Die U19 von Rot-Weiss Essen kann doch noch gewinnen. Mit 2:0 bezwang sie den favorisierten VfL Bochum und landete damit einen überraschenden Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

RWE U19

1. Finale gewonnen – Trainer sieht erstes Tor nicht

Timotheus Eimert
17. März 2017, 08:45 Uhr
Foto: Bohla

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Die U19 von Rot-Weiss Essen kann doch noch gewinnen. Mit 2:0 bezwang sie den favorisierten VfL Bochum und landete damit einen überraschenden Befreiungsschlag im Abstiegskampf.

Nach acht sieglosen Spielen konnte die U19 von Rot-Weiss Essen ausgerechnet gegen den ambitionierten VfL Bochum drei Punkte einfahren. Damit hat die Wolters-Elf das erste von sechs Endspielen gewonnen. Wir sprachen mit dem überglücklichen Trainer.

Carsten Wolters, Glückwunsch zum 2:0-Sieg gegen den Tabellenvierten VfL Bochum. Wie fällt Ihr Fazit nach dem Spiel aus?
Es ist pure Erleichterung. Wenn man vor dem Spiel gefragt hätte, wer das Spiel gewinnt, dann hätten 100 Prozent Bochum geantwortet. Wir hatten einen Negativlauf, doch die Mannschaft hat sich heraus gekämpft. Wir haben wirklich auch alles gegeben. Das macht mich ein wenig Stolz auf die Mannschaft.

Das 1:0 für Ihre Mannschaft war sehr kurios. Wie haben Sie die Szene gesehen?
Ich habe es gar nicht mitbekommen, wenn ich ehrlich bin. Ich habe nur den Rückpass gesehen und mich dann kurz umgedreht. Ich sah wenig später den Linienrichter zur Mittellinie laufen, neben mir haben alle gejubelt. Also ich habe es gar nicht so richtig mitbekommen.

War die Szene der Schlüssel zum Erfolg?
Ich denke, dass man solche Situationen in so einem Spiel auch braucht. Wenn man gegen eine eigentlich übermächtige Mannschaft spielt, die das Dreifache an Punkten hat, da braucht man vielleicht so einen Öffner. Damit die Jungs auch dran glauben, dass etwas möglich ist. Wie wir es dann aber gemacht haben, das war super.

Ihre Mannschaft hat in den letzten beiden Spielen acht Gegentreffer kassiert. Diesmal stand die Null. Wie haben Sie die Abwehr in so kurzer Zeit stabilisiert?
Man muss ja immer weiter arbeiten. Wir haben vor den Spielen gegen Münster und Gladbach nicht anders gearbeitet als jetzt vor dem Bochum-Spiel. Ich habe vielleicht die äußeren Mittelfeldspieler mehr in die Verantwortung genommen, dass sie mehr nach hinten arbeiten.

War es auch gut, dass Ihre Mannschaft endlich einmal in Führung gegangen ist und keinem Rückstand hinterherlaufen musste?
Es tat natürlich gut, dass wir mal geführt haben. Wir waren jetzt die letzten Spiele immer im Rückstand. Und jetzt war es das erste Mal nach langer Zeit, dass wir in Führung gegangen sind. Die Mannschaft glaubt mehr an sich und das Selbstvertrauen kommt wieder. Das merkt man.

Wir haben Sie an der Außenlinie aktiver erlebt als in den letzten Partien. Hat dies mit der jetzigen Situation zu tun, dass Ihr Team immer tiefer im Abstiegskampf steckt?
Ja gut, der Druck ist natürlich groß. Wir haben in der Rückrunde leider viele Punkte liegen lassen. Jetzt haben wir gegen eine Mannschaft gespielt, die um die Meisterschaft kämpft. Da ist natürlich schon eine gewisse Anspannung da. Ich glaube, nicht nur ich war aktiver, sondern die ganze Bank. Aber anders geht es nicht, auch wenn sich der Gegner genervt fühlt. Wenn man uns individuell vergleicht, dann sind wir die schlechtere Mannschaft. Deswegen müssen wir pushen und coachen, sonst können wir gegen Mannschaften wie Bochum, Schalke oder Dortmund nicht gewinnen.

Autor: Timotheus Eimert

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