Vier Spiele ohne Sieg und Tor – der MSV Duisburg steckt in einer Formkrise. Das gibt Anlass zur Sorge. Denn verspielen die Zebras den Aufstieg, droht ein finanzielles Fiasko.

MSV

"Die Einschnitte wären gravierend"

Martin Herms
15. März 2017, 16:49 Uhr
Foto: Firo

Foto: Firo

Vier Spiele ohne Sieg und Tor – der MSV Duisburg steckt in einer Formkrise. Das gibt Anlass zur Sorge. Denn verspielen die Zebras den Aufstieg, droht ein finanzielles Fiasko.

Der MSV ist auf die Fernsehgelder in Liga zwei angewiesen. Ab der kommenden Saison greift der 4,64-Milliarden-Euro-Deal der DFL über die nächsten vier Jahre. Auf die Duisburger würde im Aufstiegsfall eine Summe von rund sieben Millionen Euro warten. Dieses Geld benötigt der Traditionsverein, um sich der Altlasten aus dem Insolvenz-Jahr 2013 zu entledigen. Im März 2014 wurde ein Schuldenschnitt mit den Gläubigern auf Basis eines Drei-Jahres-Plans vereinbart. 2,5 Millionen Euro sind am 1. Juli dieses Jahres fällig. Ohne den sportlichen Erfolg dürfte diese Summe kaum zu stemmen sein, denn in der 3. Liga erhält der MSV Fernsehgelder in Höhe von nur knapp einer Million Euro.

Wir sprachen mit MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt über die finanziellen Folgen eines Nichtaufstiegs in die 2. Bundesliga.

Peter Mohnhaupt, der MSV ist immer noch Tabellenführer. Wie sehr beruhigt Sie die sportliche Situation trotz der aktuellen Leistungsdelle aus Sicht des Geschäftsführers?
Wir sind ja bei uns im Verein im ständigen, täglichen Austausch – wenn es läuft und auch dann, wie im Moment, wenn die Ergebnisse fehlen. Dass nach einer so langen Serie mit konstant positiven Ergebnissen in einer so ausgeglichen Liga wie in dieser Spielzeit auch ein Durchhänger kommen kann, ist allen bei uns klar gewesen. Deshalb machen uns diese letzten vier Spiele auch nicht verrückt oder extrem besorgt – aber um so mehr sind wir alle - Verein, Team und Fans - gefordert, alles zu tun, damit wir schnell wieder in die Erfolgsspur kommen. Und das werden wir auch!

Auch wenn man mit dieser Frage schon den Teufel an die Wand malt: Welche Auswirkungen hätte ein Nicht-Aufstieg des MSV Duisburg?
Die Einschnitte wären gravierend. Wir müssten eine deutlich kleinere Schiene als jetzt fahren. Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir in dieser Saison im organisatorischen und strukturellen Bereich einen Modus aufrecht erhalten, mit dem wir auch für die 2. Liga gewappnet sind – wohlgemerkt: organisatorisch und strukturell. Wir sind absolut überzeugt, dass wir in dieser Saison wieder hoch kommen – und wollen den nächsten Schritt dazu am Samstag gegen Erfurt machen.

Mit welchen Einnahmen rechnen Sie in der 2. Bundesliga? Dann greift ja bekanntlich der Milliarden-Deal der DFL.
Wir haben fristgerecht unsere Zahlen für den Lizenzantrag bei der DFL eingereicht, wissen aber, dass wir bis Ende Mai, also bis zum Ende der Bedingungsfrist, Hausaufgaben zu erledigen haben. Wer uns kennt, weiß, dass wir seriös arbeiten und keine Zahlen nennen. Es darf aber auch niemand vergessen, dass wir mit zuletzt drei von vier Spielzeiten in der 3. Liga neue Verbindlichkeiten aufgebaut haben und dass zum 1. Juli 2017 auch die Restverbindlichkeiten aus dem Schuldenschnitt fällig werden. Klar, es wird in der 2. Bundesliga deutlich mehr Geld fließen als in der 3. Liga – aber ein plötzliches Zuckerschlecken wird es in Duisburg deshalb nicht geben. Und: da ja auch alle Konkurrenten vom neuen TV-Vertrag profitieren, relativieren sich im Hinblick auf den Wettbewerbsvergleich diese Mehreinnahmen deutlich.

Könnte der MSV überhaupt ein eventuelles Jahr in der 3. Liga stemmen?
Auch das ist keine neue Erkenntnis, sondern von uns schon vor einem Jahr so kommuniziert: Es würde kein leichtes Jahr, erst recht nicht, wenn wir uns die Stimmungslage vorstellen müssten, nach unseren bisherigen Leistungen nicht aufzusteigen. Aber natürlich haben wir beim DFB auch unsere Unterlagen für die 3. Liga eingereicht. Alles andere wäre unseriös.

Autor: Martin Herms

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren