ersten leichten Vergehen sofort Gelb, beim zweiten dann Gelb-Rot sah. Marcel Koller: "So eine Schiedsrichterleistung macht es extrem schwierig für den Trainer, die Mannschaft einzustellen. Ich habe von meinen Spielern ein aggressives Spiel zum Ball gefordert. Jetzt kommt Pfertzel einen Bruchteil zu spät, verletzt niemanden und muss runter. Böse Fouls dagegen, die Verletzungen nach sich ziehen, werden auch nur mit Gelb bestraft. Da stimmt das Verhältnis nicht mehr."

Und dann hatte Marcel Koller noch ein Erlebnis der besonderen Art mit dem Zahnarzt aus Kaiserslautern. Unmittelbar nach dem 0:1 nämlich rannte der Referee zu Koller an den Spielfeldrand und redete auf ihn ein. Den Inhalt des Dialogs schilderte der Schweizer später mit Kopfschütteln: "Ich hatte vor der Szene auf den Platz gerufen, weil ich mich über einen Fehler vor dem 0:1 geärgert hatte. Da kommt dann Merk zu mir und sagt: Mein Tanz an der Linie würde meine Spieler nervös machen. Ich habe ihm dann gesagt, er solle sich um seine Aufgabe kümmern und nicht um meine Spieler."

Stinksauer war auch Marc Pfertzel, der eingestand: "Die zweite Gelbe Karte war absolut berechtigt. Die erste allerdings, da stimmte das Verhältnis nicht. Denn solche Aktionen blieben in diesem Spiel zu Dutzenden unbestraft." Für Marc Pfertzel, der immerhin jahrelang in der italienischen Serie A gegen Topstars spielte, war es der erste Feldverweis in seiner Karriere: "Ich bin sehr traurig. Mir fällt es schwer, diese Entscheidung zu akzeptieren."

Doch es war nicht der einzige Pfiff, der aus Bochumer Sicht zu kritisieren war. Dem 1:0 von Bayer ging ein Freistoß voraus. Koller: "Erst gab es ein Foul an Zdebel, das nicht geahndet wurde. Dann erst foult Zdebel - und das wird gepfiffen." Doch für den Unparteiischen war die Erregung der Bochumer völlig unverständlich. Bevor er in sein Auto kletterte, zeigte er sich mit seiner Leistung rundum zufrieden und schickte nach Bochum noch einen Gruß: "Die sollen doch erst mal vor ihrer eigenen Haustür kehren."

Da dachte Marcel Maltritz schon weiter: "Wenn er in der kommenden Woche so kleinlich in der ChampionsLeague pfeift, dann werden sie ihn garantiert nicht mit Lobeshymnen überschütten."

Autor: gp

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren