Spiele zwischen dem SV Sandhausen und dem VfL Bochum sind selten fußballerische Leckerbissen.

VfL in Sandhausen

Gravierende Defizite im Spiel nach vorne

02. April 2017, 14:25 Uhr
Foto: firo

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Spiele zwischen dem SV Sandhausen und dem VfL Bochum sind selten fußballerische Leckerbissen.

So gesehen erlebten die knapp 5500 Zuschauer im Hartwaldstadion ein 0:0, das der niedrigen Erwartungshaltung der Besucher in jeder Phase gerecht wurde.

Und so konnte Trainer Gertjan Verbeek nach dem Spiel nur wenig Lob an seine Schützlinge richten. Der Niederländer beschränkte sich dabei ausnahmslos auf das Abwehrverhalten seiner Mannschaft, die den kriselnden Gastgebern im 90 Minuten nur eine einzige klare Chance ermöglichten. Doch da war Manuel Riemann gegen seinen Ex-Klub hellwach. Verbeek: „Wir waren defensiv gut geordnet, haben wenig zugelassen. Insgesamt war es ein Spiel auf Augenhöhe.“

Was allerdings die Begegnung für die knapp 800 mitgereisten VfL-Anhänger zu einem schmerzhaften Nachmittag werden ließ, war alles das, was sich jenseits der Mittellinie vorm SV-Gehäuse abspielte. Verbeek: „Im Spiel nach vorne hatten wir keine Ruhe am Ball. Das war aber auch dem Gegner geschuldet, der uns schnell attackiert hat. Erst in der Schlussphase hatten wir die Möglichkeit das Spiel zu gewinnen. Aber auch der Gegner hatte eine klare Chance.“

Der Coach hatte variiert, hatte seine Mannschaft erstmals von Beginn an in ein neues Kostüm gekleidet. Statt des traditionellen 4-2-3-1 liefen die Bochumer im 3-5-2 auf und man hatte in den ersten 45 Minuten den Eindruck, dass die Verwirrung im Bochumer Team ungleich größer war, als bei den Gastgebern. Dies lag aber in erster Linie an zum Teil haarsträubenden Abspielfehlern im Spielaufbau, doch die Hausherren konnten daraus kein Kapital schlagen. Gerade zu kurios, dass die beiden größten Möglichkeiten der ersten Halbzeit den Gästen vorbehalten waren. Jan Gyamerahs Ball freistehend nach nur 14 Minuten konnte der Keeper Marco Knaller ebenso abwehren, wie den Schuss von Nils Quaschner (31.).

Der Verletzung von Dominik Wydra, der einen Schlag auf den Fuß bekam, war der Wechsel zur Pause geschuldet. Vitaly Janelt, erstmals im VfL-Kader kam prompt zu seinem ersten Pflichtspiel als Profi. Wirklich besser wurde das Spiel erst, als der Trainer zwei weitere Wechsel vornahm. Bis dato passierte nicht viel auf beiden Seiten, lediglich das Solo von Felix Bastians („Ich wollte einfach etwas mal nach vorne bewegen.“) sorgte für Unruhe im Strafraum der Gastgeber (63.) . Als Riemann dann mit dem Fuß vier Minuten vor dem Ende die Niederlage verhinderte, raffte sich der VfL noch einmal auf und hatte jeweils nach Eckball durch Pawel Dawidowicz und einen Fallrückzieher von Johannes Wurtz die Möglichkeit das Spiel zu entscheiden.

Nach dem Schlusspfiff suchten beide Teams die jeweilige Fankurve auf, als wollten sie sich für die fußballerischen Defizite der abgelaufenen 90 Minuten entschuldigen. Noch bemerkenswerter dagegen die Reaktion der Anhänger, die mit aufmunterndem Applaus sich geradezu vorbildlich verhielten.

Das Spiel zwischen dem SV Sandhausen und dem VfL Bochum war kämpferisch von beiden Seiten leidenschaftlich geführt. Fußballerisch passten die beiden Teams aber überhaupt nicht zusammen. Und so konnte man am Ende auch in den Reaktionen der Spieler erkennen, dass die vorangegangene Partie nicht den eigenen Ansprüchen entsprach. Sportvorstand Christian Hochstätter, der auswärts eigentlich immer für ein Interview zur Verfügung steht, hatte es nach dem Spiel eilig, das Hartwaldstadion zu verlassen. Sein Gesicht sagte dabei mehr, als 1000 Worte. Auch Hochstätter dürfte sicher an diesem Nachmittag mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden gewesen sein.

Doch weil am kommenden Mittwoch schon der 1. FC Kaiserslautern ins Vonovia Ruhrstadion kommt, geht der Blick nach vorn. Anthony Losilla kehrt nach abgelaufener Gelbsperre zurück und die Rückkehr zum alten System scheint daheim so gut wie sicher. Erfreulich noch: Erst zum dritten Mal in der laufenden Spielzeit blieb die VfL-Deckung ohne Gegentor und die eingewechselten U19-Spieler Janelt und Pavlidis konnten ebenso für frischen Wind sorgen, wie der zuletzt ins zweite Glied zurückgerückte Weilandt. Verbeek: „Mit den drei Einwechslungen wurde unser Spiel deutlich besser.“

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