Erst kürzlich erlebte Bright Ojigwe wieder einen Frust-Tag. Mit dem SV Sodingen verlor er in Eving, die Landesliga-Spitze gerät nach dem viel versprechenden Saisonstart wieder etwas aus dem Blick. Ob der einst als hoch talentiert geltende jüngere Bruder des Bundesliga-Profis Pascal Ojigwe da ein „Was hätte aus meiner Karriere werdenkönnen“-Erlebnis hatte? Eher nicht, denn Bright blickt mit neuer Perspektive auf das Leben und den Fußball.

Sodingen: Bright Ojigwe nicht in den Fußstapfen von Pascal

Körper stoppt den Karriereweg

fg
15. September 2007, 08:49 Uhr

Erst kürzlich erlebte Bright Ojigwe wieder einen Frust-Tag. Mit dem SV Sodingen verlor er in Eving, die Landesliga-Spitze gerät nach dem viel versprechenden Saisonstart wieder etwas aus dem Blick. Ob der einst als hoch talentiert geltende jüngere Bruder des Bundesliga-Profis Pascal Ojigwe da ein „Was hätte aus meiner Karriere werdenkönnen“-Erlebnis hatte? Eher nicht, denn Bright blickt mit neuer Perspektive auf das Leben und den Fußball.

„Ich glaube nicht mehr an die Bundesliga“, sagt der Nigerianer. Vorrang hat nun zunächst die Ausbildung, die wegen des Fußballs lange Jahre auf der Strecke blieb. „Ich mache mein Abitur nach“, kündigt er an. „Das hat vorher nicht geklappt, weil auch im Verein Leistung erwartet wurde.“

Wie sein Bruder Pascal ging auch Bright Ojigwe den scheinbar klassischen Weg eines Talents aus Übersee. Mit 14 holte ihn ein Manager nach Deutschland. Der kleine Mittelfeldspieler aus Nigeria landete in der gut strukturierten Jugendabteilung der SG Wattenscheid 09. „Damals hatte ich hohe Ziele“, erinnert sich Ojigwe. Doch schon früh streikte der Körper.

Ein Kreuzbandriss warf den damals 18-jährigen 1999 weit zurück. Zwei Spielzeiten lang schnupperte er nach seiner Genesung am Wattenscheider Regionalliga-Kader, kam auf 14 Einsätze. Doch der nächste Rückschlag folgte: Eine schwere Meniskusverletzung im Jahr 2001, wieder eine lange Pause. Sie waren vorbei, die Träume von Fußball in höheren Klassen, die noch in der A-Jugendzeit bei Angeboten vom 1.FC Köln und verschiedenen Ruhrgebietsvereinen hell leuchteten. „Ich hatte mir mehr erwünscht. Aber der Körper spielte nicht mit“, sagt Ojigwe.

Nach einigen Jahren in Ober- und Verbandsliga mit der SG Wattenscheid, TuS Hordel und Vorwärts Kornharpen kam der heute 26-jährige über den SV Schermbeck in diesem Sommer nach Sodingen. Dort brachte ihn Trainer Michael Pannenbecker in den ersten Saisonspielen vornehmlich als Einwechselspieler. Dies stört den vor allem als Vorbereiter wertvollen Mittelfeldmann zurzeit weniger. „Ich habe derzeit andere Prioritäten“, meint er. Zudem könne es im Fußball schnell gehen. „Es gibt auch Spieler, die schon etwas älter waren, als sie in den Profi-Bereich eingestiegen sind.“

Bruder Pascal (30) – nach zehn Jahren Profifußball (Kaiserslautern, Köln, Leverkusen, 1860) zuletzt in der Türkei aktiv, aber mit einem Knorpelschaden außer Gefecht gesetzt – war für Bright „immer ein Vorbild“. Zugleich machte der bekannte Name dem Jüngeren aber auch zusätzlich Druck.

Diesen Druck hat er im Herner Stadtteil Sodingen nicht mehr. Es ist „nur“ die Landesliga. Und wer weiß: Vielleicht klappt es ja noch für Ojigwe , mit dem SVS einige Klassen höher zu klettern.

Autor: fg

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