Am Dienstag lockt im Niederrheinpokal-Halbfinale das packende Derby Rot-Weiß Oberhausen gegen MSV Duisburg. Für Fans gibt es am Stadion viele Änderungen.

Niederrheinpokal

RWO und MSV kämpfen nicht nur ums Finale

28. April 2017, 18:40 Uhr
Foto: Ketzer

Foto: Ketzer

Am Dienstag lockt im Niederrheinpokal-Halbfinale das packende Derby Rot-Weiß Oberhausen gegen MSV Duisburg. Für Fans gibt es am Stadion viele Änderungen.

Schon früh standen sie bei Rot-Weiß Oberhausen in der Warteschlange: Kurz nach der Auslosung des Halbfinales im Niederrheinpokal trafen beim Viertligisten die ersten Anfragen nach Eintrittskarten ein. Kein Wunder, nicht nur der sportliche Reiz sorgt am Stadion Niederrhein für Interesse. Auch der Gegner erinnert an frühere erfolgreichere Tage. Am 2. Mai (Dienstag, Anpfiff: 19.30 Uhr) kommt der MSV Duisburg zum Revierderby vorbei.

„Natürlich sprechen wir von Pokal-Fieber“, sagt Oberhausens Vorstandsmitglied Thorsten Binder mit Blick auf die attraktive Begegnung. „Wir sind vorbereitet auf ein großes Spiel.“ Für RWO geht es freilich auch um eine Stange Geld. Mit dem Finaleinzug im Verbandspokal ist schließlich die Chance auf eine Teilnahme in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals verknüpft. Sechsstellige Einnahmen sind in diesem Fall garantiert. Bereits das Niederrheinpokal-Finale würde im Free-TV am Tag der Amateure in einer Konferenzschaltung live in der ARD zu sehen sein. Zusätzliche Aufmerksamkeit wäre garantiert.

RWO sehnt sich nach einem bedeutsamen Erfolg

Trotzdem ist man im Oberhausener Fanlager vorsichtig geworden. Besser keinen Schritt zu viel vorausschreiten. Im vergangenen Jahr gab es im Niederrheinpokal-Halbfinale eine bittere Niederlage im Elfmeterschießen beim Wuppertaler SV. Das finanziell wichtige Finale gegen den Liga-Konkurrenten Rot-Weiss Essen wurde verpasst. Eine Pleite, die noch immer an der Fanseele nagt. Zumal gegen die Essener ein Jahr zuvor ebenfalls im Elfmeterschießen der Sieg im Finale des Verbandspokals verpasst wurde.

So ist die Partie am 2. Mai die Chance auf ein großes Stück Trauma-Bewältigung. Der Pokalsieg wäre der größte sportliche Erfolg der vergangenen Jahre, in denen es bei den Kleeblättern zwar obere Platzierungen in der Regionalliga-Tabelle gab, das Eingreifen in den Aufstiegskampf jedoch stets verpasst wurde. In der aktuellen Saison ist trotz einer famosen Rückrunde kein Aufstieg möglich: Die Lizenz für die 3. Liga wurde nach dem verkorksten Start nicht beantragt. Die Anhänger der Oberhausener dursten folglich wieder nach einem bedeutsamen Erfolg. Und nach einer großen Zuschauerkulisse.

Binder: "Wir brauchen jeden RWO-Fan im Stadion"

Zumindest echte Derby-Atmosphäre sollte gegen den MSV Duisburg garantiert sein. Rund 12 000 Tickets stehen für den Pokal-Kracher zur Verfügung. Dass es nicht mehr Zuschauer werden können, ist dem Umbau des Stadion Niederrhein geschuldet. Der überwiegende Teil der Emscherkurve mit Stehplätzen ist abgetragen worden. Dort soll künftig eine überdachte Tribüne den Heimfans ein Zuhause bieten.

Das erfordert eine besondere organisatorische Herausforderungen: „Für unser Spiel gegen den MSV kommt es aufgrund der baulichen Situation im Stadion, gerade für die RWO-Fans, zu Veränderungen in der Zuwegung ins Stadion. Wir bitten daher um Beachtung der organisatorischen Hinweise für dieses Spiel", sagt Thorsten Binder. Er appelliert an den Anhang: "Wir brauchen an diesem Tag jeden RWO-Fan im Stadion!"

Geänderte Wegeführung führt ins Stadion Niederrhein

Oberhausener Fans konnten für das Pokal-Halbfinale auf Reste der Emscherkurve, der Haupttribüne mit dem Block A1 sowie die Stoag-Tribüne A bis D Eintrittskarten erwerben. Die Emscherkurve ist allerdings bereits restlos ausverkauft. Tickets für die Stoag-Tribüne und VIP-Karten stehen noch zur Verfügung, heißt es bei RWO. Die Kanalkurve sowie kleine Teile der Haupttribüne sind den Duisburgern vorbehalten. Zwischen Stoag-Tribüne und Kanalkurve soll es einen Pufferblock zur Fan-Trennung geben.

Wichtig ist eine geänderte Wegeführung ins Stadion. So wenden sich die Organisatoren bei RWO vor dem Pokalknaller an die Zuschauer: "Alle Stadionbesucher mit Tickets für die Stoag-Tribüne Blöcke A, B, C und D, Supporterblock und Emscherkurve Block 4 kommen nur über den seitlichen Einlass der Emscherkurve an der Buswendeschleife ins Stadion. Der Einlass über den Stadionvorplatz ist nicht möglich, der Zugang zu diesem wird am Spieltag, ohne entsprechendes Ticket, auch nicht möglich sein." Besucher in Gästekleidung sollen keinen Zutritt zur Stoag-Tribüne erhalten.

RWE steht als Finalgegner im Niederrheinpokal fest

Der Finalgegner steht mit Rot-Weiss Essen bereits fest. Die Essener setzten sich vor 13 000 Zuschauern im Stadion Zoo mit 3:2 gegen den Wuppertaler SV durch. Wo das Finale des Verbandspokals stattfinden wird, hat der Verband noch nicht entschieden. Sollte RWO das Endspiel erreichen, möchte sich der Verein trotz des Stadionumbaus jedenfalls um eine Austragung bemühen. In den vergangenen Jahren wurde das Finale jeweils im Stadion Essen ausgetragen.

Zunächst aber gibt es das Duell: Kleeblätter gegen Zebras. Ob es nun ein Vorteil oder Nachteil ist, dass sich der MSV Duisburg über die 3. Liga für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren kann, sei dahingestellt. Als Tabellenführer haben die Duisburger ihre Hausaufgaben bis jetzt erledigt. Der Pokalsieg hätte dann aus sportlicher Sicht keinen zusätzlichen Wert für die Gäste von der Wedau. Gerade aus Prestige-Gründen sieht das allerdings ganz anders aus.

Gute Erinnerungen bei RWO an Pokalspiel gegen MSV

Auch wenn Statistiken selten des Rätsels Lösung für den Erfolg sind, können die Oberhausener mit einem guten Gefühl auf das letzte Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel blicken. Vor zwei Jahren schlug RWO den ligahöheren Konkurrenten ebenfalls im Halbfinale des Niederrheinpokals im heimischen Stadion mit 2:0. Gegen eine Wiederholung hätte auf der Emscherhalbinsel wohl keiner etwas einzuwenden.

Autor:

Mehr zum Thema

Kommentieren