Am Freitag trifft der VfL Bochum auf den Tabellenfünften Dynamo Dresden.  Der Aufsteiger aus Sachsen spielt eine starke Saison. Reviersport stellt den kommenden Gegner des VfL vor.

VfL-Gegner Dresden

Der Mythos Dynamo

Timotheus Eimert
27. April 2017, 09:07 Uhr
Foto: GETTY-Images

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Am Freitag trifft der VfL Bochum auf den Tabellenfünften Dynamo Dresden. Der Aufsteiger aus Sachsen spielt eine starke Saison. Reviersport stellt den kommenden Gegner des VfL vor.

„Kathedrale des Ostfußballs“, „Die Legende aus Elbflorenz“ oder „Mythos Dynamo“ bezeichnen die Sachsen stolz ihre Dresdner Sportgemeinschaft Dynamo. In der DDR gewann der Verein alles, was es zu gewinnen gab. Derzeit spielt er als Aufsteiger eine herausragende Zweitligasaison.

Dennoch liegen die ganz großen Zeiten von Dynamo lange zurück. Die 70er Jahre sind ohne Frage die besten in Dynamos Vereinsgeschichte. In dieser Zeit wurde der Verein aus der sächsischen Landeshauptstadt mit gepflegtem Kurzpassspiel fünfmal DDR-Meister, gewann dazu zweimal den FDGB-Pokal, den Pokalwettbewerb der DDR. International spielte Dynamo unter anderem gegen Mannschaften wie Bayern München, Leeds United, Ajax Amsterdam und Juventus Turin. Herausragende Spieler damals waren Hans-Jürgen Kreische, Reinhard Häfner, Hartmut Schade, Klaus Sammer, der Vater von Matthias Sammer, und Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner, der nach der Wende unter anderem Werder Bremen in der Bundesliga trainierte. Sie begründeten auch den „Mythos Dynamo“, der bis heute anhält.

Tradition wird bei dem Klub von der Elbe großgeschrieben. Am 29. Spieltag feierte man bei dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf den ersten Dresdner Traditionstag und ehrte dabei seine Ehrenspielführer mit einer Hall of Fame. Wie im Eishockey hängen überdimensionale Poster von verdienten Spielern und Trainern nun unter dem Stadiondach von Dynamo Dresden – einmalig im deutschen Fußball.

Einmalig sind mit Sicherheit auch die Fans der Schwarz-Gelben. Mit über 20.000 Mitgliedern ist Dynamo der mitgliederstärkste Sportverein in den neuen Bundesländern und gehört damit zu den 20 größten Sportklubs bundesweit. Immer wieder beindrucken sie mit einzigartigen Choreographien, wie letztes Jahr vor dem Drittligaspiel gegen Magdeburg. Die Anhänger präsentierten damals eine 35 Meter hohe und 350 Meter lange Blockfahne. Es ist damit die größte Blockfahne Europas. Leider zeigen sich einige Anhänger auch immer wieder von ihrer unschönen Seite und schaden damit ihrem Verein.

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Dass Tradition allein aber keine Tore schießt, musste der Klub besonders nach der Wende spüren. Spielte man anfangs noch fünf Jahre lang in der Bundesliga, musste Dynamo 1995 aufgrund von 10 Mio. DM Schulden den Zwangsabstieg in die drittklassige Regionalliga hinnehmen. Von diesem Tiefschlag erholten sich die Dresdner lange nicht. Erst 2004 gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Nach zwei Abstiegen und zwei Aufstiegen ist Dynamo seit dieser Saison wieder in Liga zwei angekommen und hat sich im ersten Jahr gut gehalten. Platz fünf hat die Mannschaft von Uwe Neuhaus derzeit inne. Lange schnupperte der Aufsteiger sogar am direkten Durchmarsch in die Bundesliga. Elf Punkte trennt die Neuhaus-Elf aber mittlerweile wieder vom Relegationsplatz. Nach zuletzt drei sieglosen Spielen will Dynamo am Freitag gegen den VfL wieder punkten. Der 57-Jährige Neuhaus schätzt den VfL wie folgt ein: "Ich gehe davon aus, dass die Bochumer versuchen werden ihr Heimspiel zu gewinnen und sich damit aller Sorgen bezüglich Abstieg zu entledigen."

Autor: Timotheus Eimert

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