Vitaly Janelt kam im Winter zum VfL Bochum, obwohl der VfL eigentlich auf der Suche nach einem anderen Spielertyp war.

Bochum

Janelt spricht über sein erstes halbes Jahr beim VfL

06. Mai 2017, 08:07 Uhr
Foto: firo

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Vitaly Janelt kam im Winter zum VfL Bochum, obwohl der VfL eigentlich auf der Suche nach einem anderen Spielertyp war.

„Wenn, brauche ich eine Verstärkung und keine Ergänzung.“ So hatte sich Trainer Gertjan Verbeek unmissverständlich in der Winterpause zu möglichen Transfers geäußert. Nachdem quasi über Nacht ein erfahrener Profi, der bereits zugesagt hatte, absprang, schienen sich die Wünsche des Niederländers nicht zu erfüllen. Es kam zwar mit Vitaly Janelt von RasenBallsport Leipzig ein hoch gehandeltes Talent, doch spielte er für die Planungen der Rückrunde bei den Profis keine Rolle. Das hat sich mittlerweile schlagartig geändert. Seit dem 1. April und seinem 45-minütigen Profidebüt hat sich Janelt in der Startelf festgebissen und ist nicht mehr wegzudenken. RS sprach vor dem Heimspiel gegen Arminia Bielefeld mit dem Shootingstar.

Vitaly Janelt, Sie sind jetzt seit gut dreieinhalb Monaten in Bochum und haben im Rekordtempo den Sprung ins Team geschafft. Hat es Sie selbst überrascht, dass das so schnell ging?
Es ging wirklich unheimlich schnell. Zunächst, um mich einzugewöhnen, habe ich bei den Profis trainiert und bei der U19 gespielt. Ich denke, ich habe mich beim VfL Bochum schnell zurechtgefunden. Es läuft prima und ich denke, ich habe eine solide Leistung gezeigt. Ich möchte auch in den letzten drei Spielen der Saison dabei sein.

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Hat Sie Ihre eigene Entwicklung in den letzten Wochen selbst überrascht?
Ja natürlich, auch wenn es einem als Spieler gar nicht schnell genug gehen kann. Nach meiner 45-minütigen Zweitliga-Premiere in Sandhausen konnte ich nicht damit rechnen, dass ich bis heute in der Startformation stehe. Schließlich werde ich in der kommenden Woche erst 19 Jahre alt. Ich bin mir darüber im Klaren, dass es nicht immer so weitergehen wird und dass es auch mal Rückschläge geben kann. Deshalb werde ich weiter hart an mir arbeiten und auch die nötige Geduld aufbringen, wenn es einmal nicht so läuft wie momentan. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann war meine Hoffnung, dass ich vielleicht in der Rückrunde noch ein, zwei Einsätze bei den Profis bekomme. Was jetzt passiert ist, macht mich einfach nur glücklich.

Wie gefällt es Ihnen beim VfL?
Wir haben menschlich eine super Truppe. Das Umfeld passt mit den tollen Trainingsbedingungen, die sind perfekt und die Leute im Ruhrgebiet sind total offen und freundlich. Da habe ich keine Probleme, denn schließlich bin ich schon ganz alleine von Hamburg nach Leipzig gegangen und habe dort zweieinhalb Jahre alleine gelebt. Zu den Heimspielen kommt meine Familie, da habe ich also jede Menge Unterstützung.

Nach dem Rauswurf aus der U19 bei RB Leipzig hat sich vielen VfL-Fans die Frage gestellt, ob Sie ein Rüpel sind.
Nein, ich bin zwar kein Engel, aber ich bin einer, der aus seinen Fehlern gelernt hat und der weiß, worauf es im Profifußball ankommt. Ich bin clever genug zu wissen, dass ich alles tun muss, um meine Leistung auf dem Platz zu bringen. Ich werde mir außerhalb des Platzes keine gravierenden Fehler mehr erlauben.

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