Heute spielt der BVB in München - der Sieger steht im Pokalfinale. Sokratis sieht nur eine Chance,

Sokratis nach Anschlag

"Es ist nichts mehr so wie vorher"

Andreas Berten
26. April 2017, 09:02 Uhr
Foto: firo

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Heute spielt der BVB in München - der Sieger steht im Pokalfinale. Sokratis sieht nur eine Chance, "wenn wir unser allerbestes Niveau erreichen“.

Nachdem sich Eintracht Frankfurt bereits für das Endspiel am 27. Mai qualifiziert hat, geht die breite Masse der Fußball-Fans davon aus, dass der Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem FC Bayern München und Borussia Dortmund am Mittwochabend (20.45 Uhr/ARD und Sky) in Berlin auch den DFB-Pokal gewinnen wird. Geht es nach BVB-Verteidiger Sokratis, würde er nur zu gerne in gut einem Monat den Pokal in den Händen halten. Allzu optimistisch ist er allerdings nicht, einen Titel mit dem BVB zu holen: „Ich hoffe, dass dieser Moment kommt, in dem wir genau das schaffen – am besten schon bald“, sagt Sokratis im Interview mit der Sportbild, „aber ich bin ganz ehrlich: Mit der jetzigen Altersstruktur ist es in dieser Saison natürlich verdammt schwer, Titel zu gewinnen.“

Die Bayern bleiben für den Griechen im Duell der beiden im Viertelfinale der Champions League ausgeschiedenen Europapokalteilnehmer der Favorit: „Wir müssen unser allerbestes Niveau erreichen, um überhaupt eine Chance zu haben. Bayern will immer alles gewinnen, und ein Titel ist nun mal schon weg – das macht die Sache sicher nicht leichter.“ Sokratis hat die Hoffnung für die Zukunft aber noch nicht aufgegeben: „Wenn wir so zusammenbleiben, sieht es in den nächsten Jahren aber vielleicht anders aus.“

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Dazu müsse der Verein den ganzen jungen Talenten allerdings noch den ein oder anderen Führungsspieler zur Seite stellen. „Man kann nicht die ganze Verantwortung auf diese Talente übertragen, die erst 18, 19 Jahre alt sind.“ Wenn es auf dem Platz knifflig werde, hätten noch in der vergangenen Saison Spieler wie Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan die Ärmel hochgekrempelt und die Mitspieler geführt. Der Verlust der drei Stars habe jedoch nicht dazu geführt, dass von den Schwarz-Gelben weniger erwartet würde: „Wir haben einen großen Umbruch hinter uns, dennoch sind die Erwartungen von außen riesig. Ich empfinde das teilweise als nicht gerecht. Wir sind schließlich mitten in einer Entwicklung.“ Ein Titel könnte diese natürlich positiv beeinflussen. Sokratis will im Falle eines erneuten Elfmeterschießens anders als 2016, als er vom Punkt verschoss, nicht antreten: „Nein, das ist nichts fürs mich. Dafür haben wir andere.“

Der 28-Jährige äußerte sich zudem zu den Nachwirkungen des Sprengstoffanschlags, der vor zwei Wochen vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen AS Monaco auf Borussia Dortmund verübt wurde. „Es waren definitiv die schlimmsten Tage meiner Karriere – dennoch gilt es, langsam wieder nach vorne zu schauen“, erzählt Sokratis. „Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, wann ich davor das letzte Mal geweint habe – vielleicht bei der Geburt meiner Kinder.“

Es sei schwierig, das Erlebte zu verarbeiten: „Natürlich bin ich zufrieden, dass der mutmaßliche Täter gefasst wurde. Aber ganz ehrlich: An dem, was passiert ist, ändert es nichts. Es ist nichts mehr so wie vorher, diese Momente bleiben im Kopf. Ich denke, das geht jedem so.“ Deshalb habe er auch immer noch ein mulmiges Gefühl: „Ich habe zwar keine Angst – zumindest nicht um mich, aber um meine Familie. Man macht sich immer Sorgen, aber seit diesem Tag sind die Sorgen größer geworden, auch wenn ich weiß, dass wir in Deutschland eigentlich sehr sicher sind.“

Autor: Andreas Berten

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