Das Regionalligaspiel zwischen der U23 des BVB und Rot Weiss Ahlen (1:1) nahm erst nach den 90 Minuten so richtig Fahrt auf.

Ahlen

"Wichser" - Albayrak soll BVB-Manager beleidigt haben

Stefan Bunse
22. April 2017, 20:11 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Das Regionalligaspiel zwischen der U23 des BVB und Rot Weiss Ahlen (1:1) nahm erst nach den 90 Minuten so richtig Fahrt auf.

Dortmunds Teammanager Ingo Preuß attackierte Schiedsrichter David-Markus Koj und wurde daraufhin von Ahlens Trainer Erhan Albayrak als „Wichser“ tituliert. Das Ergebnis: Tumulte und eine Pressekonferenz, die ohne den Ahlener Coach stattfand. Wir haben anschließend mit beiden Beteiligten gesprochen:

Ingo Preuß, was ist vorgefallen?
Der junge Mann aus Ahlen hat mich nach dem Spiel auf unterster Sohle beleidigt und dann haben die Offiziellen von Ahlen entschieden, dass er der Pressekonferenz besser fernbleibt. Sein Verhalten war peinlich genug.

Daraufhin meinte der Trainer von Ahlen auf mich zugehen zu müssen und mir aus fünf Zentimetern Entfernung zu sagen, was ich eigentlich wolle, ich alter Wichser
Ingo Preuß, BVB-Teammanager

Was war der Auslöser?
Ich habe den Schiedsrichtern zu einer nicht gerade genialen Leistung gratuliert. Das mache ich eigentlich sonst nicht. Aber das war insgesamt nicht regionalligatauglich von ihm. Da waren keine spielentscheidenden Szenen, aber es waren viele einzelnen Entscheidungen nicht in Ordnung. Es hätte aus meiner Sicht mindestens acht Minuten nachgespielt werden müssen. Das ist nicht passiert. Es gab Verletzungen, Zeitspiel. Da muss man dann auch mal die Traute haben, das Spiel länger laufen zu lassen. Ich hätte gerne gewonnen heute, das ist aber auch alles. Deswegen muss man das sportlich sehen.

Wie haben Sie es ihm gesagt?
Ich habe schon deutlich gesagt, dass ich die Leistung so nicht akzeptieren kann. Ich habe ihm die Hand gegeben, aber das war nicht freundlich. Aber es war auch nicht ausfallend.

Was folgte dann?
Daraufhin meinte der Trainer von Ahlen auf mich zugehen zu müssen und mir aus fünf Zentimetern Entfernung zu sagen, was ich eigentlich wolle, ich alter Wichser. Daraufhin bin ich zu den Ahlenern gegangen und habe gesagt, wenn ich es verhindern kann, dann möchte ich es verhindern, dass er zur Pressekonferenz kommt. Das haben die Ahlener dann so gedreht, dass sie ihm erklärt haben, besser auf die Pressekonferenz zu verzichten.

Gab es Zeugen?
Die Beleidigung haben mindestens 20 Leute gehört. Das war auch der Auslöser für den Tumult nachher. Ich bin ja hier nicht so ein kleiner Esel, mit dem er umspringen kann, wie er möchte. Das geht nicht. Das ist eine Unverschämtheit. Außerdem kenne ich seinen Co-Trainer ganz gut, der hat früher bei mir gespielt. Aber so kann man sich einfach nicht benehmen. Das tut mir leid, das ist unterste Sohle. Dafür habe ich kein Verständnis. Die Leute, die mich kennen, wissen, dass es nicht meine Art ist, Tumulte anzuzetteln. Aber wie aus dem Nichts kommt er auf mich zu. Ich habe im ganzen Leben mit dem Mann noch nie einen Satz gewechselt. Ich kenne den gar nicht. Wenn sich ein Verantwortlicher nicht benehmen kann, dann hat er im Sport aus meiner Sicht nichts zu suchen.

Erhan Albayrak, was sagen Sie zu den Vorwürfen?
Ich kenne die Person gar nicht. Mir geht es darum, dass Borussia Dortmund schon während des Spiels permanent den Schiedsrichter beleidigt hat. Der Schiedsrichter kann nichts dafür - wir auch nicht – dass Borussia Dortmund nicht aufgestiegen ist. Und nach dem Spiel ging es weiter. Das war schon persönlich. Und dann habe ich mal meine Meinung an dem alten Mann losgelassen. So ist das Fußballgeschäft. Die sollen mal zu uns kommen und schauen, wie oft wir schon benachteiligt wurden. Deshalb nehmen wir den Laden auch nicht auseinander.

Aber die Beleidigung ist so gefallen?
Was heißt hier Beleidigung? Wir haben uns angegiftet, das war es.

Haben Sie ihn Wichser genannt?
Hier sollte man nicht in die Materie reingehen, wer zu wem was gesagt hat. Dann gibt es überall Mord und Totschlag. Rot Weiss Ahlen ist nicht der Sündenbock dafür, dass Borussia Dortmund nicht aufgestiegen ist.

Autor: Stefan Bunse

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