Der MSV Duisburg verpasste am Samstag den vorentscheidenden Schritt zurück in die 2. Liga. Trainer Ilia Gruev war nach der 1:2-Niederlage in Aalen bedient.

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1:2 in Aalen! Gruev bemängelt Chancenverwertung

Hermann Kewitz
29. April 2017, 18:49 Uhr

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Der MSV Duisburg verpasste am Samstag den vorentscheidenden Schritt zurück in die 2. Liga. Trainer Ilia Gruev war nach der 1:2-Niederlage in Aalen bedient.

Der Spitzenreiter unterlag vor 5236 Zuschauern beim VfR Aalen mit 1:2 (0:1). Die Zebras halten trotz der Niederlage die Tabellenführung, mussten aber Holstein Kiel auf drei Punkte an sich herankommen lassen. Der Abstand zum Relegationsrang beträgt fünf Punkte, weil Konkurrent Magdeburg in Halle nicht über ein 1:1 hinauskam. Der MSV muss am kommenden Samstag mit einem Heimsieg gegen die Sportfreunde Lotte die entscheidende Weichenstellung auf dem Weg zum Aufstieg nachholen. Stürmer Stanislav Iljutcenko fehlt dann. Er sah die fünfte Gelbe Karte.

Mindestens bis zum Donnerstag ist auch der VfR Aalen mit ebenfalls 56 Punkten im Aufstiegs-Geschäft. Der Verein hatte im Februar einen Insolvenzantrag gestellt und wurde dafür vom DFB mit einem Abzug von neun Punkten bestraft. Die endgültige Entscheidung über den Einspruch fällt am 4. Mai.

Die Hausherren wahrten am Samstag mit dem Sieg ihre zumindest theoretischen Chancen auf den Aufstieg. Aalen profitierte dabei von Nachlässigkeiten des MSV: Bereits nach sechs Minuten traf der Ex-Duisburger Gerrit Wegkamp per Kopf nach einer Ecke. Dem Gast gelang dagegen in der ersten Halbzeit nichts Durchschlagendes. 16 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, als MSV-Abwehrspieler für

Abstimmungsprobleme mit seinem Torhüter Mark Flekken sorgte. Matthias Morys nutzte die kuriose Panne, um den Ball zum 2:0 für den VfR über die Linie kullern zu lassen. Anders als beim 3:2 vor einer Woche gegen den FSV Frankfurt gelang den Zebras in Aalen die Kopfwende nach einem 0:2-Rückstand nicht mehr.

Möglich war die Reparatur des Schadens aufgrund einer furios gestalteten zweiten Halbzeit durchaus. MSV-Trainer Ilia Gruev, der zuvor zurückhaltend aufgestellt hatte und auf einen zweiten echten Stürmer neben Stanislav Iljtucenko verzichtete hatte, legte den Schalter um. Angreifer Kingsley Onuegbu und Offensivkraft Martin Dausch waren treibende Kräfte der Aufholjagd. Mehr als der Anschlusstreffer durch Onuegbu (71.) wollte dem MSV jedoch nicht glücken. Tugrul Erat hatte den „King“ mit einer hohen Flanke sauber bedient. Die Zebras hatten nach einer Stunde „Chancen im Minutentakt“ so MSV-Trainer Ilia Gruev.

Martin Dausch verzog allein zweimal in bester Position. Onuegbu hatte Pech mit einem Schuss aus der Drehung, Dustin Bomheuer mit einem Kopfball nach einer Ecke. Fabian Schnellhardt traf das Lattenkreuz. Martin Dausch verfehlte mit einem satten Schuss in der Nachspielzeit das Tor. „Wir gingen in dieser Phase auf dem Zahnfleisch“, wie sein Aalener Kollege Peter Vollmann bestätigte. Der verdiente Ausgleich blieb den Gästen jedoch verwehrt. Aalen, in der Schlussphase ohne Stürmer auf dem Platz, rettete den Sieg über die Zeit.

MSV-Trainer Gruev musste einräumen: „Wenn man so leichte Tore bekommt und seine Chancen nicht macht, ist es schwer zu gewinnen.“ Mittelfeldmotor Fabian Schnellhardt erklärte: „Wir können stolz auf die Leistung in der zweiten Halbzeit sein. Ärgerlich ist nur, dass wir uns dafür nicht belohnt haben.“

Autor: Hermann Kewitz

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