In drei erfolgreichen Jahren hat es die SG Werden 80 bis in die Essener Kreisliga A geschafft. Überraschend verkündete der Verein nun den freiwilligen Abstieg in die B-Liga.

Werden 80

Klub verkündet freiwilligen Kreisliga B-Abstieg

Anika Haus
04. Mai 2017, 12:56 Uhr
Foto: Gröner

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In drei erfolgreichen Jahren hat es die SG Werden 80 bis in die Essener Kreisliga A geschafft. Überraschend verkündete der Verein nun den freiwilligen Abstieg in die B-Liga.

Zumindest aus sportlicher Sicht dürfte die Entscheidung der Essener, freiwillig den Gang in die untere Spielklasse anzutreten, fragwürdig erscheinen: Nach 29 Spielen belegt Werden 80 den 13. Tabellenplatz und hat als Aufsteiger der Vorsaison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun.

Aber die Gründe für den Abstieg liegen auch nicht im Bereich des Sportlichen. Vielmehr ist es der hohe Altersschnitt der Mannschaft, der Werden zu dieser drastischen Maßnahme zwingt: "Unser Hauptkader besteht zum größten Teil aus Spielern, die teilweise schon 40 Jahre alt sind. Den Aufwand, in der A-Liga zu spielen, wollen sie in der kommenden Saison nicht mehr betreiben", sagt Trainer André Bausch und erklärt weiter, dass einige seiner Akteure auch aus privaten Gründen auf das Spielen in der höchsten Kreisklasse verzichten wollen: "Manche gründen Familien und bekommen Kinder. Das ist für sie wichtiger als der Fußball."

Die dadurch entstehenden Ausfälle wird der Verein laut Bausch nicht kompensieren können. Warum der Verein die Mannschaft dennoch für die kommende Saison in der B-Liga angemeldet hat, kann der SG-Trainer nicht nachvollziehen: "Wir werden in der nächsten Saison keine wettbewerbsfähige Mannschaft auf den Rasen bringen können. Das gilt auch für die Kreisliga B", erklärt er.

Damit steht die SG also vor einer ungewissen Zukunft, in der sich die Erfolgsgeschichte des Klubs wohl nicht fortschreiben lässt. Für den Trainer der Essener eine besonders bittere Tatsache: "Es ist sehr schade, dass wir nicht weitermachen können. Vor allem in den letzten Jahren haben wir viel geschafft, sind zwei mal aufgestiegen. Auch die Kameradschaft war immer gut. Trotzdem verstehe ich die Gründe der Jungs, aufhören zu wollen", sagt Bausch.

Vereinswechsel mit restlichem Kader möglich

Während sich der Großteil der Mannschaft nach der Saison also anderen Vorhaben widmen will, könnte es für den noch verbleibenden Kader durchaus weitergehen, denn der Mannschaft liegen mehrere Angebote anderer Klubs vor: "Einige Vereine haben uns angeboten, mit der verbleibenden Mannschaft zu ihnen zu wechseln", verrät Bausch. Wie es für ihn selbst weitergeht, hat der Trainer der 80er derweil noch nicht entschieden: "Von mehreren Seiten wurde mir das Interesse bekundet, mich als Trainer einstellen zu wollen. Ich werde in den nächsten Wochen darüber nachdenken, was ich letztendlich mache."

Autor: Anika Haus

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