Der 1. FC Köln bezwingt Hertha BSC Berlin am 25. Spieltag der Fußball Bundesliga mit 4:2. Dreierpacker Modeste schießt sich immer tiefer in die Kölner Herzen.

1. FC Köln

Modeste lässt FC-Fans von Europa träumen

Lukas Draeger
18. März 2017, 19:39 Uhr
Foto: firo

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Der 1. FC Köln bezwingt Hertha BSC Berlin am 25. Spieltag der Fußball Bundesliga mit 4:2. Dreierpacker Modeste schießt sich immer tiefer in die Kölner Herzen.

Vor dem Spiel waren alle Vorzeichen klar definiert: Die Hertha reiste als Tabellen-Fünfter zum Siebten nach Köln. Bei einem Auswärtserfolg hätten die Hauptstädter ihre Stellung im Kampf um die europäischen Plätze weiter behaupten können. Der FC wollte mit einem Heimsieg wieder ran an die heiß begehrten Europa League-Plätze. Mutmacher für die Gäste: Seit fünf Spielen hat die Hertha nicht mehr gegen den FC verloren. Grund genug also für die Domstädter, dieser Serie ein Ende zu setzen.

Osako/Modeste machen in Halbzeit eins alles klar
Die Kölner fanden in den ersten Minuten der Partie besser ins Spiel, agierten schlichtweg spielfreudiger. Keine fünf Minuten gespielt, setzte FC-Stürmerstar Anthony Modeste die erste Duftmarke. In den folgenden 85 Minuten sollte sich zeigen, warum Schmadtke und Co.in den letzten Wochen hohe Transfer-Angebote im Millionenbereich für den Franzosen ausschlugen.

Wenige Sekunden nach der ersten Chance des Spiels dann der erste Treffer: Yuya Osako brachte den FC in der sechsten Spielminute mit einem wuchtigen Distanzschuss der Kategorie „Traumtor“ in Führung, Hertha-Keeper Jarstein war noch dran, zu wuchtig aber der Schuss des Japaners.

Beflügelt von seinem Treffer schien Osako als Dreh-und Angelpunkt im Offensiv-Spiel der Kölner. Den Berlinern gelang in der ersten Hälfte wenig bis gar nichts. Zu träge spielten die Gäste im Rhein-Energie-Stadion auf. Ungenaue Pässe und Fehler im Spielaufbau sorgten dafür, dass auch Herthas Defensiv-Youngster Niklas Stark von einer „naiven ersten Halbzeit“ spricht. Zudem: BSC-Torjäger Salomon Kalou musste den Platz nach 30 Minuten verlassen.

Für ihn ins Spiel kam Ex-Kölner Mitchell Weiser, dessen Auftritt in den kommenden 60 Spielminuten von Pfiffen begleitet wurde. Einzig und allein Weiser sorgte für zumindest etwas Gefahr der Hertha im Spiel über die Flügel. Die Initialzündung im Spiel der Kölner, Yuya Osako, war dann auch maßgeblich am 2:0 des FC durch Anthony Modeste zehn Minuten vor der Pause beteiligt. Bereits nach 35 Minuten zeigte sich wieder einmal, dass die Kombination Osako/Modeste die Lebensversicherung der Geißböcke ist.

Auch FC-Manager Schmadtke adelte nach dem Spiel: „Ein Stürmer kann es nicht besser machen, als es Anthony momentan tut. Er braucht relativ wenig Möglichkeiten, um erfolgreich zu sein.“ Insgesamt lobte er der 53-Jährige aber den Auftritt der gesamten Mannschaft: „Wir haben eine extrem stabile und gute Mannschaftsleistung auf den Platz gebracht.“

Das Thema Europa ermüdet mich langsam!
Jörg Schmadtke

Torschütze zum 3:0? Modeste- wer auch sonst? Überlegt schob er nach überlegtem Lehmann-Pass in die Tiefe vor Jarstein nur zwei Minuten nach dem 2:0 zur komfortablen Halbzeitführung ein. Der FC-Kapitän sprach nach dem Spiel von einer „sehr guten Reaktion“ auf die zuletzt fünf Spiele ohne Sieg.

Europa noch kein Thema für den FC
Kurz nach der Pause verkürzte Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic per Elfmeter auf 1:3. Die Berliner kamen energischer aus der Kabine, drehen konnten sie die Partie dennoch nicht. Auch und besonders, weil Modeste ein drittes Mal zuschlug. Sein Treffer in der 63. Minute war zugleich Saisontreffer Nummer 22 für den Angreifer. Lediglich John Anthony Brooks ließ die mitgereisten Berliner Fans nach seinem Kopfballtor rund 20 Minuten vor Schluss noch einmal hoffen- vergebens.

FC-Trainer Peter Stöger war nach dem Spiel "sehr zufrieden darüber, dass meine Mannschaft im Vergleich zum Ingolstadt-Spiel in der letzten Woche ein anderes Gesicht gezeigt hat". Der 1. FC Köln rückt durch den insgesamt verdienten 4:2-Erfolg gegen schwache Berliner auf den sechsten Rang vor und kommt bis auf drei Punkte an die Hertha ran.

Von Europa wollte Schmadtke trotz der Fangesänge der FC-Fans aber -noch- nichts wissen: „Das Thema Europa ermüdet mich langsam. Wir können gerne im Mai noch einmal darüber reden, aber jetzt ist es noch etwas früh. Wir können ja auch über die Weltpolitik und den Merkel-Besuch bei US-Präsident Trump reden“, scherzt der FC-Manager.

Autor: Lukas Draeger

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