Schalke will die miese Auswärtsstatistik in Mainz aufpolieren und den Schwung aus der Europa League mitnehmen.

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Heidels Rückkehr würzt das Mainz-Spiel

Thomas Tartemann
18. März 2017, 15:13 Uhr
Foto: firo

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Schalke will die miese Auswärtsstatistik in Mainz aufpolieren und den Schwung aus der Europa League mitnehmen.

Die Auswärtsspiele des FC Schalke 04 sind in der Fußball-Bundesliga bisher eine einzige Enttäuschung. Nur einen Sieg schaffte die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl in elf Spielen auf fremdem Platz. Mit mageren sieben Auswärtszählern sind die Schalker das zweitschlechteste Team.

Am Sonntag (15.30 Uhr) in Mainz soll die Statistik aufpoliert werden. Schalke muss nach wie vor dringend etwas für das Punktekonto tun, um den Abstand zur Gefahrenzone zu vergrößern und gleichzeitig Tuchfühlung zu den Konkurrenten aufzunehmen, die sich um die internationalen Plätze streiten.

Markus Weinzierl setzt darauf, dass sein Team durch das Weiterkommen in der Europa League unter der Woche Rückenwind aufnimmt. „Solche Erlebnisse, wie unser 2:2 in Mönchengladbach, geben Aufschwung“, sagt Weinzierl, „aber wir müssen das Viertelfinale der Europa League jetzt erst einmal bis Mitte April ablegen. Mainz ist in der Bundesliga die nächste schwere Aufgabe, in der wir punkten müssen.“

Der Schalker Kaderchef hat dabei durchaus im Blick, dass es in Mainz für eine offensive Mannschaft richtig gefährlich werden kann. „Die Mainzer sind eine gute Konter-Mannschaft. Sie haben ihre große Stärke in der Umschaltbewegung. Wir müssen höllisch aufpassen und eigene Ballverluste müssen wir deswegen unbedingt vermeiden“, warnt Weinzierl. Gerade in Mönchengladbach zeigten die Königsblauen vor dem 0:2-Rückstand das Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen darf. Nachdem Eric Maxim Choupo-Moting hängenblieb und sich den Ball abluchsen ließ, landete die Kugel wenige Sekunden später im Schalker Netz. Weinzierl: „Wir arbeiten grundsätzlich alles nach – auch diese Szene mit Choupo. So dürfen wir uns nicht verhalten. Wenn man in einer eigenen Kontersituation ist, muss man diese auch abschließen.“

Besondere Würze erhält das Duell zwischen den Rheinhessen und dem Ruhrpott-Klub durch die Rückkehr von Sportvorstand Christian Heidel, der insgesamt 26 Jahre für den FSV arbeitete, bevor er im Juli 2016 die Geschicke beim FC Schalke 04 übernahm. „Ich habe in den letzten Tagen viele Anrufe aus Mainz bekommen. Viele Leute haben gefragt, in welchem Hotel wir sind und ob wir uns treffen können. Daran merkt man einfach, dass es etwas besonderes ist“, sagt Heidel, der aber relativ locker wirkt: „Es kommt wie es kommt. Ehrlich gesagt bin ich ganz froh darüber, dass die Partie in Mainz erst jetzt in der Rückrunde stattfindet und nicht schon in der Hinrunde auf dem Plan stand. Ich freue mich auf dieses Spiel, habe nach wie vor viele gute und sehr gute Freunde in Mainz.“ Heidel schiebt aber sofort nach: „Für 90 Minuten muss die Freundschaft ruhen. Wir wollen dieses Spiel mit Schalke unbedingt gewinnen.“ Sportdirektor Axel Schuster, der zusammen mit Heidel aus Mainz nach Schalke wechselte, erwartet einen „besonderen Moment, wenn wir mit dem Bus ins Stadion fahren.“ Für Schuster und Heidel ist diese Erfahrung komplett neu. „Auch die Gästekabine habe ich bis auf die Begehung bei der Stadioneinweihung noch nie von innen gesehen. Das wird ebenfalls eine neue Erfahrung“, so Schuster.

Der Mainzer Trainer Martin Schmidt rechnet nicht damit, dass Schalke vom Kopf her noch in der Europa League festhängt. „Sie kennen diesen Rhythmus und haben sich zuletzt immer weiter gesteigert. Es wäre eine zu romantische Vorstellung zu glauben, dass wir Schalke am Sonntag einfach überrollen“, sagt der Schweizer und gibt die Parole aus: „Wir wollen den Gegner bedrängen und das Heimspiel hochintensiv führen." Martin Schmidt ist überzeugt, dass seine Profis den Ernst der Lage erkannt haben: „Meine Mannschaft ist sich der Situation zu 100 Prozent bewusst und hat schon mehrfach unter Beweis gestellt, dass sie unter Druck funktioniert.“ Schmidt erwartet ein „Spiel auf Augenhöhe" gegen Schalke. Die Königsblauen wollen dem FSV allerdings eine Nasenlänge voraus sein...

Autor: Thomas Tartemann

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