Die unnötige 2:4-Niederlage des SC Hassel gegen den SuS Neuenkirchen wurde am Sonntag schnell zur Nebensache.

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Nach Pleite in Neuenkirchen - Falkowski verlässt Hassel

Christoph Winkel
02. April 2017, 20:50 Uhr
Foto: Michael Korte

Foto: Michael Korte

Die unnötige 2:4-Niederlage des SC Hassel gegen den SuS Neuenkirchen wurde am Sonntag schnell zur Nebensache.

Nach dem Spiel gab Trainer Thomas Falkowski nämlich bekannt, dass er den Verein am Saisonende verlassen wird. Mit ihm werden wohl auch die meisten Spieler ihre Sachen packen.

Seit Ende des vergangenen Jahres ist es permanent unruhig beim Oberligisten: Zunächst der Rücktritt von Abteilungsleiter Bruno Piotrowski, bei dem vielen Fragen offen geblieben waren. Als dann endlich etwas Ruhe einzukehren schien, folgte der nächste Knall. Die Aufwandsentschädigungen, die der Verein den Spielern, die nächste Saison das Hasseler Trikot tragen sollten, zugesagt hatte, können nach Aussage des neuen Abteilungsvorstand nicht in voller Höhe gezahlt werden. „Wir können nicht mehr Geld ausgeben als wir einnehmen“, unterstrich Abteilungsleiter Jörg Böving auch am Sonntag nochmal.
Der Rotstift wurde angesetzt. Offenbar so drastisch, dass sich viele Spieler verschaukelt vorkamen und ihren Abschied ankündigten. Auch Thomas Falkowski wurde es irgendwann zu bunt. „Ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass um mich und mein Team gekämpft wurde“, sagte er am Sonntag vor rund 50 Zuhörern in der Cafeteria und stellte klar: „Einige von uns wären mit Kürzungen einverstanden gewesen.“

Die Atmosphäre war hitzig. Der langjährige ehemalige SC-Geschäftsführer Heinz Stork wollte von Falkowski wissen, ob er überhaupt eine Ausstiegsklausel besitzt. Schließlich hätte Falkowski im Dezember unter viel Beifall erklärt, auch in der nächsten Saison Trainer in Hassel zu sein. Geschäftsführer Jörg Giller sagte dazu: „Es gibt keine Ausstiegsklausel, aber man muss die allgemeine jetzige Situation beurteilen.“ Einige der treuen Hasseler Fans, die seit Jahren kaum ein Spiel verpassen, waren stinksauer und fluchten lautstark, immer wieder gab es abfällige Zwischenrufe. „Wir sind alle Mann jahrelang dabei. Aber wenn man nur verarscht wird, ist es echt traurig. Dann lasst den Verein doch am besten ganz kaputtgehen“, schimpfte einer, bevor er die Cafeteria wutentbrannt verließ.

Auch Jörg Böving, seit Januar offiziell Abteilungsleiter, wurde gebeten, Stellung zu beziehen. „Wir sollten jetzt erstmal die Saison in Ruhe zu Ende bringen, dann gibt es neue Infos“ sagte er. Bislang gäbe es allerdings keinen einzigen Spieler, der seine Zusage für die nächste Saison gegeben hat. Der Vorstand habe aber eine klare Vorstellung davon, welche Spieler er halten möchte.

Autor: Christoph Winkel

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