Die deutsche Bundesliga erweckt immer mehr Interesse im Ausland – nicht nur von Zuschauern, sondern auch von Finanzinvestoren.

Dortmund

BVB lehnt Einstieg chinesischen Investors ab

Sebastian Weßling
22. März 2017, 09:43 Uhr
Foto: firo

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Die deutsche Bundesliga erweckt immer mehr Interesse im Ausland – nicht nur von Zuschauern, sondern auch von Finanzinvestoren.

Die chinesische Beteiligungsgesellschaft Fosun hat bereits mit mindestens sechs Bundesligisten Gespräche geführt, berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital. Genannt werden Werder Bremen, Hertha BSC, VfL Wolfsburg, Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach – und Borussia Dortmund.

Beim BVB bestätigt man einen Kontakt mit dem chinesischen Unternehmen. „Es gab lediglich ein Sondierungsgespräch hinsichtlich der Möglichkeit einer Zusammenarbeit im Bereich Touristik“, sagt Finanzgeschäftsführer Thomas Treß im Gespräch mit dieser Zeitung. „In diesem Zusammenhang haben wir unter anderem auch klargestellt, dass eine Mehrheitsbeteiligung an Borussia Dortmund durch Fosun im Wege einer Kapitalerhöhung nicht infrage kommt.“

Ein weiteres Gespräch kam nicht zustande. Mit anderen Klubs aber soll der Finanzinvestor weiterhin in Kontakt stehen, einen Abschluss gibt es bislang nicht. Was vor allem an der 50+1-Regel liegen soll. Diese deutsche Besonderheit verhindert, dass Investoren die Mehrheit an einem Profiklub und damit die Kontrolle übernehmen können. Das macht einen Einstieg für Finanzinvestoren unattraktiv.

Anderswo gibt es diese Hindernisse nicht: Fosun hat im vergangenen Sommer bereits den englischen Zweitligisten Wolverhampton Wanderers gekauft, der Immobilien-, Hotel und Kaufhauskonzern Wanda stieg im Januar 2015 beim spanischen Topklub Atlético Madrid ein.

50+1-Regel könnte bald fallen
Doch auch in der Bundesliga könnten sich die Vorzeichen schon bald ändern: „Die 50+1-Regel wird in den nächsten drei bis fünf Jahren fallen“, sagte schon im Januar Klaus Filbry, Geschäftsführer von Werder Bremen – der ebenfalls mit Fosun im Gespräch war. Ähnlich erwarten es die meisten anderen Bundesliga-Bosse. Und dann dürfte auch das Interesse aus dem Ausland deutlich zunehmen.

Autor: Sebastian Weßling

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