Der wegen des Bombenanschlags auf den Bus von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund festgenommene  Verdächtige ist offenbar in Wuppertal verhaftet worden.

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Iraker in Wuppertal verhaftet, Verdächtiger aus Fröndenberg

sid
12. April 2017, 16:31 Uhr
Foto: firo

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Der wegen des Bombenanschlags auf den Bus von Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund festgenommene Verdächtige ist offenbar in Wuppertal verhaftet worden.

Informationen der Bild-Zeitung zufolge handelt es sich um einen 25 Jahre alten Iraker.

Der zweite Verdächtige soll demnach ein 28-jähriger Deutscher aus dem westfälischen Fröndenberg sein. Wie das Blatt am Mittwochnachmittag weiter berichtete, liegen der ermittelnden Bundesanwaltschaft Hinweise darauf vor, dass sich mindestens einer der beiden Männer am Dienstagabend im Tatzeitraum in der Nähe des Anschlagortes aufgehalten hat.

"Aufgrund der Tatmodalitäten ist von einem terroristischen Hintergrund auszugehen, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und erklärte die Übernahme des Falles durch die oberste deutsche Ermittlungsbehörde: "Ein islamistischer Hintergrund scheint möglich."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte das Attentat auf Dortmunds Mannschaft vor dem Champions-League-Spiel am Dienstagabend gegen AS Monaco schon zuvor scharf verurteilt. Die Regierungschefin sei "entsetzt" über die "widerwärtige Tat", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert nach einem Telefonat der Kanzlerin mit BVB-Chef Hans-Joachim Watzke.

Wie knapp Dortmunds Spieler am Dienstagabend womöglich einer blutigen Tragödie entgangen sind, ließ am Tag danach überhaupt erst die Verlautbarung der Bundesanwaltschaft erahnen: "Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Ein Metallstift hatte sich in die Kopfstütze eines Bussitzes gebohrt. Die Sprengsätze hatten eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern."

Die Sprecherin bestätigte den Fund "von drei textgleichen Bekennerschreiben am Anschlagsort". Darin wird von den mutmaßlichen Tätern der Rückzug der deutschen Tornados aus der Anti-Terror-Allianz gegen die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) und die Schließung des europäischen US-Luftwaffenhauptquartiers im pfälzischen Ramstein gefordert. Eine abschließende Bewertung der Authentizität der Schreiben, sagte die Sprecherin weiter, sei derzeit noch nicht möglich. Weitere Details der Schreiben wurden nicht genannt.

Recherchen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR jedoch hatten bereits vor den Äußerungen der Bundesanwaltschaft zusätzliche Einzelheiten ans Licht gebracht. Demnach soll das mutmaßliche Bekennerschreiben mit den Worten "Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen" beginnen.

Autor: sid

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