Die rund 3000 Fans, die den VfL Bochum nach Heidenheim begleitet hatten, trauten so recht ihren Ohren nicht,

VfL

Eisfeld neuer Hoffnungsträger im brisanten Saisonfinale

14. April 2017, 09:07 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Die rund 3000 Fans, die den VfL Bochum nach Heidenheim begleitet hatten, trauten so recht ihren Ohren nicht,

Der Stadionsprecher hatte vor dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit verkündet, dass für Peniel Mlapa nun Thomas Eisfeld spielen würde. Quasi über Nacht hatte sich Trainer Gertjan Verbeek entschieden, Bochums Nummer 10 trotz Trainingsrückstand nach langer Verletzungspause (über sechs Monate) in den Kader zu nehmen. Und Eisfeld zeigte schnell, wie wertvoll er im Zweitligaendspurt für sein Team noch sein kann.

Rückblick: Am 24. Oktober bekam Bochums offensiver Mittelfeldspieler in Kaiserslautern einen Schlag auf das rechte Knie. Am 7. November wurde er dann von Dr. Boenisch in Augsburg operiert. Zwar dauerte der Eingriff nur 20 Minuten, doch es war schon eine schwere Verletzung, die zunächst signalisierte, dass für ihn wohl die Saison gelaufen sei. Doch akribisch, fast ein wenig besessen, schuftete er für sein Comeback. Er verzichtete auf einen Winterurlaub und setzte stattdessen kontinuierlich seine Reha fort. Anfang Februar schon strotzte er vor Optimismus und erklärte gegenüber RS: „Ich glaube daran, dass ich vielleicht Anfang April mein Comeback feiern kann.“

[person_box=5777][/person_box]

Der Ausspruch liegt jetzt zwei Monate zurück – ein Mann, ein Wort. Auch wenn er eingesteht: „Was mir jetzt nach so einer langen Zeit fehlt, ist natürlich die Spritzigkeit. Aber daran arbeite ich täglich.“
Nach dem trainingsfreien Montag konnte Eisfeld den Trainingsstart regelrecht genießen: „Ich habe die 45 Minuten gut verkraftet, habe keine Beschwerden. Mir geht es gut.“ Und dann verriet er: „Ich war selbst überrascht, dass ich für den Kader nominiert wurde. Insgeheim habe ich auch darauf gehofft, ein paar Minuten spielen zu dürfen. Dass es dann 45 Minuten wurde, damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Ich bin froh und glücklich, dass es mehr geworden sind. Jede Minute Einsatzzeit hilft mir derzeit, so schnell wie möglich, wieder Anschluss an alte Stärken zu finden.“

Ob er nun am Samstag den nächsten Schritt machen wird, entscheidet der Trainer. Doch zum 18er Kader wird Eisfeld erneut gehören, was viele seiner Mannschaftskameraden erfreut. Einheitlicher Tenor im Mannschaftskreis: „Seine Ruhe am Ball tut uns gut“. Eisfeld: „Über so viel Kollegialität freue ich mich. Überhaupt haben mir die Mannschaftskameraden in der schweren Zeit der Verletzung sehr geholfen. Dabei war Patrick Fabian für mich immer ein Vorbild, der sich auch nach der vierten Kreuzband-OP zurückgekämpft hat.“

Dass Eisfeld nun plötzlich sogar zu einer wichtigen Stütze im möglichen Abstiegskampf sein könnte, verdrängt er: „Natürlich haben die letzten Ergebnisse der Konkurrenz den Abstand nach unten schrumpfen lassen. Es sind nur noch vier Zähler, das werden wir nicht unterschätzen, aber wenn wir so geschlossen wie in Heidenheim auftreten, werden wir die nötigen Punkte holen. Bis einschließlich Platz sieben sind ja noch viele weitere Klubs in argen Nöten. Ich bin davon überzeugt, dass wir am Ende nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Es ist ja auch nicht so, dass wir nicht punkten. Von den letzten acht Spielen haben wir nur eins verloren.“

Der Spielmacher sieht ein großes Plus für sein Team, wenn er auf den Spielplan schaut: „Wir haben im eigenen Stadion von 13 Partien nur eine verloren und die durch einen Elfmeter in der Nachspielzeit. Jetzt haben wir noch vier Heimspiele und bei der fantastischen Unterstützung unserer Fans werden wir da alles klarmachen.“

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren