Rot-Weiss Essen muss weiter auf den ersten Heimsieg in diesem Jahr warten. RWE ging diesmal sogar gänzlich leer aus und unterlag Alemannia Aachen mit 1:2.

RWE - Aachen

Alemannia verpasst Essen kalte Dusche

Rolf Hantel
01. April 2017, 09:14 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Rot-Weiss Essen muss weiter auf den ersten Heimsieg in diesem Jahr warten. RWE ging diesmal sogar gänzlich leer aus und unterlag Alemannia Aachen mit 1:2.

Unglücklich muss man sagen. Die Gäste spielten zwar gut mit, aber mehr hatte RWE investiert. Die Leistung war ordentlich, doch der künstlerische Eindruck zählt nun mal nicht.

Die Pokalhelden von Wuppertal mussten wieder ran. RWE-Trainer Sven Demandt hat ja kaum Möglichkeiten, großartig zu rotieren, weil der Kader mittlerweile arg geschrumpft ist. Immerhin zwei Veränderung gab es dann doch. Im Tor stand Niclas Heimann, der nach seiner monatelangen Verletzung noch keine Pflichtminute absolviert hatte. Und auf der rechten Seite verteidigte der junge Timo Becker für den angeschlagenen Malura. Auf der Bank saßen in Tomiak und Remmo zwei A-Jugendliche.

Es entwickelte sich ein durchaus flottes Spiel zwischen den beiden Traditionsklubs. Klar, die Essener wollten ihrem Publikum endlich den ersten Heimsieg in diesem Jahr präsentieren. Und der Erfolg im Verbandspokal hat vielleicht auch etwas die mentale Bremse gelöst. Aber die Gäste waren nicht minder an dem munteren Kick beteiligt, weil sie den Weg nach vorn suchten und mitspielten, obwohl sie es in ihrem Frust eigentlich auch hätten laufen lassen könnten.
Nach dem Insolvenzantrag wurden den Aachenern neun Punkte abgezogen, sodass sie auf Rang elf abgerutscht sind. Auch die Zukunft der Spieler ist ungewiss, aber vielleicht hat sie gerade das beflügelt. Vorspielen für die Zukunft. “Klar war die Stimmung getrübt. Aber die Mannschaft hat das verarbeitet”, bestätigte Aachens Trainer Fuat Kilic vor dem Anpfiff. “Ich habe keine Anzeichen gesehen, dass die Jungs jetzt weniger wollen.” Und die rund 1000 Fans der Alemannia stimmten ein: “Jetzt erst recht.”

Die erste Chance hatten die Gäste: Joy-Lance Mickels vernaschte mit einem flinken Dribbling Timo Becker, doch der Abschluss wurde zur Ecke geklärt (4.). Das Chancenplus, sofern man das angesichts der geringen Zahl so bezeichnen darf, lag bei RWE. Cokkosans Flanke war nach einer schönen Kombination mit Bednarski zu scharf und ungenau, sodass Marcel Platzek verpasste (6.). Der Torjäger schoss aus 16 Metern über das Tor (26.) und Benjamin Baier prüfte Torhüter Depta aus ähnlicher Distanz (36.).

Doch kaum aus der Pause, war Stimmung im Aachener Fanblock. Gerade eben hatte es noch im Strafraum der Gäste gebrannt, da traf im Gegenzug Fejzullahu den am Boden liegenden Windmüller, von dort fiel der Ball Gödde vor die Füße, der nur ins leere Tore abstaubte zur 1:0-Führung. Überraschend und unglücklich aus Sicht der Gastgeber.

Doch dann hieß es “Mach’s noch einmal Benni”. Wie schon im Pokal in Wuppertal erzielte der Kapitän kurz nach dem Rückstand den 1:1-Ausgleich. Und wie. Baier schnappte sich die Kugel, zog innen und hämmerte sie ins lange Eck. Das Tor hätte kurz zuvor schon Roussel Ngankam machen müssen, doch der scheiterte freistehend an Aachens Keeper.

Die Essener drückten aufs Gaspedal, Platzek (64./80.) und Windmüller (66.) verpassten jedoch die Führung. Und am Ende rächte es sich. Zeiger verursachte einen Foulelfmeter, Propheter vollendete.

Autor: Rolf Hantel

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