Trotzdem glaubt Borussia Dortmunds Linksverteidiger ans Weiterkommen gegen AS Monaco. Es könnte dem 29-Jährigen helfen, ein Trauma zu bewältigen.

BVB

Bisher keine CL-Halbfinalprämie ausgehandelt

Andreas Berten
10. April 2017, 09:41 Uhr
Foto: firo

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Trotzdem glaubt Borussia Dortmunds Linksverteidiger ans Weiterkommen gegen AS Monaco. Es könnte dem 29-Jährigen helfen, ein Trauma zu bewältigen.

Eine zusätzliche Motivationshilfe darf eine Erfolgsprämie für einen Fußballprofi sein, das ja. Aber nie alleiniger Ansporn. Und deshalb legt Marcel Schmelzer großen Wert darauf, den Fokus im ersten Viertelfinale der Champions League gegen AS Monaco (Dienstag, 20.45 Uhr/Sky) auf die eigene Leistung zu legen. „Jeder sollte den Anspruch haben, gerade auch in der Champions League ohne Prämie Spiele zu gewinnen“, sagt der Kapitän des BVB im Interview mit dem Kicker. Wie hoch die Prämie im Erfolgsfall wäre, hat der 29-Jährige mit den Vereins-Bossen noch nicht ausgehandelt. Das sei auch vor dem Achtelfinale gegen Benfica Lissabon erst kurz vorher geschehen. „Es wird sicherlich nicht völlig anders laufen als in den Jahren zuvor.“

Schmelzer ist froh, in der Runde der letzten Acht der Königsklasse nicht ein deutsches Duell führen zu müssen: „Wer in der Champions League spielt, möchte sich am liebsten mit den Klasse-Teams aus dem Ausland messen.“ Dabei hätte es ihm sogar nichts ausgemacht, erneut gegen Real Madrid antreten zu müssen: „Warum nicht? Real hätte nach den bisher gespielten Duellen mit uns sicher eine Menge Respekt. Aber jetzt wartet Monaco auf uns, und dieses Los nehmen wir gerne an.“

Gegen die Franzosen erwartet der nach Roman Weidenfeller dienstälteste Schwarz-Gelbe (seit 2005 im Verein) „ein 50:50-Duell, zwei interessante Begegnungen zweier offensivstarker Mannschaften“. Weil beide Kontrahenten eine exzellente Offensive auszeichne, rechnet der Borussia-Kapitän damit, dass die Defensive übers Weiterkommen und Ausscheiden entscheiden wird: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir die stärkere Defensive stellen – und cleverer, intelligenter und abgezockter sein.“ Schmelzer zeigt sich beeindruckt von Monacos Sturm um Altstar Radamel Falcao (31) und Jungstar Kylian Mbappé (18), aber: „Selbst wenn sie viele Tore schießen: Es gilt noch immer, dass große Siege und Titel vor allem über eine gut funktionierende Defensive errungen werden.“ Mit dem Erreichen des Viertelfinals hat der BVB seine Zielvorgabe im internationalen Geschäft bereits erfüllt. Allzu große Chancen auf den Gesamtsieg sieht Marcel Schmelzer jedenfalls nicht: „Für unsere junge Mannschaft wird das sehr schwer. Selbst wenn wir uns gegen Monaco durchsetzen sollten, warten danach dann Gegner, die uns in einigen Belangen voraus sind.“ J

Juventus Turin sei routinierter und abgezockter, der FC Bayern und der FC Barcelona fußballerisch besser. „Um den Titel zu gewinnen, muss man schon sehr, sehr viel Glück haben und sein Können punktgenau zeigen.“ Wenn man aber schon mal unter den letzten Acht sei, müsse man jede noch so kleine Chance ergreifen, um das Endspiel in Cardiff zu erreichen. Marcel Schmelzer, der bislang in 57 Europapokalspielen für den BVB auflief, will damit auch das Trauma vom 2013 mit 1:2 gegen die Bayern verlorenen Finale von Wembley besiegen. „Mein Plan ist, mir das Spiel in diesem Jahr endlich mal anzuschauen“, sagt Schmelzer.

Bislang habe er das noch nicht machen können: „Der Schmerz saß zu tief. Deswegen habe ich mir das nie zugemutet. Mir fehlen in der Erinnerung an diesen Abend ganze Stücke.“ Nun sei die Zeit aber reif dafür. „Das Spiel jetzt endlich mal ganz anzuschauen, ist vielleicht auch ein Stück weit Aberglaube: Es könnte helfen, unsere Niederlage endgültig zu verarbeiten.“ Mehr Selbstvertrauen kann vor den Spielen gegen Monaco jedenfalls nicht schaden.

Autor: Andreas Berten

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