Respekt. Die TSG Sprockhövel ist dabei, sich mit Anstand aus der Fußball-Regionalliga zu verabschieden.

TSG Sprockhövel

Charaktertest beim WSV bestanden

Heiner Wilms
30. April 2017, 23:07 Uhr
Foto: Michael Kleinrensing

Foto: Michael Kleinrensing

Respekt. Die TSG Sprockhövel ist dabei, sich mit Anstand aus der Fußball-Regionalliga zu verabschieden.

Der Abstieg steht zwar bereits seit einer Woche fest, doch die Sprockhöveler lassen sich nicht hängen. Und am viertletzten Spieltag ließen sie mit dem 1:0-Auswärtssieg gegen den Wuppertaler SV noch einmal aufhorchen.

Sprockhövels Trainer Andrius Balaika hatte vor der Partie einige Bauchschmerzen, wie er nach dem Abpfiff während der Pressekonferenz offen und ehrlich zugab. Der Litauer wusste halt nicht, wie sich seine Mannschaft präsentieren würde – so wie beim tollen Pokalkampf gegen den Drittligisten SC Paderborn oder doch eher so wie vor Wochenfrist beim eher enttäuschenden Meisterschaftsspiel gegen den Bonners SC? Die Antwort fiel dann recht klar und zur Zufriedenheit des Trainers aus. Die Sprockhöveler lieferten eine absolut engagierte Leistung ab. Eine Leistung, die dem Trainer, der nach der Niederlage gegen Bonn ja noch hart kritisiert hatte, ein Lob abrang. „Hut ab“, sagte Balaika.

Einen Glückwunsch in Richtung TSG gab es auch von Wuppertals Trainer Stefan Vollmerhausen, dem das Spiel am Freitagabend aber gründlich die Laune verdorben hatte. „Unser Anspruch ist es, die TSG Sprockhövel in einem Heimspiel zu schlagen. Wir hatten einen Plan, und wir hatten auch hochkarätige Chancen. Allerdings haben wir die nicht genutzt. Das war vor nicht allzu langer Zeit noch ganz anders. Wir können froh sein, dass wir schon vorher so viele Punkte eingesammelt haben“, kommentierte Vollmerhausen die sechste Pflichtspielniederlage in Folge.

Für die TSG bedeutete das 1:0 im Stadion am Zoo den vierten Saisonsieg, der natürlich den bereits feststehenden Abstieg nicht mehr verhindern wird, der aber gut für die Stimmung ist. Und ganz so einseitig wie sein Trainerkollege hatte Andrius Balaika die Partie nicht gesehen. „Der Wuppertaler SV hatte klare Chancen, die hatten wir aber auch“, sagte Balaika mit Blick auf die Möglichkeiten von Gaetano Manno und Andreas Ivan für den WSV sowie Tim Dudda und Christopher Antwi-Adjej auf Seiten der TSG.

Meisters sportliche Zukunft unklar

„Außerdem hatten wir die bessere Spielanlage, und deshalb war der Sieg auch verdient“, sagte Balaika, der die TSG auch in der kommenden Saison in der Oberliga trainieren wird.
Balaikas Co-Trainer ist aktuell Raoul Meister, der in den letzten Wochen wegen der erneut aufgetretenen Beschwerden am Hüftbeuger als Spieler auf dem Feld nicht helfen konnten. Weil es sich bei Raoul Meister aber wohl um den wichtigsten Spieler im TSG-Kader handelt, hofft Andrius Balaika, dass der Kapitän seine Karriere in der kommenden Saison fortsetzen kann. Sicher ist das aber angesichts der Verletzungsdauer keineswegs. „Raoul schlägt sich ja schon seit über einem Jahr mit diesen Beschwerden herum.

Er war auch schon bei vielen Ärzten, und in der kommenden Woche wird es noch einmal eine intensive Untersuchung geben. Vielleicht hilft die ja weiter“, sagt Sprockhövels Trainer, der in die letzten Regionalliga-Spielen auf jeden Fall ohne Raoul Meister planen muss - also in den Partien gegen Viktoria Köln, Fortuna Düsseldorf II und Rot-Weiss Essen.

Autor: Heiner Wilms

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