Der Mittelfeldmann meldet sich für das Spiel heute in Leverkusen zurück. Und der Manager kündigt für den Sommer eine äußerst zügige Kaderplanung an.

Schalke

An Goretzka hängt Schalkes Zukunft

Thomas Tartemann
28. April 2017, 10:44 Uhr
Foto: firo

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Der Mittelfeldmann meldet sich für das Spiel heute in Leverkusen zurück. Und der Manager kündigt für den Sommer eine äußerst zügige Kaderplanung an.

Markus Weinzierl atmet auf. Vor dem Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen (heute, 20.30 Uhr/Sky) kann der Trainer des FC Schalke 04 die wichtige Nachricht verkünden, dass Leon Goretzka wieder fit ist. „Leon trainiert wieder“, sagt Weinzierl erleichtert. An Goretzka, der sich beim Europa-League-Aus gegen Ajax Amsterdam (3:2 nach Verlängerung) trotz ausgerenkten Kiefers in die zweite Halbzeit quälte und dem sogar die Schalker Führung erzielte, hängt bei den Königsblauen vieles.

Er ist das Herzstück im Mittelfeld, er zählt nicht nur zu den spielintelligentesten Schalkern, sondern auch zu den wenigen Kräften, die über Monate mit weitgehend konstanten Leistungen zu überzeugen wussten. Mit Goretzka wollen die Schalker im Saison-Endspurt doch noch das scheinbar Unmögliche möglich machen. Von Platz elf in die Europa League-Qualifikation – dafür müsste allerdings eine Siegesserie her. Die nächsten beiden Aufgaben in Leverkusen und anschließend in Freiburg sind entscheidend für Schalke. Hält die Auswärtsschwäche an, können die Königsblauen Europa abhaken.

Wir werden die Planungen so schnell vorantreiben, dass unser Trainer nahezu eine komplette Mannschaft zum Trainingsstart begrüßen kann.
Christian Heidel

Die Planungen für die Saison 2017/2018 würde ein Abschneiden im tristen Liga-Mittelmaß nicht gerade vereinfachen. Der 22-jährige Leon Goretzka, der genau wie dessen ebenso junger Kollege Max Meyer (21) noch bis Juni nächsten Jahres unter Vertrag steht, soll der künftige Mittelfeld-Leitwolf werden. Je besser Sportvorstand Christian Heidel den Kader aufstellt, desto größer ist die Chance, dass Goretzka an der ihm zugedachten Rolle Gefallen findet und seinen Kontrakt vorzeitig ausdehnt.

Heidel will die Neuausrichtung des Kaders zügig vornehmen. „Wir werden die Planungen so schnell vorantreiben, dass unser Trainer nahezu eine komplette Mannschaft zum Trainingsstart begrüßen kann.“ Heidel versichert: „Die Personalie Goretzka hat nichts mit der neuen Saison zu tun. Unsere Planungen bewegen sich davon losgelöst.“

Goretzka schaut genau hin
Aber auch wieder nicht. Schließlich wird Leon Goretzka genau beobachten, was sich personell auf Schalke tut. Für ihn besitzt die kommende Spielzeit nicht nur aus Vereins-Sicht enormen Stellenwert. Die Weltmeisterschaft in Russland ist für den ambitionierten Mittelfeld-Allrounder das große Ziel. Goretzka, der zuletzt noch in der U 21 dabei war, wird auf lange Sicht aus der A-Nationalmannschaft nicht mehr wegzudenken sein. Je stärker der Schalker Kader besetzt ist, desto besser kann sich der frühere Bochumer für das große Turnier in Stellung bringen.

Eine ähnliche Situation wie im vergangenen Sommer, als die Schalker nach dem späten Verkauf von Jungstar Leroy Sané zu Manchester City erst spät auf dem Transfermarkt Fahrt aufnahmen, soll in diesem Sommer ausgeschlossen werden. „Es war ja bei Nabil Bentaleb so, dass er beim ersten Spiel in Frankfurt aufgelaufen ist und seine Mitspieler noch gesiezt hat“, sagt Heidel mit einem Schmunzeln. Beim neuen Schalke soll sofort alles passen und das Improvisieren der Vergangenheit angehören.

Die Tempo-Frage
Heidel kämpft aktuell an mehreren Fronten. Zum einen gibt es Fälle wie Eric Maxim Choupo-Moting, dessen Vertrag ausläuft. Ergibt im Hinblick auf die Kniebeschwerden eine Fortsetzung der Zusammenarbeit Sinn? Zum anderen muss frisches Blut in die Mannschaft. „Es gibt die eine oder andere ungeklärte Personalie, aber das ist teilweise auch gewollt“, sagt der Kaderplaner. „Schließlich gibt es keine Gesetzmäßigkeiten, dass vier Spiele vor Saisonende schon alles geklärt sein muss.“

Im Hintergrund bastelt Heidel mit Direktor Sport Axel Schuster an Neuzugängen. Das Anforderungsprofil beinhaltet einen wichtigen Aspekt: Schnelligkeit. Heidel: „Wir müssen im Sommer darauf achten, dass die Spieler, die zu uns kommen, ein gutes Tempo mitbringen. Als wir kürzlich zuhause gegen Borussia Dortmund gespielt haben, war einer der Unterschiede das Tempo.“ Künftig soll das anders aussehen.

Autor: Thomas Tartemann

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