Landesliga 3: 7. Spieltag, Vorschau & Expertentipp

„Vielleicht belohnt uns ja der Fußball-Gott“

22. September 2006, 11:36 Uhr

Ohne echtes Spitzenspiel, dafür aber mit einigen richtungsweisenden Partien kommt der 7. Spieltag der Landeliga Gruppe 3 daher.

Mengede 08/20 muss nach der deutlichen 1:4 Niederlage in Heven im kommenden Heimspiel unbedingt punkten, will es nicht schon den Anschluss an das Mittelfeld verpassen. Die Mannschaft von Mario Plechaty konnte die Erwartungen bisher nicht erfüllen und trifft am Sonntag im heimischen Volksgarten auf den spielstarken Aufsteiger aus Schwelm. Die Schwelmer entführten vergangenen Sonntag verdientermaßen einen Punkt bei RW Leithe und sollte es ihnen gelingen die zweifelsfrei vorhandenen Qualitäten mal über 90 Minuten abzurufen, könnten sie die Mengeder vor große Probleme stellen. In den vergangenen drei Partien lagen sie jeweils mit 2:0 in Führung, versäumten jedoch regelmäßig den „Sack zuzumachen“. Vor allem daran galt es zu arbeiten, meint auch Trainer Marc Dülm: „Wir haben viel gesprochen und die Jungs wollen die Fehler der letzten Wochen abstellen und endlich mal über 90 Minuten konzentriert agieren“. Bei dem Versuch in Mengede zu punkten, können er und sein Trainer-Kollege Michael Röschke wieder auf Spielmacher Florian Fastenrath zurückgreifen. Er soll vor allem dafür sorgen, dass die Ordnung im Mittelfeld der Schwelmer über die ganze Partie aufrecht gehalten wird.

Die ansprechenden Leistungen der letzten Wochen sorgen bei den Trainern auch für ein Umdenken bezüglich der taktischen Ausrichtung: „Als Aufsteiger haben wir uns bisher immer auf den Gegner eingestellt. Damit ist jetzt aber Schluss. Wir wollen am Sonntag dem Gegner unser Spiel aufdrängen und so einen Punkt mitnehmen“, gibt Dülm durchaus selbstbewusst zu Protokoll.

Unbedingt Punkte gegen den Abstieg braucht auch der „Kindergarten“ von TSK Herne. Trotz einer engagierten Leistung gegen SV Herbede gingen die Herner, bei denen fünf A-Jugendliche in der Anfangsformation standen, beim 1:2 am Ende leer aus. „Mit einem derart dünnen Kader kann man einfach nicht mehr erwarten“, ist Trainer Zole Jankowitzt weit davon entfernt Kritik an der Mannschaft zu üben. Nach dem Ausverkauf zu Beginn der Saison wird die Mannschaft zurzeit von einer „unglaublichen Verletzungsserie“ gebeutelt, so dass vergangenen Sonntag sogar zwei Vorstands-Mitglieder im Kader standen und auch der Trainer immer seine Tasche gepackt im Kofferraum hat. Kurzfristig wird sich an der miserablen personellen Situation nichts ändern, aber zur Winterpause wollen die Herner noch einmal nachbessern: „Der Vorstand steht mit zwei Spielern, die bei höherklassigen Vereinen aussortiert wurden, in Kontakt. Wir werden aber nur Leute verpflichten, die uns wirklich weiterhelfen können“, macht er klar, dass es zu keinen Panik-Käufen kommen wird.

Für das Spiel gegen den Hombrucher SV gibt es daher auch nur eine Vorgabe an seine Mannschaft: „Wir wollen laufen und kämpfen und vielleicht belohnt uns ja der Fußball-Gott dann mit einem Punkt“.

Sein Gegenüber Samir Habibovic hat sich bei einigen Trainern der Landesliga über den Gegner informiert und erwartet einen sehr defensiv ausgerichteten TSK Herne: „Die stellen sich mit elf Mann hinten rein und wir müssen versuchen dieses Bollwerk zu knacken“. Leicht wird diese Aufgabe seiner Meinung nach aber nicht und daher hofft er auf eine frühe Führung um Ruhe in die eigenen Aktionen zu bringen: „Wir wollen offensiv auftreten und ein schnelles Tor erzielen, müssen aber aufpassen, dass wir nicht in einen Konter laufen“, mahnt er zur Vorsicht. Im Gegensatz zu Zole Jankowitz kann Habibovic über einen großen Kader verfügen, denn ihm stehen bis auf Libero Daniel Engel, der sich am Auge verletzt hat, alle Spieler zur Verfügung.

Den 7. Spieltag tippt Marc Dülm (Trainer VfB Schwelm)

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