Das kommt bei Eric Maxim Choupo-Moting auch nicht alle Tage vor: Der Nationalspieler Kameruns kann zu einem Länderspiel mit dem Auto anreisen.

Schalke

Choupo-Motings Vergleich mit Thomas Müller

Manfred Hendriock
21. März 2017, 21:40 Uhr
Foto: firo

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Das kommt bei Eric Maxim Choupo-Moting auch nicht alle Tage vor: Der Nationalspieler Kameruns kann zu einem Länderspiel mit dem Auto anreisen.

In der kommenden Woche spielt Kamerun gegen Guinea, der freundschaftliche Vergleich findet im belgischen Brüssel statt. „Choupo“ hat also wenig Reisestress in den Tagen vor dem Derby mit Schalke am 1. April gegen Dortmund. Zuvor testet Kamerun allerdings auch noch in Monastir gegen Tunesien.

Dass Choupo-Moting überhaupt wieder für Kamerun spielt, ist aber die eigentliche Nachricht dieser Entwicklung. Im Januar hatte er mit seiner Absage für den Afrika-Cup viele Leute in seiner Heimat verärgert – es schien nicht ausgeschlossen, dass die Kameruner vorerst ohne ihn planen würden. „Choupo“ wusste aber, dass er sich die Absage im Januar leisten konnte, ohne seine internationale Karriere zu riskieren: „Ich wusste von Anfang an, dass sie mich wieder kontaktieren“, sagt er im Gespräch mit der WAZ: „Denn ich weiß ja, dass ich trotzdem ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft bin.“ Um das zu verdeutlichen, nennt er ein Beispiel: „Wenn in Deutschland Thomas Müller mit einer für ihn guten Begründung nicht an einem Turnier teilnimmt, denke ich nicht, dass man danach sagen wird: Wir brauchen dich nicht mehr.“

Der Schalker Offensivspieler hatte im Januar „private Gründe“ für seinen Verzicht angegeben; außerdem verschwieg er nicht, dass er Schalke in der damaligen Personalnot mit seiner Entscheidung helfen würde. Die Kameruner drohten mit einer Sperre und Forderungen auf Schadenersatz, der Welt-Verband Fifa musste entscheiden und gab Schalke recht. Wenn er nun wieder zur Nationalmannschaft reist, sollen die Unstimmigkeiten endgültig ausgeräumt werden: „Ich werde natürlich noch einmal das eine oder andere mit den Verantwortlichen besprechen.“ Seine Entscheidung damals sei durchdacht gewesen und er habe auch offen kommuniziert, weiter für Kamerun spielen zu wollen: „Es war ganz klar von meiner Seite gesagt, dass ich nach dem Afrika-Cup wieder zur Verfügung stehe.“

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Weil Kamerun den Afrika-Cup gewonnen hat, könnte der Schalker im Sommer sogar doch noch an einem großen Turnier teilnehmen: Als Afrika-Meister starten die „Unzähmbaren Löwen“ beim Confed-Cup in Russland und treffen dort unter anderem auf Deutschland. „Das ist ein schönes Turnier, das ich noch nie gespielt habe“, sagt Choupo-Moting, „aber daran denke ich jetzt noch nicht so sehr. Erstmal abwarten und mit Schalke die Saison so gut wie möglich beenden.“

Es ist aber gut möglich, dass er den Confed-Cup auch als Bühne nutzen wird, um sich für andere Vereine zu präsentieren. Sein Vertrag auf Schalke läuft im Sommer aus und große Hektik bezüglich einer Verlängerung gibt es auf beiden Seiten nicht – „ich bin noch ganz entspannt“, sagt der Offensivspieler, der an diesem Donnerstag 28 Jahre alt wird. Choupo-Moting kennt diese Situation bereits: Vor drei Jahren, als sein Vertrag in Mainz auslief, flog er mit ungeklärter Zukunft zur WM nach Brasilien und entschied sich erst nach der Rückkehr für den Wechsel nach Schalke.

Bisher immer ablösefreie Wechsel
Jetzt könnte es wieder so gehen, nur dass Schalke den Spieler dann ablösefrei verlieren würde: Bislang hat Choupo-Moting in seiner ganzen Karriere stets das Vertragsende zum ablösefreien Wechsel genutzt.
Bevor er sich zur Nationalmannschaft verabschiedete, versprach er aber: „Der Fokus ist immer noch auf Schalke 04 gerichtet.“ Nach der Länderspielpause kommt das Spiel gegen Dortmund – der Sieg zuletzt in Mainz sei einer „im richtigen Moment“ gewesen, um dem Derby mit Schwung entgegenzustreben. Da will „Choupo“ schnell wieder dabei sein: Von Brüssel ist es ja nicht weit.

Autor: Manfred Hendriock

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