Rot-Weiß Oberhausen reitet in der Regionalliga West auf einer Erfolgswelle. Sechs Spiele in Serie hat RWO gewonnen. Das freut auch den neuen Sportlichen Leiter Jörn Nowak.

Keine Lizenz beantragt

Der neue RWO-Sportchef erklärt, warum

Martin Herms
11. April 2017, 15:39 Uhr
Foto: K O R B ! ! ! ! ! !

Foto: K O R B ! ! ! ! ! !

Rot-Weiß Oberhausen reitet in der Regionalliga West auf einer Erfolgswelle. Sechs Spiele in Serie hat RWO gewonnen. Das freut auch den neuen Sportlichen Leiter Jörn Nowak.

Seit einer Woche ist der Nachfolger des langjährigen Sportchefs Frank Kontny bei den Kleeblättern offiziell im Amt. Nowak (30) war insgesamt vier Jahre als Spieler bei den Oberhausenern aktiv. In der vergangenen Saison gehörte er noch der Mannschaft an, fand nach seinem zweiten Kreuzbandriss innerhalb von zwei Jahren allerdings nicht mehr in die Spur und beendete seine Karriere. Nun ist er zurück und übernimmt abseits des Platzes eine Führungsrolle. Ab sofort kümmert sich der ehemalige Innenverteidiger gemeinsam mit Trainer Mike Terranova um die Kaderplanung für die neue Saison. Im RevierSport-Interview hat Oberhausens neuer Sportlicher Leiter über seinen Arbeitsbeginn und die Ziele für die nahe Zukunft gesprochen.

Jörn Nowak, bei den Vertragsgesprächen auf der Oberhausener Geschäftsstelle sitzen Sie ab sofort auf der anderen Seite des Schreibtischs. Wie fühlt sich das an?
Es ist schon etwas ungewöhnlich, aber es ist auch ein gutes Gefühl. Ich freue mich sehr darauf. Es ist eine super Chance, die ich nutzen möchte. Ich werde mir hier den Arsch aufreißen und versuchen, das Vertrauen zu rechtfertigen.

Bewerten Sie es als Nachteil, dass Sie mit einigen Spielern lange zusammengespielt und somit eine enge Bindung haben?
Mir war von Anfang an klar, dass dies ein wichtiger Punkt ist. Die alten Freundschaften müssen jetzt ruhen, da wir nun auf einer anderen Ebene zusammenarbeiten. Damit kann ich aber leben.

Ihre Karriere mussten Sie verletzungsbedingt sehr früh beenden. Haben Sie diesen Rückschlag schon verdaut?
Ich hatte seit dem Sommer genug Zeit, um mich damit abzufinden. Das ist mir auch gelungen. Es ging einfach nicht mehr weiter. Die Schmerzen waren nicht mehr hinnehmbar. Aber nun wartet ein neuer Lebensabschnitt auf mich. Ich freue mich auf die neue Aufgabe in Oberhausen. Hier habe ich mich schon als Spieler vom ersten Moment an wohl gefühlt und tolle Leute kennengelernt.

Auf Sie wartet gleich zu Beginn sehr viel Arbeit. Die Verträge wichtiger Spieler laufen aus. Wie ist der Stand der Dinge?
Die ersten Gespräche mit den betroffenen Spielern habe ich schon geführt. Es gibt allerdings noch nichts zu vermelden. Fakt ist, dass die Mannschaft eine tolle Entwicklung genommen hat. Das zeigen die letzten Ergebnisse. Es ist klasse, was die Jungs vor allem seit Jahresbeginn Woche für Woche abreißen. Demnach wollen wir den Stamm der Mannschaft halten. Einen Umbruch soll es nicht geben.

Trainer Mike Terranova hat sicher seinen Anteil am Aufschwung. Auch mit ihm haben Sie früher zusammengespielt. Wie würde Sie Ihr Verhältnis zu ihm beschreiben?
Mike und ich haben schon früher viel Wert auf die Meinung des anderen gelegt. Wir haben ein gutes Verhältnis. Mike hat in Oberhausen einen Kultstatus. Schon seit seiner Zeit als Spieler. Auch seinen Job als Trainer macht er richtig gut. Er ist ein akribischer Arbeiter, seine Ansprache kommt bei der Mannschaft gut an. Sowohl die Ergebnisse als auch die Spielweise sprechen für ihn. Seit seiner Amtsübernahme sind wir auf Augenhöhe mit Viktoria Köln. Zudem haben wir in 22 Spielen 54 Tore geschossen. Das ist eine beeindruckende Bilanz.

Es ist doch zweifelhaft, warum Regionalligisten in der Winterpause zum Spekulieren über einen möglichen Aufstieg gezwungen werden.
Jörn Nowak

Der Schnitt ist derzeit so gut, dass RWO immer näher an Platz eins rückt. Doch die Lizenz für die 3. Liga wurde nicht beantragt. Ärgern Sie sich sehr darüber?
Es lässt sich nicht ändern. Die Lizenzunterlagen mussten wir vor dem Rückrundenstart einreichen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir 30 Punkte und waren weit von der Spitze entfernt. Letztlich haben wir nur das getan, was Herr Koch vom DFB von den Vereinen fordert - nur das Geld ausgeben, was auch vorhanden ist. Es ist doch zweifelhaft, warum Regionalligisten in der Winterpause zum Spekulieren über einen möglichen Aufstieg gezwungen werden. Das Geld für Sachbearbeiter und Wirtschaftsprüfer, das der DFB ausgibt, um unnötige Lizenzanträge einer Masse von Regionalligisten zu prüfen, sollte lieber in die Vereine investiert werden. In Zukunft soll es bei uns aber keine Diskussion mehr um die Beantragung der Drittligalizenz geben.

Welche Ziele setzen Sie sich für die kommende Saison? Greift RWO wieder ganz oben an?
Aufgrund der Ligenkonstellation fällt es schwer, konkrete Ziele zu formulieren. Mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, wollen wir alles rausholen. Es ist aber auch nicht so, dass wir meckern. RWO ist ein toller Verein, das wollen wir auch vorleben. Wichtig ist, dass wir in der nächsten Saison wieder unseren Offensivfußball zeigen. Diesen Spielstil wollen wir beibehalten. Aber vorab haben wir noch in der laufenden Spielzeit viel vor. Wir möchten unseren Lauf fortsetzen und natürlich auch im Pokal einiges reißen.

Autor: Martin Herms

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren