Es war das letzte Heimspiel der Saison und zugleich ein Offensiv-Spektakel, was die Bundesliga-Fußballerinnen ihren Anhängern zeigten.

SGS Essen

Kantersieg im letzten Heimspiel gegen Leverkusen

Benedikt Burgmer
15. Mai 2017, 06:07 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

Es war das letzte Heimspiel der Saison und zugleich ein Offensiv-Spektakel, was die Bundesliga-Fußballerinnen ihren Anhängern zeigten.

Beim 7:1 über Bayer Leverkusen spielte sich die SGS phasenweise in einen Rausch. Überragend agierten Dreifach-Torschützin Lea Schüller und Linda Dallmann mit sechs Torbeteiligungen. Charline Hartmann, Vanessa Martini und Kozue Ando nehmen mit je einem Treffer drehbuchreif Abschied.

Ein ganz bitterer Nachmittag war es für Leverkusen. Nicht nur, dass sich die Pleite wie eine Demütigung angefühlt haben muss. Mit ihr war der Abstieg letztlich besiegelt. Allerdings war die Vorstellung auch alles andere als erstligareif.

Dabei hatte es für die Bayer-Elf perfekt begonnen. Mit dem ersten Angriff bekam Leverkusen eine Ecke, die Hegering auffallend unbedrängt einnickte. Erneut ein Gegentor nach einem Standard. Und erneut ein ganz frühes. Doch die Essenerinnen zeigten sich wenig beeindruckt. Nur zwei Minuten später war Dallmann nur per Foul zu stoppen. Dann ging es blitzschnell: Der Freistoß kam zu Nina Brüggemann, die in die Mitte auf Schüller flankte – 1:1.

Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, beim dem sich vor allem Essens Torfrau Lisa Weiß auszeichnete. Erst hielt sie stark gegen Rinast, dann lenkte sie einen Schuss von Schwab noch an die Latte. Auch auf der Gegenseite ging es zur Sache: Hartmann hatte zwei dicke Möglichkeiten, Schüller traf erst die Latte und erzielte dann ein Abseitstor. Beide Mannschaften sorgten für mächtig Unterhaltung. Nur SGS-Trainer Daniel Kraus war weniger erfreut: „Nach vorne haben wir Hurra-Fußball gespielt und müssen uns hinten bei Lisa Weiß bedanken.“

Dennoch war schon im ersten Durchgang das Chancenplus klar auf SGS-Seite. Und so fiel das 2:1 zwar spät, aber nicht unverdient: Hartmann, die zum Abschied die Kapitänsbinde trug, schoss den Ball nach Dallmann-Vorarbeit unter die Latte.

Es war ein Wirkungstreffer. Denn während die Führung die SGS beflügelte, ergaben sich die Gäste nach dem Seitenwechsel ihrem Schicksal. Und das nutzten die Essenerinnen für Abschiedsgeschenke: Hartmann fand nach einem Freistoß den Kopf von Martini – 3:1. Nach acht Jahren und über 150 Spielen für die SGS jubelte die Ex-Kapitänin ebenfalls das letzte Mal im Stadion Essen.

Anschließend begann die Dallmann-Show: Schon im ersten Durchgang gehörte sie zu den auffälligsten Essenerinnen, doch jetzt schaltete sie endgültig in den Playstation-Modus. Drei Mal tanzte sie die Bayer-Abwehr aus, Jacqueline Klasen und zweimal Lea Schüller schraubten das Ergebnis hoch. Der Assist vor dem 7:1 geht zwar an Schüller, doch den vorletzten Pass spielte wieder Dallmann. Es war ein Bewerbungsvideo an Bundestrainerin Steffi Jones vor den Nominierungen für die EM.

Autor: Benedikt Burgmer

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