Der BVB hat in der Fußball-Bundesliga erneut leichtfertig Punkte liegen gelassen. Nach dem 1:2 in Berlin muss das Tuchel-Team um die Champions League bangen. Ein Kommentar.

BVB-Kommentar

Auf Dortmunds Schwächeln ist Verlass

Daniel Berg
11. März 2017, 21:48 Uhr
Foto: Firo

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Der BVB hat in der Fußball-Bundesliga erneut leichtfertig Punkte liegen gelassen. Nach dem 1:2 in Berlin muss das Tuchel-Team um die Champions League bangen. Ein Kommentar.

Mit den Bayern ist es ja so in deutschen Fußball-Landen: Man liebt sie oder man hasst sie. Dazwischen gibt es nur wenige Graustufen. Und jene, die die Bayern nicht lieben, haben im Sommer für sich einen hübschen Plan für die Bundesliga-Saison aufgestellt. In dem würde es eine hoch komplizierte Saison für die Münchener werden. Sie würden nun nicht mehr vom besten Trainer aller Zeiten, Pep Guardiola, betreut, sondern von einem gemütlichen Italiener, der zwar schon alles gesehen und gewonnen hat, aber kein Deutsch spricht und auch sonst sicher Zeit brauchen würde, bis alle verstanden haben, um was es ihm so gehen würde.

Das war schon vor der Saison eine eher verwegene Hoffnung und spätestens nun stellt sie sich als größtmöglicher Unsinn heraus.

Denn am 24. Spieltag stehen die Bayern nicht nur ganz oben in der Tabelle, nein, ihnen ist im Grunde schon zur Meisterschaft zu gratulieren. Zehn Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger, der kein Verfolger ist, sondern der erste Nachzügler. München spielt mal wieder in seiner eigenen Liga.

Das hat mir ihrer erstaunlichen Stärke zu tun, mit ihren scheinbar unendlichen Möglichkeiten, Qualität auf den Platz zu bringen, selbst wenn wichtigste Männer mal unpässlich sind. Das hat aber auch mit der Konkurrenz zu tun, die verlässlich schwächelt, wann immer es die vage Hoffnung auf ein kleines Fünkchen Spannung gegeben hätte geben können. Aber für den Aufsteiger aus Leipzig war diese Aufgabe definitiv zu groß.

Vor allem der BVB darf sich aber trotz des vor der Saison ausgerufenen Übergangsjahres angesprochen fühlen, durchaus leichtfertig zumindest einige Punkte liegen gelassen zu haben. Punkte, die den Abstand zu den Bayern nicht vollständig geschlossen hätten, aber die zumindest das Dortmunder Tabellen-Dasein zu mehr Ruhe verholfen hätten. Ein Sieg in Berlin hätte Schwarz-Gelb in Schlagdistanz zu Leipzig gebracht, hätte den Abstand auf Hoffenheim und Berlin ausgeweitet. Aber dann war es wieder da, das Schwächeln, auf das Verlass ist. Außer bei den Bayern.

Autor: Daniel Berg

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