Nach dem 1:2 in Berlin lastet wieder erhöhter Druck auf BVB-Trainer Tuchel. Deshalb muss er heute im DFB-Pokal gegen Lotte zurück auf die Siegerstraße

BVB

Der Druck auf Tuchel hat sich wieder erhöht

Sebastian Weßling
13. März 2017, 20:45 Uhr
Foto: firo

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Nach dem 1:2 in Berlin lastet wieder erhöhter Druck auf BVB-Trainer Tuchel. Deshalb muss er heute im DFB-Pokal gegen Lotte zurück auf die Siegerstraße

Thomas Tuchel ist angeschlagen. Eine Erkältung plagt den Trainer von Borussia Dortmund. Aber das ist nicht alles, was ihm am Montagnachmittag zu schaffen macht. Eigentlich soll es auf dem Trainingsgelände im Stadtteil Brackel um das Pokalspiel am Dienstag gegen den Drittligisten Sportfreunde Lotte (18.30 Uhr/ARD) gehen. Viele Fragen aber drehen sich um das zurückliegende Spiel, um die 1:2-Niederlage bei Hertha BSC.

Als ein Journalist etwas zur Schauspieleinlage des Berliners Mitchell Weiser wissen will, wehrt Tuchel noch grinsend ab. Dann kommt die Frage nach den vier Änderungen in seiner Startelf. Und ob die Qualität der Mannschaft nicht reicht, um auf gleichbleibendem Niveau zu rotieren? Da grinst Tuchel nicht mehr. Er muss sich rechtfertigen. „Die Änderungen hielten sich in Grenzen“, sagt er und verweist auf die Verletzung von Abwehrchef Sokratis, die einen Wechsel nötig gemacht hat. Auf die Spieler Lukasz Piszczek und Ousmane Dembélé, die mal eine Pause gebraucht haben. „Aus meiner Sicht waren das ganz normale Wechsel, die für eine Mannschaft, die so viele Spiele hat, nicht als Grund dienen dürfen, dass wir schlechter verteidigen.“

Genau da lag eines der Probleme des BVB in Berlin. 16 Torschüsse ließ die Mannschaft zu – auch für den Geschmack des Trainers zu viele. Und vorne nutzte die Elf ihre Chancen nicht und verlor deswegen ein Spiel, das zwar nicht richtig gut, aber auch nicht richtig schlecht war – und doch auf die Stimmung drückt. Dabei hatte die sich zuletzt deutlich verbessert: Vier Pflichtspiele in Folge hatte der BVB deutlich gewonnen, dabei 16:2 Tore geschossen. Das Angriffsspiel lief wieder flüssig, die Defensive stand wesentlich stabiler.

Dann passierte die Pleite in Berlin – und wieder, nachdem Tuchel die Mannschaft auf mehreren Positionen verändert hatte.
Auch gegen Lotte wird Tuchel rotieren müssen. Julian Weigl hat muskuläre Probleme und braucht ohnehin mal eine Pause. Abwehrchef Sokratis ist gesperrt – Tuchel muss also wohl auf seine zentrale Defensivachse verzichten. Und das gegen eine „selbstbewusste Mannschaft, die ihre Chance nutzen wird“, so Tuchel, weil sie zuletzt zwei Heimspiele in Folge gewonnen hat. Ohnehin sei der Drittplatzierte der 3. Liga eine Mannschaft auf Zweitliganiveau – auf die sich der BVB entsprechend vorbereitet hat. Vor zwei Wochen, als die Partie letztlich wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt werden musste, hatte Tuchel seiner Mannschaft den Gegner in drei Sitzungen näher gebracht. Das immerhin kann er sich nun sparen.

„Wir werden versuchen, das in einer Sitzung zu komprimieren, das wird dann auch eher eine Wiederholung“, sagt der 43-Jährige. Der Gegner ist der gleiche, nur das Stadion ein anderes: Die Begegnung findet an der Bremer Brücke in Oberhausen statt. Dort geht es um 2,55 Millionen Euro Zusatzeinnahmen – und es geht darum, in Ruhe weiterarbeiten zu können. Eine Niederlage beim Drittligisten würde die Position des im Klub nicht unumstrittenen Tuchel schwächen. Und Unruhe kann der BVB nicht brauchen: Nach der Länderspielpause geht es gegen Schalke, den Hamburger SV und Bayern, auch im Pokal warten die Bayern – den so wichtigen Sieg gegen Lotte vorausgesetzt.

Autor: Sebastian Weßling

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