Die Zebras wollen gegen den FSV Zwickau (Samstag 13.30 Uhr) Drittliga-Meister werden. Eine Meisterehrung gibt es nur, wenn die Fans auf einen Platzsturm verzichten.

MSV

Zukunft dieses Quartetts ist noch offen

Dirk Retzlaff
19. Mai 2017, 22:37 Uhr

Foto: Jürgen Schwarz

Die Zebras wollen gegen den FSV Zwickau (Samstag 13.30 Uhr) Drittliga-Meister werden. Eine Meisterehrung gibt es nur, wenn die Fans auf einen Platzsturm verzichten.

Geschenke wird es in der Arena nicht geben. Und das in vielerlei Hinsicht. Trainer Ilia Gruev machte im Vorfeld der letzten Drittliga-Partie der Fußballer des MSV Duisburg mehrfach deutlich, dass er eine Woche nach dem Aufstieg die heutige, letzte Aufgabe in der Liga gegen den FSV Zwickau (13.30 Uhr) als ernsthafte Angelegenheit betrachtet. Gruev will die Partie gewinnen, um Meister zu werden.

Wenn das gelingt – Mitaufsteiger Holstein Kiel spielt mit einem Punkt Rückstand auf den MSV zeitgleich im eigenen Stadion gegen den Halleschen FC – wird ein Vertreter des Deutschen Fußball-Bundes nach dem Spiel MSV-Kapitän Branimir Bajic den Meisterpokal der 3. Liga überreichen. Allerdings, so teilte der MSV Duisburg mit, fällt die Zeremonie aus, wenn es einen Platzsturm der Fans geben sollte. Der DFB will das offenbar so.

Wir sind seit dem neunten Spieltag Erster. Das soll so bleiben.
Ilia Gruev

Keine Blumen
Ilia Gruev wird auch bei der Aufstellung für die heutige Partie keine Geschenke verteilen. Zückerchen für einzelne Spieler sind nicht zu erwarten. „Die Mannschaft wird ungefähr so aussehen wie beim Spiel in Köln“, so Gruev, der auch das FVN-Pokalfinale in Essen am kommenden Donnerstag im Blick hat. Gruev setzt auf den Titel: „Wir sind seit dem neunten Spieltag Erster. Das soll so bleiben.“

Duisburgs Floristen gehen zumindest heute leer aus, der MSV wird nur morgen Blumengrüße an scheidende Spielerinnen aus der Frauen-Bundesliga-Mannschaft übergeben, für die Herren sind hingegen keine Abschiedsfeierlichkeiten geplant. Das liegt natürlich auch daran, dass noch gar nicht klar ist, wer den Verein verlassen wird. Es gibt noch keine entsprechenden Entscheidungen.

Im Gegenteil: Durch den Aufstieg vergrößerte sich der Kreis derer, die auch noch in der kommenden Saison beim MSV auf der Gehaltsliste stehen werden. Bei den Mittelfeldspielern Andreas Wiegel und Zlatko Janjic verlängerten sich die Verträge durch den Aufstieg. Bei Stanislav Iljutcenko greift eine Einsatzquote. Offen sind die Personalien Kingsley Onuegbu, Simon Brandstetter, Martin Dausch und Dan-Patrick Poggenberg.

Der letzte Livestream
Außenverteidiger Fabio Leuten­ecker steht noch bis 2018 unter Vertrag. Doch der langjährige Stammspieler bei den Stuttgarter Kickers schaffte beim MSV nicht den Durchbruch. Hier könnte es nun zur Trennung kommen, wenn beide Seiten einen gemeinsamen Weg finden sollten.

Der Vertrag von Ersatztorhüter Marcel Lenz, der in Mainz sein einziges Meisterschaftsspiel in dieser Saison bestritt und ansonsten wegen der U-23-Regel seinen Stammplatz auf der Tribüne hatte, läuft aus.

Abgesehen davon, wie der MSV planen mag – der 26-Jährige steht vor der Entscheidung, den Platz des Ersatzkeepers in der 2. Bundesliga anzustreben oder doch noch den Schritt zu wagen, in der 3. Liga oder in der Regionalliga als erster Torhüter unterzukommen.

Auch der Vertrag von Mohamed Cissé, in dieser Saison als U-23-Quoten-Mann für den MSV wertvoll, läuft am 30. Juni aus. Der US-Boy Mael Corboz (22) ist besser dran, er steht noch bis Sommer 2018 bei den Zebras in Lohn und Brot. Der Mittelfeldspieler kam mit dem Ruf, ein Riesentalent zu sein, über den Teich nach Duisburg, spielte in dieser Saison aber keine Rolle. Vermutlich darf er trotzdem bleiben.

Für die Zebras, die morgen ab 12.30 Uhr am Duisburger Rathaus mit den Fans den Aufstieg feiern werden, wäre der Gewinn der Drittliga-Meisterschaft der fünfte überregionale Titel in der Vereinsgeschichte – nach drei A-Jugend-Titeln und der Deutschen Amateur-Meisterschaft.
Wer nicht unter den 27 000 Menschen im Stadion weilt, kann die Partie heute auf www.mdr.de in der Konferenz im Internet-Livestream verfolgen. Es mag viele freuen: Das hat zur nächsten Saison ein Ende.

Autor: Dirk Retzlaff

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