Am Dienstag empfängt der BVB den HSV. Christoph Metzelder kennt beide Klubs – und erklärt, was die Hanseaten so stark macht.

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So erklärt Ex-Kapitän Metzelder den HSV-Aufschwung

Sebastian Weßling
03. April 2017, 19:14 Uhr
Foto: firo

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Am Dienstag empfängt der BVB den HSV. Christoph Metzelder kennt beide Klubs – und erklärt, was die Hanseaten so stark macht.

Fußballerisch ist Christoph Metzelder eigentlich ein Kind des Ruhrgebiets: Sieben Jahre spielte er bei Borussia Dortmund, drei bei Schalke 04. Als Experte beim Bezahlsender Sky aber hat er auch andere Klubs im Blick. Seit 2013 ist er Partner der Agentur Jung von Matt/Sports, beruflich also viel in Hamburg und hat damit auch den HSV und dessen Befindlichkeiten genauer im Blick. Vor dem Gastspiel bei Borussia Dortmund heute Abend (20 Uhr), das der frei empfangbare Nachrichtensender Sky Sport News HD live überträgt, spricht er über die Entwicklung beim HSV und die Chancen gegen den BVB.

Christoph Metzelder, der HSV schien schon fast abgeschlagen und in den letzten Monaten einen bemerkenswerten Aufschwung erlebt. Was ist da los?
Da ist zum einen Marcus Gisdol, den ich selber auch kennengelernt habe, der mit ein paar Grausamkeiten am Anfang die richtigen Schrauben gedreht hat. Er hat es vor allem auch geschafft, der Schießbude der Liga eine gewisse Stabilität zu verleihen. Der Kader beinhaltet ja wirklich gute Spieler und Gisdol hat es geschafft, sie an ihr Optimum zu bringen. Das ist ein Riesenerfolg. Und Heribert (der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, An,. D. Red.) ist jemand, der vielleicht gar nicht so sehr durch Transfers Einfluss genommen hat - da wurde, soweit ich weiß, vieles schon vorher initiiert. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass er in vielen Hintergrundgesprächen, in die Stadtgesellschaft, in den Verein hinein, in die Gremien, in die Presse sehr dafür sorgt, dass man den HSV in Ruhe lässt. Und das ist ja schon mal ein Erfolg.

Und dann gab es ja einige Zugänge für die Defensive: Walace, Mergim Mavraj…
…und Papadopoulos, der sehr wichtig ist. Und offensiv hat Gisdol die Spieler in Stellung gebracht, die für das schnelle Spiel, das er favorisiert, auch geeignet sind. Das kann man mit anderen Spielertypen in der Form nicht spielen.

Tempo bringt ja vor allem auch Nikolai Müller. Wie sehr schmerzt sein Ausfall?
Der tut richtig weh. Weil sie mit Wood, mit Kostic mit ihm einfach sehr viel Geschwindigkeit haben. Wobei ich finde, dass auch Aaron Hunt auf einer Außenposition mit etwas anderen Qualitäten sehr gute Leistungen gebracht hat. Aber Müllers Ausfall tut auf lange Sicht einfach weh.

Nun steht das Spiel in Dortmund an. Kann der HSV etwas holen?
Die Hamburger waren ja so etwas wie ein Dortmunder Angstgegner in den letzten Jahren. Und beim Spiel in Leipzig (der HSV gewann 3:0, Anm. d. Red.) haben sie durch eine gut organisierte Defensive die Leipziger Wellen abgefangen und dann mit ihren schnellen Spielern gekontert. Das passt auch ein bisschen zum BVB-Spiel. Dortmund wird das Spiel machen, sie werden sich vorwagen und Räume anbieten. Und dann ist immer die Frage: Was passiert nach Ballverlust? Da wird es drauf ankommen, wie gut die Hamburger die ersten Wellen abfängt und wie konstruktiv sie es dann schaffen, eigene Konter zu setzen. Als ehemaliger Borusse hoffe ich aber natürlich trotzdem, dass der BVB gewinnt.

Autor: Sebastian Weßling

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