Mit Kampfgeist und Nervenstärke haben Deutschlands Basketballer das drohende EM-Aus verhindert und sich den Einzug ins Viertelfinale erkämpft. Zwei Tage nach dem 47:77-Debakel gegen Slowenien nutzte der Vizeeuropameister im Zwischenrunden-

Basketball-EM: Deutschland kämpft sich ins Viertelfinale

Spielerisch schwach, kämpferisch stark

bbi1
12. September 2007, 18:14 Uhr

Mit Kampfgeist und Nervenstärke haben Deutschlands Basketballer das drohende EM-Aus verhindert und sich den Einzug ins Viertelfinale erkämpft. Zwei Tage nach dem 47:77-Debakel gegen Slowenien nutzte der Vizeeuropameister im Zwischenrunden-"Endspiel" mit einem 67:58 (27:27) über Angstgegner Italien seine letzte Chance auf den Verbleib im Turnier und das angestrebte Olympia-Ticket.

Gegner in der Runde der letzten Acht ist am Donnerstag (21.30 Uhr) Weltmeister Spanien als Tabellenerster der Parallelgruppe E. Gegen den EM-Gastgeber verlor die Mannschaft von Bundestrainer Dirk Bauermann zwei Testspiele im Vorfeld des Turniers (61:77 und 56:72), zog jedoch vor zwei Jahren durch einen spektakulären 74:73-Erfolg durch einen Korb von NBA-Superstar Dirk Nowitzki drei Sekunden vor dem Ende ins Finale von Belgrad ein.

Mit dem Bewusstsein um die Tragweite und Bedeutung der letzten Zwischenrunden-Partie begann die DBB-Auswahl vor 7000 Zuschauern hochkonzentriert und zeigte sich in der Defensive wesentlich aggressiver und effektiver als in den Spielen zuvor. In der Offensive fehlte jedoch das Wurfglück, um sich schon frühzeitig abzusetzen. Die ersten Punkte für Nowitzki wurden in der zehnten Minute notiert, bevor die deutsche Auswahl mit 12:18 in Rückstand geriet.

Der Siegeswillen der DBB-"Riesen" war in jeder Aktion zu spüren. Als sie in der Verteidigung vier Minuten keinen Korb der Italiener zuließen, gelang der 19:19-Ausgleich. In dieser Phase setzten besonders Bankspieler wie Jan-Hendrik Jagla mit sechs Rebounds Akzente. Probleme mit Blick auf den Ausgang des Spiels deuteten sich bis zur Halbzeit lediglich im Angriff (29 Prozent Wurfquote) an, weil Nowitzki stets in Doppeldeckung genommen wurde.

Die Spezialbehandlung für den NBA-"MVP" schaffte Freiräume, die jedoch die Teamkollegen zu wenig nutzten. Bei konstant niedriger Trefferquote konnten sich die deutschen Korbjäger den bis dahin deutlichsten Vorsprung der Begegnung am Ende des dritten Viertels mit 46:37 erspielen. Auf acht Zähler erhöhte sich der Vorsprung bis zur 32. Minute (48:40). Die Vorentscheidung fiel zwei Minuten vor dem Ende, als Johannes Herber einen "Dreier" zum 57:52 versenkte. Bester Werfer des DBB-Teams, das sich mannschaftlich geschlossen präsentierte, waren Herber und Nowitzki (je 15 Punkte). Italien hatte in NBA-Profi Marco Belinelli (25 Punkte/Golden State Warriors) seinen erfolgreichsten Schützen.

Autor: bbi1

Kommentieren