Es war eine ansehnliche Jubeltraube, die sich nach 66 Minuten im Osnabrücker Stadion an der Bremer Brücke bildete.

BVB

3:0 in Lotte - jetzt geht es zu den Bayern

Sebastian Weßling
14. März 2017, 20:18 Uhr
Foto: firo

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Es war eine ansehnliche Jubeltraube, die sich nach 66 Minuten im Osnabrücker Stadion an der Bremer Brücke bildete.

Es ging wesentlich weniger routiniert zu, als man es vermuten könnte, wenn ein Erstligist den entscheidenden Treffer gegen einen Drittligisten erzielt. Aber Borussia Dortmund hatte sich eben schwer getan gegen die Sportfreunde Lotte, die sich lange mindestens ebenbürtig präsentierten.

Und so wurde der Treffer zum 2:0 durch André Schürrle von den Mitspielern entsprechend euphorisch gefeiert. Am Ende hieß es vor 15.780 Zuschauern 3:0 (0:0) für den BVB, was ihm den Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Bayern Mitte April sicherte.

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte seine Mannschaft auf drei Positionen umgebaut – auf zweien nicht ganz freiwillig: Mittelfeldlenker Julian Weigl und Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang fehlten wegen Adduktorenproblemen, Letzterer ist auch für das Bundesligaspiel gegen den FC Ingolstadt am Freitag fraglich. Erik Durm bekam eine Pause und nahm auf der Bank Platz. Für Aubameyang rückte André Schürrle ins Sturmzentrum, Ousmane Dembéle, Christian Pulisic und Lukasz Piszczek rotierten wieder in die Mannschaft.

Es war überraschenderweise der Drittligist, der für die ersten Aufreger der Partie sorgte: Nach einem langen Ball in den BVB-Strafraum kam Matthias Ginter zu Fall, Bernd Rosinger an den Ball, aber nicht zwingend zum Abschluss (2.). Wenig später misslang den Dortmundern die Abseitsfalle gründlich, Tim Wendel aber legte sich freistehend den Ball ein Stückchen zu weit vor und scheiterte dann am aus seinem Tor herausstürzenden Roman Bürki (11.). Dann war wieder Rosinger an der Reihe, sein Schuss wurde aber an der Strafraumgrenze geblockt (13.).

Und Rosinger setzte einen Heber aus 20 Metern über das Tor (19.).
Lotte ging aggressiv zu Werke, attackierte die Dortmunder früh im Spielaufbau und spielte dann schnell und schnörkellos nach vorne – und zeigte durchaus ansehnliche Kombinationen. Es dauerte, bis der BVB diesem Schwung etwas entgegenzusetzen hatte. Nach 20 Minuten arbeiteten sich die Gäste so langsam ins Spiel, bremsten Lottes Angriffsschwung – erarbeiteten sich aber weiterhin kaum zwingende Chancen: Dembélés schwacher Kopfball wurde geklärt (15.), ebenso Shinji Kagawas Abschluss – und Gonzalo Castros Nachschuss aus 20 Metern ging deutlich über das Tor (22.). Raphael Guerreiro kam dem Tor noch am nächsten, aber sein Schuss aus 20 Metern strich knapp vorbei (24.).

Die Dortmunder Offensivspieler taten sich schwer auf dem nicht gerade ebenen Untergrund in Osnabrück. Dembélé dribbelte sich immer wieder fest oder lief ins Abseits, Christian Pulisic fand in Durchgang eins kaum statt und Schürrle bekam im Sturmzentrum wenig brauchbare Zuspiele. Zu kompliziert versuchten es die Dortmunder um den generischen Strafraum, wählten oft den einen Querpass zu oft, was angesichts des schwierig zu bespielenden Rasens nicht die beste Idee war.

So ging es mit einem 0:0 in die Pause – aus der die Dortmunder zunächst druckvoller zurückkehrten. Am Ende des bis dato besten Spielzugs bediente Pulisic Kagawa – doch dessen Schuss aus spitzem Winkel klärte Fernandes zur Ecke (49.). Lotte aber spielte weiterhin mutig nach vorne – und büßte dafür nach 57 Minuten: Dembélé spazierte durchs weitgehend entblößte Mittelfeld, bediente dann den nun deutlich auffälligeren Pulisic und der schob frei vor dem Tor sicher ein.

Neun Minuten später legte der BVB nach: Kagawa flankte, Guerreiro legte per Kopf ab und Schürrle drückte den Ball in der Mitte über die Linie (66.). Lottes Widerstand war gebrochen, der Drittligist zahlte nun zudem den Preis für sein Anfangstempo. Die besseren und zahlreicheren Chancen hatte Dortmund, nach und nach wurde der Klassenunterschied sichtbar. Kapitän Marcel Schmelzer erhöhte noch per Freistoß aus knapp 30 Metern zum 3:0. Dabei blieb es – letztlich ein verdienter, aber etwas zu hoher Sieg für Dortmund.

Autor: Sebastian Weßling

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