Die größte Ultragruppierung des Hamburger SV hat mit einer spöttischen Stellungnahme das Abbrennen von Pyrotechnik gerechtfertigt.

Ein Kommentar über Pyrotechnik

Gemeinsam eine Lösung finden

Marian Laske
13. März 2017, 21:13 Uhr
Foto: Ketzer

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Die größte Ultragruppierung des Hamburger SV hat mit einer spöttischen Stellungnahme das Abbrennen von Pyrotechnik gerechtfertigt.

Die Ultras von „Poptown“ weisen in einem Flyer darauf hin, dass die Strafen, die Vereine für die brennenden Bengalos bezahlen müssen (bisher eine halbe Million Euro), sozialen Projekten zugute kämen. Der HSV allein zahlte 45 000 Euro für karitative Zwecke. Ganz ernst gemeint sei dies nicht, heißt es weiter. Aber ein entspannter Umgang mit dem Zünden von Pyrotechnik würde „viele Konflikte von vorneherein vermeiden und entschärfen“, schreiben die HSV-Ultras.

Ein Kommentar zum Thema:

Die Hamburger Ultras meinen das natürlich nicht ernst. Sie rechtfertigen ihre Pyro-Aktionen mit den fälligen Strafen, die der HSV blechen muss und die sozialen Projekten zugutekommen. Eine Provokation, die allerdings auf ein Problem hinweist: Immer noch brennen regelmäßig Bengalische Feuer im Stadion. Warum eigentlich?

Auf der einen Seite stehen die Ul­tras, die ihren Verein zu jedem Spiel begleiten, tagelang an großartigen Choreos basteln. Die aber Pyrotechnik auch als festen Bestandteil ihrer Kultur sehen. Auf der anderen Seite stehen der DFB und die DFL, die vollkommen zu Recht auf die Risiken hinweisen. Für die Verbände ist und bleibt Pyrotechnik verboten.

Nur: Das Verbot hat nicht dafür gesorgt, Fackeln aus dem Stadion zu verbannen. Mehr noch: Pyrotechnik wird unkontrolliert abgebrannt. Die Sicherheit erhöht dies nicht.

Beide Seiten sollten gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Ansätze gibt es. In den USA wurde ein Fußballstadion eröffnet, in dem es eine Pyrozone gibt. Hier dürfen Bengalos brennen. Der dänische Fußballverein Brøndby IF hat mit seinen Anhängern sogar Pyrotechnik entwickelt, die Fans nicht gefährden soll. Reden kann also helfen. Aber beide Seiten müssen es ernst meinen.

Autor: Marian Laske

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