Der BVB hat beim FC Bayern deutlich verloren. Die 1:4-Niederlage war noch schmeichelhaft. Trainer Thomas Tuchel hatte dafür eine Erklärung.

BVB

Tuchel rechtfertigt 1:4 mit der Personalsituation

Daniel Berg
08. April 2017, 21:54 Uhr
Foto: Firo

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Der BVB hat beim FC Bayern deutlich verloren. Die 1:4-Niederlage war noch schmeichelhaft. Trainer Thomas Tuchel hatte dafür eine Erklärung.

Die schwarz-gelbe Gefühlslage war nun nicht gerade die beste, als die Spieler am Samstagabend die Arena un München verließen. 1:4 hatte Borussia Dortmund verloren im Topspiel der Fußball-Bundesliga beim FC Bayern München. Das war deutlich. Das war noch schmeichelhaft. Aber allzu hart wollte Trainer Thomas Tuchel nicht mit seinen Spielern ins Gericht gehen. "Es fällt mir gar nicht schwer, das Ergebnis zu akzeptieren", sagte Tuchel, "Alles andere als diese Dominanz und dieses Ergebnis hätten mich überrascht."

Eine Aussage, die im ersten Moment Irritation auslösen könntem, schließlich ist es durchaus Anspruch des BVB, auch beim mittlerweile weit enteilten FC Bayern einen guten Eindruck zu hinterlassen. Das war nicht gelungen. Hoffnungslos unterlegen war die Borussia. Tuchel aber machte das nach eigener Aussage kaum etwas. Es sei zwar bitter, "aber wir bräuchten unsere Top-Mannschaft hier und selbst dann würden wir an dieser Partie wachsen. Die Bayern sind in der Phase der Saison das höchste Niveau. Das ist wie ein Auswärtsspiel bei Real Madrid. Und diese Aufgabe ist zu schwer, wenn sie A-Jugendliche lösen sollen oder Spieler wie Sebastian Rode, der sein erstes Spiel seit einem halben Jahr macht."

Tuchel spiele auf die Personallage an, die angespannt ist. Neben Marco Reus, Mario Götze und Andre Schürrle fehlten gegen die Bayern auch Julian Weigl (nicht im Kader wegen einer Oberschenkelblessur), Shinji Kagawa (nicht im Kader wegen muskulärer Probleme) und Lukasz Piszczek (auf der Bank wegen Schmerzen am Sprunggelenk).

Erste Chance, erstes Tor für Bayern

Mit der ersten Chance machte München, das in Bestbesetzung antrat, das erste Tor. Philipp Lahm gab den Ball von der rechten Seite herein und Franck Ribéry feuerte ihn per Direktabnahme ins Tor - dicht an Roman Bürki vorbei (4. Minute). Und schon nach zehn Minuten wirkte die Partie entschieden: Robert Lewandowski zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern über die Dortmunder Mauer ins Tor. Dass jenes schwarz-gelbe Bauwerk durch das Wegducken Ousmane Dembélés an Statik verlor, machte die Sache nicht besser. 2:0 für die Bayern. Es drohte ein übler Abend zu werden für die Borussia, weil Arjen Robben in Spiellaune war und zweimal noch knapp am Tor vorbei schoss (13./17.).

Eher überraschend geriet daher der Dortmunder Anschlusstreffer, den Raphael Guerreiro mit einem hübschen Schuss in den Winkel herbeiwuchtete. Arturo Vidal hatte zuvor höchst eigentümlich zu klären versucht (20.). Das plötzliche Tor erschreckte den Münchener Willen zur Demontage des Konkurrenten ein wenig und gestaltete die Partie etwas offener, wenngleich nur Bayern gefährlich blieb. Robbens Versuche aus der Distanz entschärfte Bürki jeweils (30./39.), ein Schuss von Lewandowski flog knapp am Pfosten vorbei (44.). Das Beste an der Halbzeit aus Dortmunder Sicht: das Ergebnis. Denn es ließ die Hoffnung auf einen Punktgewinn beim Tabellenführer. Sie währte nicht mehr lang in der zweiten Halbzeit.

Robben machte, war er am besten kann

Über die verwaiste linke Dortmunder Abwehrseite zog erneut Arjen Robben davon und machte, was er am besten kann, was er immer macht, was alle wissen, aber trotzdem immer wieder funktioniert: mit Ball am Fuß nach innen zu ziehen und zu schießen. Sokratis und Marcel Schmelzer streckten sich vergeblich mit den Beinen, Bürki ebenso vergeblich mit den Händen. 3:1 in der 49. Minute.

Denn Schlusspunkt unter eine recht einseitige Partie setzte wieder Lewandowski. Ribéry spielte den Polen frei, der im Strafraum von Roman Bürki von den Beinen geholt wurde. Elfmeter für den FC Bayern. Lewandowski verwandelte zum 4:1 (68.).

Autor: Daniel Berg

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