Zwei Siege und sieben Pleiten auf des Gegners Plätzen. Das Problem des FC Schalke ist klar.

Schon sieben Pleiten

Warum Schalke auswärts so schwach ist

Thomas Tartemann
05. April 2017, 22:11 Uhr
Foto: firo

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Zwei Siege und sieben Pleiten auf des Gegners Plätzen. Das Problem des FC Schalke ist klar.

Das königsblaue Problem heißt Auswärtsschwäche. In dieser Saison kommt der FC Schalke 04 auf gegnerischem Grün nicht auf Touren und verbaut sich somit selbst alle Perspektiven, zu den Top-Sechs aufzuschließen. Das 0:3 bei Werder Bremen war die höchste Punktspiel-Niederlage in der laufenden Saison.

Von ihren 13 Auswärts-Auftritten gewannen die Schalker nur zwei. In Mainz und Wolfsburg schaffte die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl jeweils 1:0-Siege. Ausrufezeichen gab es zudem im Duell bei Spitzenreiter Bayern München. Schalke lieferte dort eine der besten Saisonleistungen ab und holte ein 1:1. Beim Hinrunden-Derby in Dortmund erkämpften sich die Königsblauen ein 0:0. Unter dem Strich kann das aber die Harmlosigkeit nicht kaschieren. Auf gegnerischen Plätzen setzte es sieben Pleiten.

Kein Mittel gegen Grätschen

Und das sogar gegen Mannschaften, die sich auf Augenhöhe oder darunter bewegen. Als der Hamburger SV noch durch die Hinrunde stolperte, kassierte Schalke dort ein 1:2, weil sich das Team gegen grätschende Hansestädter zu wenig wehrte. Das Mittelfeld-Duell bei Borussia Mönchengladbach ging mit 2:4 verloren. Die Borussen waren frischer, schneller.

Wer gedacht hatte, die Zeit der regelmäßigen Auswärts-Rückschläge sei überstanden, wurde in Bremen eines Besseren belehrt. „Wir haben nicht verloren, weil Werder besonders stark war, sondern weil wir den Gegner mit Fehlern eingeladen haben“, ärgerte sich Kapitän Benedikt Höwedes.

Kein Knipser, wenige Jokertore

Damit trifft der Weltmeister eines der Kernprobleme. Schalkes Fehlerquellen lassen sich nicht auf einen bestimmten Unsicherheitsfaktor reduzieren. Diesmal patzte Höwedes selbst, zuvor waren es Alessandro Schöpf, Matija Nastasic, Benjamin Stambouli oder Holger Badstuber. Die Konstanz, über Wochen auf einem guten Level zu agieren, fehlt den meisten Profis.

Weiterer Schwachpunkt: Obwohl Winterzugang Guido Burgstaller gut startete, garantiert auch er keine zweistellige Torausbeute in einer Halbserie. Schalke fehlt sowohl ein Knipser als auch das glückliche Trainer-Händchen. Nur zwei Jokertore (Burgstaller, Donis Avdijaj) stehen zu Buche. Zum Vergleich: Die TSG Hoffenheim erzielte zwölf Treffer durch Einwechselspieler. Sobald sich bei der TSG ein Joker warmläuft, sträuben sich beim Gegner die Nackenhaare.

Ebenfalls auffällig: Zuhause agiert Schalke zielstrebiger, selbstbewusster. Auswärts lässt sich das Team zu oft den Schneid abkaufen. „Wir sind eher am unteren und nicht am oberen Tabellenbereich dran“, sagt Sportchef Christian Heidel zur Konsequenz nach der Werder-Pleite. Mit einer ordentlichen Auswärts-Bilanz wäre der Kampf um einen Europa-League-Platz realistisch. So setzt sich Schalke immer wieder selbst unter Druck – auch vor dem Samstags-Spiel gegen Wolfsburg (15.30 Uhr/Sky). Die Königsblauen haben sich diesen Rucksack selbst aufgesetzt.

Autor: Thomas Tartemann

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