Vom Abstiegskandidaten gedemütigt, vom mitgereisten Anhang ausgepfiffen.

Sturz auf Rang 4 droht

Stendel bei "96" nur noch auf Abruf

sid
05. März 2017, 15:26 Uhr
Foto: firo

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Vom Abstiegskandidaten gedemütigt, vom mitgereisten Anhang ausgepfiffen.

Bei Hannover 96 im Allgemeinen und für Trainer Daniel Stendel im Besonderen wird es ungemütlich in der 2. Fußball-Bundesliga. Die Niedersachsen fielen am 23. Spieltag durch eine deprimierende 0:2-Niederlage beim Karlsruher SC auf Relegations-Rang drei zurück.

Sogar der Sturz auf den am Ende wertlosen vierten Platz droht, falls sich ausgerechnet Erzrivale Eintracht Braunschweig am Montag (20.15 Uhr/Sky und Sport1) gegen Spitzenreiter VfB Stuttgart durchsetzt. Für die 96-Anhänger wäre das geradezu ein Horror-Szenario.

"Sicherlich sind wir unglücklich in Rückstand geraten, aber das darf nicht der Grund sein, so die Ordnung zu verlieren. So dürfen wir uns nicht nochmal präsentieren", sagte Stendel, der äußerlich ungerührt am Sonntag das Training der Reservisten leitete. Doch nun ist ein Heimsieg am Samstag gegen 1860 München absolute Pflicht, vorausgesetzt, der Coach darf bis dahin überhaupt noch weitermachen.

Schon jetzt wird beim Bundesliga-Absteiger Andre Breitenreiter als potenzieller Nachfolger gehandelt. Der in Langenhagen vor den Toren der Leine-Metropole geborene Fußball-Lehrer gilt als ein Kandidat, für den sich auch 96-Präsident Martin Kind durchaus erwärmen könnte.

Stattdessen steht nun Union Berlin auf dem direkten Aufstiegsplatz zwei, der 2:0-Erfolg gegen Liganeuling Würzburger Kickers war schon der vierte Sieg in Serie. Dabei agierten die Platzherren 48 Minuten lang sogar noch in Unterzahl. Trainer Jens Keller: "Wer da nach einem solchen Resultat nicht zufrieden ist, muss verrückt sein."

Die Fans in der Alten Försterei nahmen und nehmen den sportlichen Höhepunkt von "Eisern Union" mit Sarkasmus. "Scheiße, wir steigen auf", wurde skandiert, Verteidiger Emanuel Pogatetz entlockte das ein Lächeln. "Das ich typisch Union, ich musste schmunzeln", sagte der Österreicher.

Weniger Grund zum Lachen hatte man in München. Die Löwen ließen sich durch eine 1:2-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli wieder mitten in den Abstiegskampf ziehen. Coach Vitor Pereira wusste kaum, wo er bei seiner Kritik detailliert ansetzen sollte. "Wir müssen uns stabilisieren, taktisch und mental", analysierte der Portugiese.

Was Pereira anstrebt, ist seinem Kollegen Ewald Lienen im Verlauf der bisherigen Rückserie gelungen. Mit 13 Punkten aus 15 Spielen ist der Kiez-Klub auf dem besten Weg, die Abstiegszone mehr und mehr hinter sich zu lassen. Die Solidarität der Vereinsführung, das Festhalten am Trainer-Routinier zahlt sich mehr und mehr aus.

"Von diesem Sieg werden wir bestimmt keine DVD anfertigen lassen. Aber für uns geht es ja auch nicht um einen Schönheitspreis, sondern ums Überleben", stellte der 63-Jährige klar. Gut überdies für die Hamburger: Der Tabellenvorletzte Arminia Bielefeld kam gegen Schlusslicht Erzgebirge Aue nicht über ein 2:2 hinaus.

Autor: sid

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