Die Hymne der Champions League ist eine Art Heiligtum bei Fußball-Profis.

BVB verliert gegen Monaco

Das Unglück trug Schwarz und Gelb

Daniel Berg
12. April 2017, 20:38 Uhr
Foto: firo

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Die Hymne der Champions League ist eine Art Heiligtum bei Fußball-Profis.

Sie kündet von großen Abenden, von großen Aufgaben. Diese war zu groß für Borussia Dortmund. Mit 2:3 (0:2) verlor die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen die AS Monaco. Jenes Spiel, das neu angesetzt werden musste, weil am Tag zuvor ein Bombenattentat auf den BVB-Mannschaftsbus eine Austragung der Partie verhindert hatte. Bei der Attacke hatte sich Innenverteidiger Marc Bartra einen Armbruch zugezogen. Nach erfolgreicher Operation schaute er im Krankenhaus am Fernseher zu, wie seine Kollegen mit dem Gegner rangen - und mit den Geschehnissen des Vortages. Indiz dafür: Als die Hymne der Königsklasse in den Minuten vor dem Anpfiff ertönte, standen da Männer in Schwarz und Gelb mit leeren Blicken. Roman Bürki, der Torwart, der neben Bartra im Bus gesessen hatte, schien die Tränen in den Augen stehen zu haben.

In all diesem Gefühlsdurcheinander stand dennoch ein Fußballspiel an, ein wichtiges, wenn davon bei all den Ereignissen die Rede sein darf. Sven Bender kehrte nach langer Verletzungspause zurück in die Mannschaft und ersetzte Bartra in der Innenverteidigung. Doch gerade in der ersten Halbzeit war den Dortmundern anzumerken, dass die vergangenen 24 Stunden Eindruck hinterlassen hatten. Zu Hause spielt die Borussia für gewöhnlich mutig und frei nach vorn. Das gelang nicht oft. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang schoss nach einem Pass von Lukasz Piszczek über das Tor (11. Minute).

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Doch kurz danach kippte die Partie auf die Seite der Gäste. Bei einem Konter foulte Sokratis den Stürmer Kylian Mbappé im Strafraum, doch Fabinho setzte den folgenden Elfmeter neben das Tor (16.). Doch die Freude darüber währe nicht lang, weil drei Minuten später Mbappé zur Stelle war. Eine halbhohe Hereingabe beförderte er fast versehentlich mit dem Oberschenkel über die Linie. Was den Dortmunder Unmut noch erhöhte: Der 18-Jährige stand bei der Aktion recht deutlich im Abseits. Und direkt nach der zweiten Dortmunder Chance, als Shinji Kagawa einen Pass von Matthias Ginter neben das Tor grätschte (31.), erhöhte die AS. Sven Bender, der Bartra-Vertreter, köpfte eine Flanke aus fünf Metern ins eigene Tor (35.). Das Unglück trug Schwarz und Gelb.

Doch in der zweiten Halbzeit steigerten sich die Borussen enorm. Erst setzte Ousmane Dembélé einen Freistoß aus 18 Metern knapp neben das Tor (47.), dann wurde sein nächster Versuch im Strafraum in letzter Sekunde abgeblockt (53.). Sein dritter Schuss landete aber dann im Tor, weil es ihm Aubameyang und Kagawa in der Vorbereitung leicht machten. Dembélé schob den Ball aus fünf Metern ins leere Tor (57.).

Doch die Hypothek aus der ersten Halbzeit erwies sich als zu hoch. Schon eine Viertelstunde vor dem Ende musste Radamel Falcao den dritten Treffer erzielen, doch er schoss - nachdem er Bürki umspielt hatte - über das Tor (76.). Drei Minuten später machte es Kylian Mbappé besser. Nach einem Fehlpass Piszczeks lief er allein auf das Dortmunder Tor zu, verwandelte kühl uns sehenswert. Immerhin: Ein weiteres Mal meldete sich der BVB zurück. Kagawa schloss nach feinem Solo erfolgreich ab und traf zum 2:3 (84.). Aubameyang köpfte den möglichen Ausgleich in der Nachspielzeit noch über das Tor.

So blieb es ein Ergebnis, das vor dem Rückspiel in einer Woche nur noch minimale Chancen auf ein Weiterkommen lässt.

Autor: Daniel Berg

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