Auf Königsklassen-Lust folgt Bundesliga-Frust: Der BVB hat nach dem souveränen Viertelfinal-Einzug in der Champions League im Alltagsgeschäft eine Niederlage hinnehmen müssen.

BVB

1:2! Großer Bundesliga-Frust in Berlin

Daniel Berg
11. März 2017, 17:28 Uhr
Foto: Firo

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Auf Königsklassen-Lust folgt Bundesliga-Frust: Der BVB hat nach dem souveränen Viertelfinal-Einzug in der Champions League im Alltagsgeschäft eine Niederlage hinnehmen müssen.

Beim Verfolger Hertha BSC verlor der BVB trotz vieler frischer Kräfte nicht unverdient mit 1:2 (0.1).

Wie von Trainer Thomas Tuchel am Tag vor dem Spiel angekündigt, bemühte er sich, auf ein paar seiner unverzichtbarsten Männer zu verzichten, um ihnen eine durchaus nötige Pause zu verschaffen. Zu diesem Personenkreis zählten am Samstagnachmittag Abwehrchef Sokratis, Außenverteidiger Lukasz Piszczek, Offensivwucht Ousmane Dembélé und Jungkönner Christian Pulisic. Für sie rückten Matthias Ginter, Raphael Guerreiro, André Schürrle und Shinji Kagawa in die Startformation.

Letztgenannte sorgten sogleich in einer Co-Produktion für Gefahr: Pass Kagawa, doch Schürrles Schuss mangelte es bedeutend an Präzision in Höhe und Richtung (2.). Zwei Minuten später wuchtete Ginter einen Kopfball nach einer Ecke über das Tor. Doch diese beiden Szenen blieben für längere Zeit die bedeutendsten Aktionen in der schwarz-gelben Offensive. Genki Haraguchis Distanzschuss dokumentierte die Berliner Ambitionen noch unzulänglich. Doch sie bekamen für den Führungstreffer Dortmunder Unterstützung in Person von Matthias Ginter. Der Verteidiger verlor den Ball in der eigenen Hälfte und dann den entscheidenden Zweikampf gegen Vedad Ibisevic, Querpass, Tor. Salomon Kalou schob den Ball nach Ginters Doppelfehler ins leere Tor (11.).

Und bis zur Halbzeit hätte die Hertha noch weitere Treffer nachlegen können. Kalous Schuss aus 25 Metern hielt BVB-Torwart Roman Bürki sehenswert, bei der anschließenden Ecke verfehlte er allerdings den Ball und war darauf angewiesen, dass Guerreiro den erneuten Kalou-Schuss von der Linie schlug (16.). Und hätte sich der Hertha-Stürmer nicht kurz vor der Halbzeit aus unerfindlichen Gründen dafür entschieden, eine recht flache Hereingabe Marvin Plattenhardts mit dem Kopf die letzten Zentimeter über die Linie drücken zu wollen, wäre das Ergebnis aus Dortmunder Sicht weniger schmeichelhaft geraten. Denn in der Offensive flog nur ein eher zufällig zustande gekommener Kopfball von Marc Bartra auf das Tornetz der Berliner (40.). Zur Halbzeit war das Beste aus Dortmunder Sicht: das Ergebnis.

Doch die Borussia kam mit deutlich mehr Engagement aus der Kabine. Nur wenige Sekunden nah Wiederbeginn fehlten Pierre-Emerick Aubameyang nach Hereingabe von Erik Durm nur Zentimeter zum Ausgleich. Auf der Gegenseite vergab erst Per Skjelbred (49.), dann blockte Marcel Schmelzer kurz vor dem Tor Haraguchis Versuch (54.). Gefahr auf beiden Seiten - ein Merkmal, das dieses Spiel erstmal behalten sollte.

Dortmunds gute Phase begann mit dem Ausgleich. Nach einem Pass des umtriebigen Kagawa vollendete Aubameyang über die Handschuhe von Rune Jarstein hinweg ins Tor. Sein 22. Saisontreffer (55.). Der BVB wirkte jetzt überzeugter, kam häufig vor der Berliner Tor. Castro lief nach eigenem Ballgewinn und Schürrle-Pass allein auf Jarstein zu, verzog aber (58.), und ein Lupfer Aubameyangs senkte sich neben den Pfosten (69.). Mitten hinein in diese Phase erzielte die Hertha den erneuten Führungstreffer. Plattenhardt kanonierte einen Freistoß aus 18 Metern sehenswert in den Winkel. Roman Bürki wirkte mindestens überrascht (71.).

Der BVB wirkte um eine erneute Antwort verlegen. Tuchel wechselte zwar Dembélé und Pulisic ein, doch auch mit frischen Kräften schaffte es die Borussia nicht, sich klare Chancen herauszuspielen. Irgendein Berliner bekam stets irgendein Körperteil noch zwischen Schüsse und letzte Pässe. So blieb es beim 1:2 aus Dortmunder Sicht.

Autor: Daniel Berg

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