Bevor die Journalisten am Mittwoch Mittag Marcel Koller ins Kreuzverhör nehmen konnten, ging der Schweizer in die Offensive. „Es gibt nicht nur ein Problem vor dem Auswärtsspiel in Leverkusen.“ In der Tat, nachdem die Trainingseinheiten nach zahlreichen Verletzungen und Länderspielreisen ohnehin zu Wochenbeginn nur sehr spärlich besetzt waren, kam es zur Wochenmitte knüppeldick.

Bochum: Plötzliches Loch in der Viererkette muss gestopft werden

Ziel: Schneider neutralisieren

gp
14. September 2007, 20:22 Uhr

Bevor die Journalisten am Mittwoch Mittag Marcel Koller ins Kreuzverhör nehmen konnten, ging der Schweizer in die Offensive. „Es gibt nicht nur ein Problem vor dem Auswärtsspiel in Leverkusen.“ In der Tat, nachdem die Trainingseinheiten nach zahlreichen Verletzungen und Länderspielreisen ohnehin zu Wochenbeginn nur sehr spärlich besetzt waren, kam es zur Wochenmitte knüppeldick.

Dienstag Morgen musste Philipp Bönig das Training abbrechen, gestern Vormittag Martin Meichelbeck, Benjamin Auer und Jan Lastuvka. Während der Trainer mit dem Keeper noch rechnen darf und Auer derzeit ohnehin keine Rolle spielt, richtete sich das Augenmerk mehr und mehr auf die beiden Linksfüße Bönig und Meichelbeck, die für ein „plötzliches Loch“ in der Viererkette sorgen.

Während „Meichel“ für einen Einsatz wohl überhaupt nicht in Frage kommt, hofft Koller bei Bönig noch ein wenig, obwohl er schon Alternativen ins Auge fasst: „Marc Pfertzel hat in Italien schon auf diesem Posten gespielt.“ Auch Oliver Schröder nahm zu Kölner Zeiten unter Koller diese Position ein, doch das Risiko scheint nach sechswöchiger Verletzungspause zu groß. Dabei weiß der Coach: „In einem ersten Match nach langer Pause wächst ein Profi meist über sich hinaus.“

Überraschend wäre eine Variante mit Dennis Grote als Linksverteidiger, der ist zwar Stürmer, doch musste er just am Dienstag beim U21-Länderspiel in Schweden diese Aufgabe über 90 Minuten annehmen. Koller schmunzelnd: „Ich wusste gar nicht, dass Dieter Eilts schon von unseren Problemen wusste.“ Bis zum Samstag Vormittag wird Koller am Erfolgsrezept basteln müssen.

Die Aufgabe in Leverkusen wird schwer. Der Trainer, der Bayer schon persönlich beobachtete und sämtliche Videos analysierte, bilanzierte: „Ein spielstarker, kompakter, in der Defensive sehr stabiler Block mit einem neuen 4-4-2-System.“ Natürlich weiß auch der VfL-Coach, dass auf der anderen Seite ein Theofanis Gekas steht, der so langsam ins Rollen kommt. Koller: „Ich werde ihn noch mal anrufen, er soll sich eine Auszeit nehmen.“ Doch wichtiger ist es für den Coach, die Zulieferer des Griechen, allen voran Bernd Schneider, zu neutralisieren. „Wir dürfen die Pässe auf Fanis erst gar nicht zulassen.“

Es kommt also ganz darauf an, Schneider nicht zuviel Spielraum zu lassen. Der Schweizer hofft natürlich, dass heute Stanislav Sestak, Ivo Iicevic und Dennis Grote ohne Blessuren von ihren Länderspieleinsätzen zurückkommen. Da ist der VfL auf jeden Fall im Vorteil, denn zahlreiche Bayer-Akteure wie Gekas (in Norwegen) oder Friedrich und Schneider (in Köln) waren am gestrigen späten Abend noch international im Einsatz.

Dienstag Mittag übrigens hat Koller nach dem Training seine Spieler am Mittelkreis des Geländes noch einmal versammelt: „Ich musste etwas los werden.“ Zwar ist der Wortlaut nicht bekannt, aber man kann fast darauf wetten, dass es dem Fußballlehrer noch einmal ein Bedürfnis war, die ersten 45 Minuten in Hannover anzusprechen, in der Hoffnung, dass seine Schützlinge begreifen, dass sich so etwas nicht noch einmal wiederholen darf. Koller: „Das kann man natürlich nie ausschließen, aber eigentlich bin ich ganz sicher, dass wir uns in Leverkusen anders präsentieren werden.“

Autor: gp

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