Auf der Klub-Homepage hat Ajax Amsterdam ein altes Video veröffentlicht, das die zehn schönsten Tore von Klaas-Jan Huntelaar im Trikot von Ajax zeigt.

Schalkes Gegner

Familie Huntelaar ist Fan von Ajax Amsterdam

Christoph Winkel
10. April 2017, 21:10 Uhr
Foto: firo

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Auf der Klub-Homepage hat Ajax Amsterdam ein altes Video veröffentlicht, das die zehn schönsten Tore von Klaas-Jan Huntelaar im Trikot von Ajax zeigt.

Klarer Spitzenreiter: der tolle Treffer gegen Heracles Almelo im September 2007. Ein Fallrückzieher, für den sich selbst Klaus Fischer hätte anstrengen müssen.

Zehn Jahre später kehrt Klaas-Jan Huntelaar mit 33 Jahren zurück nach Amsterdam. Zunächst nur für das Hinspiel des Viertelfinals in der Europa League am Donnerstag, wenn die Schalker um 21.05 Uhr in der Amsterdam Arena zu Gast sind. Gerüchte um eine vollständige Rückkehr zu dem Verein, bei dem Huntelaars Karriere 2006 so richtig Fahrt aufnahm, halten sich allerdings hartnäckig. Der Vertrag des Stürmers auf Schalke endet im Sommer, ein Wechsel ist wahrscheinlich.

Auf die Frage, ob er in Kürze wieder im rot-weißen Ajax-Trikot spielen wird, sagt Huntelaar im Interview mit ajax.nl: „Alles ist möglich. Aber es ist schwierig, jetzt schon etwas darüber zu sagen. Wir werden sehen.“

Der Niederländer betont, dass Ajax Amsterdam eine Herzensangelegenheit für ihn ist. Er bezeichnet seinen ehemaligen Verein sogar als Jugendliebe. „Ich bin immer ein großer Ajax-Fan gewesen und meine ganze Familie ist es immer noch“, erklärt der „Hunter“. Sein altes Kinderzimmer sei quasi mit Postern von ehemaligen Klub-Idolen wie Dennis Bergkamp, Patrick Kluivert oder Jari Litmanen tapeziert gewesen. Als Ajax 1995 mit Spielern wie eben Kluivert und Litmanen zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den Europapokal der Landesmeister gewann, war Huntelaar elf Jahre alt.

Von Amsterdam zu Real Madrid

Wegen der Distanz von 125 Kilometern zwischen seinem Wohnort Hummelo waren Familienausflüge zu den Heimspielen in Amsterdam allerdings selten­. Zum ersten Mal im Stadion sah Huntelaar seine Idole mit zehn Jahren beim Auswärtsspiel bei Vitesse Arnheim kicken. „Meistens haben wir die Spiele bei meinem Fußballverein im Fernsehen geschaut. Mit einer Tüte Pommes in der Hand, nachdem ich selbst Fußball gespielt habe“, sagt er.

Obwohl Huntelaars Herz schon immer für Ajax schlug, verzichtete er aber darauf, sich bei den Talent-Tagen vorzustellen, die die weltberühmte Ajax-Akademie schon damals angeboten hat. „Ich würde das auch mit meinen Kindern nicht machen. Wenn sie bei Spielen gescoutet werden sollten, dann ist das so. Aber ich würde ihnen diesen Druck nicht selbst auferlegen wollen.“

Huntelaar wechselte aus der Jugend seines Heimatklubs VV Hummelo zunächst zu BV De Graafschap und spielte noch für PSV Eindhoven, Agovv Appeldorn und den SC Heerenveen, bevor er 2006 bei Ajax Amsterdam unterschrieb. Im Januar 2009 folgte der Wechsel zu Real Madrid. Nach einem halben Jahr bei den Königlichen ging es weiter zum AC Mailand. Seit August 2010 ist Huntelaar ein Schalker und hinter Klaus Fischer der erfolgreichste Torschütze der Vereinsgeschichte. Ein Idol. Wie sehr die Fans den Torjäger schätzen, zeigten sie erst vor gut einer Woche beim Revierderby gegen den BVB, als sie ihn bei einer Einwechslung lautstark feierten. Den Heldenstatus kann ihm auf Schalke keiner mehr nehmen – auch wenn Guido Burgstaller ihm im Sturm den Rang abgelaufen hat.

Huntelaar will den Titel mit Schalke

Bei der Rückkehr am Donnerstag nach Amsterdam wünscht sich Huntelaar trotz der besonderen Beziehung zum Gegner selbstverständlich einen Sieg mit Schalke. „Wenn ich Schalke verlasse, dann am liebsten mit einem Titel“, hatte er im Gespräch mit „Sport Bild“ im Februar gesagt. Es sieht ganz danach aus, als wäre die Europa League seine letzte Chance. „Einerseits finde ich es schön, mit Schalke gegen Ajax zu spielen. Andererseits habe ich gemischte Gefühle. Du stehst natürlich auf dem Platz, um zu gewinnen und Tore zu schießen. Aber die Vorstellung ist irgendwie komisch.“

Irgendwie genauso komisch wie die Vorstellung, dass Huntelaar in der nächsten Saison nicht mehr blau-weiß tragen könnte.

Autor: Christoph Winkel

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