In einem tor- und ereignisreichen Spiel trennten sich Westfalenliga-Spitzenreiter Westfalia Herne und der Verfolger FC Iserlohn 3:3 (1:1)-Unentschieden.

Herne - Iserlohn

"Das war richtiger Ruhrpott-Fußball"

Robert Bauguitte
05. März 2017, 19:21 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

In einem tor- und ereignisreichen Spiel trennten sich Westfalenliga-Spitzenreiter Westfalia Herne und der Verfolger FC Iserlohn 3:3 (1:1)-Unentschieden.

Es dauerte keine zwölf Sekunden, da zappelte der Ball bereits zum ersten Mal im Netz. Direkt vom Anstoßkreis leitete der FC Iserlohn einen schnellen Angriff ein, den [person=13003]Raphael Gräßer[/person] gekonnt verwertete. Nur eine knappe Minute später folgte dann der nächste Tiefschlag für den SCW. Herne-Trainer Christian Knappmann legte sich mit Schiedsrichter Durica Dzijan an und wurde anschließend vom Referee auf die Tribüne verbannt.

Der Ex-Profi kommentierte die Aktion nach Spielende: „Ich habe nur gefragt, ob sich der Schiedsrichter und Iserlohns Trainer Christian Hampel persönlich kennen. So wie die sich gegenseitig nach dem Tor den Daumen gezeigt haben. Daraufhin wollte er mir den Mund verbieten. Ich bin aber ein zweifacher Familienvater und kein kleines Kind. Deshalb habe ich das dann auch nicht eingesehen.“ Von der Tribüne aus sah „Knappi“ in der Folge stark aufspielende Herner, die jedoch mehrfach die Chance zum Ausgleich ungenutzt ließen.

Erst kurz vor dem Pausenpfiff holte die Westfalia schließlich einen klaren Foulelfmeter heraus, den [person=3472]Fatmir Ferati[/person] zum 1:1 nutzte (44.). Auch nach dem Seitenwechsel wurde den gut 350 Zuschauern im altehrwürdigen Stadion am Schloss Strünkede ein munteres Fußballspiel geboten. In der 61. Spielminute fasste sich Fatmir Ferati einfach mal ein Herz und bewies, dass er es auch aus der Distanz heraus kann. Sein 16-Meter-Geschoss schlug unhaltbar für Iserlohn-Keeper [person=7836]Daniel Dreesen[/person] im FCI-Tor ein. Doch die ansonsten eher defensiv agierenden Iserlohner steckten nicht auf. Postwendend zeigten die Gäste eine Reaktion. Kevin Meckel vollendete per Kopf einen schönen Konter (65.) und markierte damit das 2:2.

Fatmir Ferati schnürt Dreierpack

Unnötig spannend machten es dann wieder die Herner. Bedingt durch den Platzverweis für [person=7521]Sebastian Mützel[/person] musste der SCW in den letzten 20 Minuten in Unterzahl auskommen. Und wieder machte es der Gast blitzschnell: Der kurz zuvor eingewechselte Kadir Can Akgül brachte die Iserlohner mit seiner ersten Ballberührung erneut in Führung (80.) und ließ den Verfolger doch noch auf drei Punkte hoffen. Doch der Favorit kam ein letztes Mal zurück. Wieder half dabei ein Elfmeter. Fatmir Ferati konnte schließlich seinen Hattrick perfekt machen und sicherte seinem Team in letzter Minute den nicht unverdienten Punktgewinn (89.).

„Es war ein hochemotionales Spiel, das die Zuschauer sicher so schnell nicht vergessen werden“, sagte Iserlohns Trainer Hampel nach Spielende. Der FCI-Coach hätte dabei aber gerne mehr mitgenommen als nur einen Zähler: „Wir sind extrem gut ins Spiel gekommen mit dem schnellen Tor, haben danach aber viel zu passiv agiert. Das habe ich auch in der Pause angesprochen: Wir haben unsere Konter viel zu schlecht ausgespielt. Das hat mich richtig sauer gemacht. In der zweiten Halbzeit kommen wir wieder gut raus, allerdings hat Herne mit Fatmir Ferati einfach einen Mann, der Spiele alleine entscheiden kann. Ich ärgere mich schlussendlich über den zweiten Elfmeter. Das war definitiv keiner.“

Wir haben ein Riesenspektakel und richtigen Herner Ruhrpott-Fußball gesehen.
Christian Knappmann (Herne-Coach)

Auch Knappmann hatte Gefallen an der Partie gefunden: „Wir haben ein Riesenspektakel und richtigen Herner Ruhrpott-Fußball gesehen. Für mich sind die beiden besten Teams der Liga aufeinandergetroffen.“ Trotz seiner Meinungsverschiedenheit mit Schiedsrichter Durica Dzijan wollte Knappmann nach Abpfiff keine schmutzige Wäsche waschen: „Wir waren natürlich nicht immer ganz glücklich mit den Entscheidungen. Aber wenn wir zwei Elfmeter zugesprochen bekommen, verbietet sich eigentlich jede Kritik am Schiedsrichtergespann.“

Autor: Robert Bauguitte

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