BVB-Chef Watzke stichelte nach dem Derby wieder gegen Schalke. S04-Manager Christian Heidel konterte.

Derby

Schalkes Heidel kontert Watzkes Sticheleien

Manfred Hendriock
03. April 2017, 13:25 Uhr
Foto: firo

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BVB-Chef Watzke stichelte nach dem Derby wieder gegen Schalke. S04-Manager Christian Heidel konterte.

Irgendwann getraute sich Felix Zwayer dann doch noch aus der Deckung, er hatte ja auch einiges zu erklären. Erst der für Schalke nicht gegebene Handelfmeter, dann der Tribünenverweis gegen Markus Weinzierl, und zum Schluss kreuzten sich auch noch seine Wege mit Schalkes Maskottchen Erwin. Was Zwayer von alledem hielt, konnte man danach gut an seinem Gesichtsausdruck ablesen: Er blickte drein, als hätte er eine Zitrone verschluckt.

Dabei wollte Erwin dem Schiedsrichter nur die Rote Karte zurückgeben, die dieser vermeintlich im Eifer des Gefechts kurz vor Schluss des Revier-Derbys gegen Dortmund (1:1) verloren hatte. Offenbar war dem Schiri die Karte aber gar nicht versehentlich aus der Tasche gerutscht, sie war wohl von außen aufs Feld geflogen. Zwayer jedenfalls präsentierte den Schalker Verantwortlichen später seinen kompletten Kartensatz, um zu zeigen, dass er noch alle beisammen hat und die Episode mit Erwin nicht lustig fand. Schalke sah das anders. „Das sollte man nicht so eng sehen“, riet Guido Burgstaller.

Schiedsrichter mit Vorgeschichte
Schalkes Torjäger ereiferte sich ohnehin über den Schiedsrichter, von dem er sich früher schon einmal benachteiligt fühlte, als Zwayer im Derby zwischen Nürnberg und Fürth zwei Abseitstore der Fürther anerkannt habe. Auch Schalke hatte in dieser Saison schon eine schlechte Erfahrung mit Zwayer: Beim Spiel in Wolfsburg verweigerte er Benedikt Höwedes einen ganz eindeutigen Elfmeter.

Vor einem Jahr schickte Zwayer beim Spiel zwischen Leverkusen und Dortmund die Mannschaften in die Kabine, als sich Leverkusens damaliger Trainer Roger Schmidt gegen einen Verweis auf die Tribüne wehrte. Diesmal wies er Markus Weinzierl nach dessen Protesten gegen den ausgebliebenen Handelfmeter den Weg auf die Tribüne.

Einmischung in Schalker Angelegenheiten stört
Schalke fühlte sich um den Derby-Sieg gebracht, weil der Elfmeter nach dem Handspiel von Batra eigentlich eine klare Sache war. Nur Dortmunds Vereinschef Hans-Joachim Watzke sah das anders („Ich sage: Kein Elfmeter“) und konnte das Sticheln gegen Schalke wieder einmal nicht sein lassen: „Es sagt viel über die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Klubs aus, wenn du siehst, wie die Schalker von ihren Fans für ein Unentschieden gegen den BVB zu Hause frenetisch gefeiert werden.“

Als Schalkes Manager Christian Heidel von diesen Äußerungen erfuhr, reagierte er doch sehr verwundert. Watzke hatte sich schon vor dem Spiel über Schalke geäußert, jetzt legte er wieder nach, und das gehört sich nicht, entgegnet Heidel: „Es stört mich, dass er sich so intensiv Gedanken über Schalke macht.“ Heidel äußerte am Sonntag im Gespräch mit der WAZ die Vermutung, Watzke wolle sich auf Schalker Kosten „bei seinen Borussen beliebt machen“ und zugleich damit „von den eigenen Problemen in Dortmund ablenken“.

Schalke-Manager Heidel präsentiert eigene Rechnung
Denn die Dortmunder können mit ihrer Saison ebenso wenig zufrieden sein wie Schalke: Sie liegen 18 Punkte hinter Bayern, mit denen sie sich messen wollten – Schalke liegt auch hinter den Erwartungen, hat aber die Qualifikation für die Europa League noch in der Hand. Heidel zur WAZ: „Wenn man Aki Watzke reden hört, hat man den Eindruck, dass wir auf Platz 18 stehen und Dortmund mit zehn Punkten Vorsprung an der Spitze.“ Schalkes Manager hält eine logische Rechnung dagegen: „Die Dortmunder haben uns in dieser Saison zweimal nicht geschlagen. Und mit dem 1:1 am Samstag sind wir unserem Ziel einem Punkt näher gekommen, während Dortmund gegenüber den Bayern noch weiter an Boden verloren hat.“

Heidel und Watzke können eigentlich ganz gut miteinander – am Samstag in der Arena sind sie sich allerdings nicht über den Weg gelaufen. Gesagt hätte Heidel dem Vertreter des Revier-Rivalen sonst: „Die Dortmunder waren die bessere Mannschaft und hatten trotzdem Glück, dass sie das Spiel bei uns nicht verloren haben.“

Womit wir wieder bei Schiedsrichter Zwayer sind...

Autor: Manfred Hendriock

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