Eishockey-Oberligist EV Duisburg steht im Viertelfinale der Play-offs. Der 5:2-Sieg am Dienstagabend gegen die Saale Bulls Halle endete mit einer unschönen Szene.

Eishockey

Duisburg muss Weiterkommen teuer bezahlen

Friedhelm Thelen
22. März 2017, 10:47 Uhr
Foto: Ute Gabriel

Foto: Ute Gabriel

Eishockey-Oberligist EV Duisburg steht im Viertelfinale der Play-offs. Der 5:2-Sieg am Dienstagabend gegen die Saale Bulls Halle endete mit einer unschönen Szene.

Die Play-offs sind eine Zeit der Eishockey-Lebensweisheiten. Eine geht so: „Der letzte Sieg ist immer der schwerste.“ Das ist gar nicht so falsch, kann aber falsch werden, wenn die Mannschaft, die nur noch einen weiteren Erfolg vom Erreichen der nächsten Runde ist, konzentriert auftritt. Und schnell spielt. Und Tore schießt. Und genau das hat der EV Duisburg am Dienstagabend im ersten Drittel gemacht: Nach dem 5:2 (3:1, 1:1, 1:0)-Erfolg im dritten Achtelfinalspiel gegen die Saale Bulls Halle haben die Füchse das Viertelfinale der Eishockey-Oberliga erreicht.

MSV-Stürmer Onuegbu schaut zu

Nun ist Eishockey in Nigeria nicht unbedingt verbreitet, einen neuen Fan aus diesem Land haben die Füchse aber: MSV-Stürmer Kingsley Onuegbu sah sich die Partie der schwarz-roten Nachbarn an – und konnte sich nach nicht einmal vier Minuten über das erste Duisburger Tor freuen. André Huebscher setzte sich sehenswert zentral durch, legte ab und Raphael Joly lud einmal durch und tauchte die Eissporthalle Duisburg in Jubel. Damit konnten die EVD-Fans kurze Zeit später schon wieder weitermachen. Denn Norman Martens holte in der sechsten Minute zu einem Schlagschuss aus, der so manche Kinnlade im Rund des Eisstadions nach unten kippen ließ: Sein Geschoss schlug im rechten Winkel ein. Und als Mike Schmitz im Nachschuss und in Überzahl zum 3:0 (14.) erfolgreich war, schien die oben zitierte Weisheit ins Land der Fabeln verwiesen zu werden. Sie ist aber nicht ohne Grund eine Weisheit. Eine Unachtsamkeit nutzte Halles Philipp Gunkel in der 18. Minute zum 1:3.

Lars Grözinger erleidet Knieverletzung

Tatsächlich wurden die ersten rund zehn Minuten des Mitteldrittels schwer. Halle wollte sich nicht als Mannschaft präsentieren, die sich mir nichts, dir nichts in die Sommerpause befördern lässt. Die Bulls gaben Gas, belagerten das EVD-Tor – und die Füchse hatten für einige Minuten Schwierigkeiten, sich aus der Umklammerung zu befreien. Das gelang erst in der 30. Minute in der bestmöglichen Art und Weise: Einen Konter schloss Joly mit der Rückhand zum 4:1 ab. Doch es blieb weiter knifflig, weil Halle wieder auf zwei Tore herankam. Bei Eric Wunderlichs Schuss war die Sicht für Goalie Justin Schrörs verdeckt und die Bulls waren wieder in Schlagweite (39.). „Halle ist im zweiten Drittel besser ins Spiel gekommen“, sagte EVD-Trainer Reemt Pyka. „Es ist natürlich ärgerlich, so kurz vor der zweiten Pause so ein Gegentor zu kassieren.“

Im Schlussabschnitt waren gerade einmal 24 Sekunden gespielt, als Lars Grözinger die Chance hatte, den Deckel auf die Serie zu packen, doch er scheiterte aus kurzer Distanz am Hallenser Keeper Sebastian Albrecht. Danach musste Justin Schrörs im EVD-Tor zweimal entscheidend eingreifen, um den Anschluss zu verhindern. Äußerst bitter wurde es weniger als zwei Minuten vor Schluss, als Grözinger offenbar mit einer Knieverletzung liegen blieb und mit einer Trage vom Eis gebracht werden muss; Wunderlich kassierte für das Foul eine Spieldauerstrafe. Joly legte das 5:2 nach.

Autor: Friedhelm Thelen

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