Rot-Weiß Oberhausen reitet in der Regionalliga West auf einer Erfolgswelle. RS hat mit Raphael Steinmetz über den RWO-Lauf, den MSV-Kracher und seine Zukunft gesprochen.

Raphael Steinmetz

"Bei RWO wächst etwas zusammen"

Martin Herms
24. April 2017, 18:29 Uhr
Foto: Micha Korb

Foto: Micha Korb

Rot-Weiß Oberhausen reitet in der Regionalliga West auf einer Erfolgswelle. RS hat mit Raphael Steinmetz über den RWO-Lauf, den MSV-Kracher und seine Zukunft gesprochen.

Es war ein ungewöhnliches Gefühl für Raphael Steinmetz (22). Erst zum zweiten Mal in dieser Saison stand der Stürmer von Rot-Weiß Oberhausen am Sonntag beim 2:0-Heimsieg gegen den Wuppertaler SV über 90 Minuten auf dem Platz. Der RWO-Fanliebling kam in dieser Saison zumeist nicht über die Rolle des Jokers hinaus. 17 Mal wurde Steinmetz eingewechselt. Immerhin gelangen ihm sechs Treffer. Sein Vertrag läuft nach seiner dritten Saison im Trikot der Kleeblätter im Sommer aus. Im RS-Interview erklärt Steinmetz, wie es für ihn weitergehen wird.

Raphael Steinmetz, Ihre Mannschaft hat einen Lauf. Zwölf der letzten 15 Partien wurden gewonnen, nur eine verloren. Wie ist diese Erfolgsgeschichte zu erklären?
Wir haben eine gute Mannschaft. Der Saisonstart war natürlich sehr schlecht. Diesen Rucksack tragen wir immer noch vor uns her. Aber seit dem fünften Spiel haben wir einen überragenden Punkteschnitt. In der Truppe stimmt es und in allen Mannschaftsteilen besitzen wir ausreichend Qualität. Hinzu kommt, dass unser Trainer Mike Terranova die richtigen Worte findet. Er spricht viel mit den Spielern. Ich denke, das hilft uns weiter.

Wie bewerten Sie Ihre eigene Entwicklung bei RWO?
Ich hatte eine Saison mit Höhen und Tiefen. Zunächst habe ich unter Andreas Zimmermann gespielt. Als Mike Terranova übernahm, saß ich während der Hinrunde regelmäßig auf der Bank. Das war frustrierend für mich. Vielleicht habe ich mich in der Anfangsphase etwas hängen lassen. Kurz vor der Winterpause habe ich darum gebeten, in der zweiten Mannschaft spielen zu dürfen, um Praxis zu erhalten. In den Spielen bei der U23 lief es gut für mich. Das war sehr positiv. Ich denke, dass der Trainer gesehen hat, dass ich dort Gas gegeben habe. Er hat gesehen, dass ich unbedingt will. Deshalb spiele ich nun in der Rückrunde häufiger.

Aber dennoch laufen Sie nicht regelmäßig von Beginn an auf. Das kann doch nicht Ihr Anspruch sein, oder?
Natürlich bin ich nicht glücklich, wenn ich auf der Bank sitze. Aber ich weiß auch, dass wir in der Offensive sehr gut besetzt sind. Das ist auch eine unserer Stärken. Unsere Einwechselspieler machen oft den Unterschied aus, weil sie häufig treffen. In der Breite sind wir sehr gut aufgestellt. Das war in meinen ersten beiden Jahren hier in Oberhausen nicht so. Daher kann ich mit der Situation umgehen.

Ihr Vertrag läuft nach dieser Saison aus. Werden Sie auch künftig für Ihren Herzensklub spielen?
Jeder weiß, wie ich zu RWO stehe und wie ich mich dabei fühle, für diesen Verein zu spielen. Ich bin nicht abgeneigt, bei RWO zu bleiben. Wir werden demnächst noch einige Gespräche führen, dann sehen wir weiter.

Nicht nur Ihr Vertrag läuft im Sommer aus. Auch mit anderen Leistungsträgern muss neu verhandelt werden. Wie ist der Stand der Dinge bei der Mannschaft?
Wie es bei den anderen aussieht, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass wir eine starke Truppe haben. Es wäre schön, wenn sie zusammenbleibt. Sollte das möglich sein, können wir wieder angreifen.

Hat RWO die Möglichkeiten, um erneut oben anzugreifen?
Davon bin ich überzeugt. Die Mannschaft dazu haben wir. Sie muss nur so zusammenbleiben. Jannik Löhden ist unser erster Neuzugang. Das ist eine Bomben-Verpflichtung. Es war immer sehr unangenehm, gegen ihn zu spielen. Grundsätzlich denke ich, dass der Verein auf einem guten Weg ist. Bei RWO wächst etwas zusammen. Der Verein will hoch. In Mike Terranova und Jörn Nowak haben wir zwei motivierte Führungspersonen. Das stimmt mich positiv.

Auf den Rängen ist von dieser Euphorie nicht viel zu spüren. Nur selten kamen mehr als 2000 Zuschauer. Und das, obwohl die Mannschaft so erfolgreich spielt. Sie sind ein Junge aus der Kurve. Vermissen Sie die Unterstützung?
Ich sehe das etwas anders. Natürlich haben wir nicht so viele Fans wie RWE. Aber gemessen an der Größe der Stadt ist das nicht so schlecht. Seit 'Terra' da ist, ist die Unterstützung meiner Meinung nach sehr gut. Die Fans peitschen uns nach vorne und stehen voll hinter der Mannschaft. Das war in jedem Heimspiel zu spüren.

Ein Highlight wartet in dieser Saison noch, das Pokalspiel gegen den MSV Duisburg. Packt RWO die Überraschung?
Das hoffe ich. Ich halte mich aber dieses Mal mit meinen Kampfaussagen zurück. Klar ist, dass wir voll angreifen und ein Feuerwerk abbrennen wollen. Wenn es reichen sollte, wäre das für uns alle natürlich großartig. Dann hätten wir die Möglichkeit, eine Final-Rechnung mit RWE zu begleichen.

Autor: Martin Herms

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