Nach einem 4:6 bei den Tilburg Trappers ist die Oberliga-Saison 2016/2017 für die ESC Wohnbau Moskitos Essen beendet.

Moskitos

Das Essener Eishockey-Märchen ist vorbei

17. April 2017, 17:50 Uhr
Foto: Michael Gohl

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Nach einem 4:6 bei den Tilburg Trappers ist die Oberliga-Saison 2016/2017 für die ESC Wohnbau Moskitos Essen beendet.

Die „Best of five“-Serie geht mit 3:1 an den amtierenden Meister – und das am Ende auch verdient. In den Spielen eins, drei und vier präsentierten sich die Niederländer insgesamt einen Ticken effektiver, auch aufgrund der völlig unterschiedlichen Altersstruktur der Teams ein wenig abgeklärter. Zudem ließen die Stechmücken zumindest in den beiden Heimspielen die notwendige Zielsicherheit vermissen. Elf Treffern in Tilburg stehen nur deren zwei am Westbahnhof gegenüber. Trotzdem war Essen für den Champion ein knallharter Prüfstein auf dem Weg zur Titelverteidigung – entsprechend applaudierten die Trappers-Fans den geknickten Gästespielern nach Spielende lautstark.

Am Ostermontag entwickelte sich vor den 2550 Zuschauern im ausverkauften Ijssportcentrum ein erstaunlich tor- und abwechslungsreiches Spiel, in welchem die Torhüter Martijn Oosterwijk und Sebastian Staudt nicht immer den sichersten Eindruck machten. Wenig verwunderlich, dass Führung und Momentum mehrfach wechselten. Die entscheidende Szene ereignete sich drei Minuten vor dem Ende, als der überragende Mitch Bruijsten ESC-Goalie Staudt einen Abpraller zum 5:3 durch die Schoner schob. Robin Slanina konnte die Gäste 115 Sekunden vor der Schlusssirene zwar noch einmal auf ein Tor heranbringen, ein weiteres Tor von Bruijsten – diesmal ein Empty-Net – besiegelte 59 Sekunden vor Schluss den zweiten Tilburger Finaleinzug im zweiten Oberliga-Jahr. Dort trifft der amtierende Meister nun auf den EC Bad Tölz.

Eine Menge Arbeit in Sachen Vertragsverlängerungen

Viel Grund zum Trauern besteht bei den Moskitos allerdings nicht. Zu überraschend gut war die Saison, die der ESC sogar als „Nummer eins im Pott“ vor den vorab ausgeschiedenen Füchsen Duisburg und Vorrunden-Meister Herner EV beendet. Die durchweg starken Zuschauerzahlen in den Playoffs dürften einen warmen, zu Saisonbeginn so nicht kalkulierten Geldregen in die traditionell klamme Vereinskasse gespült haben, das Gros des blutjungen Kaders hat sein Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

Offen bleibt nur die Frage, wieviele Spieler Trainer Frank Gentges von einem Verbleib am Westbahnhof überzeugen kann. Mit Torwart Staudt und Shootingstar Julian Lautenschlager stehen erste Eckpfeiler für die Spielzeit 2017/18 fest. Doch einige Akteure dürften sich mit herausragenden Leistungen in die Notizblöcke der Konkurrenz gespielt haben.

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